2025 ist ein gutes Jahr für kleine Spielestudios. Vielfach stehlen sie den großen Blockbustern die Show und sorgen für Überraschungen. Zu den bestbewerteten Titeln auf Metacritic zählen etwa Clair Obscur, Blue Prince, Split Fiction und The Talos Principle 2.
Gerade Clair Obscur und Blue Prince wurden völlig überraschend zu Hits, die kaum jemand kommen sah. Und schon im Juli könnte ein weiterer Story-Geheimtipp anstehen: Ich habe die ersten beiden Kapitel von Eriksholm gespielt und freue mich jetzt so sehr darauf, wie auf kein anderes Spiel in diesem Jahr.
Erst Skepsis, dann Liebe
Zwar hatte zuvor schon mein Kollege Peter mit Begeisterung von Eriksholm berichtet, doch ich war zunächt skeptisch: Mit Schleichspielen kann ich nämlich eigentlich nicht viel anfangen und auch die Iso-Perspektive schreckte mich eher ab. Doch Eriksholm schafft es, mich von der ersten Minute an in seinen Bann zu ziehen. Das fängt schon mit der ersten, toll inszenierten Zwischensequenz an:
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Eriksholm hat schicke Zwischensequenzen und das zeigt sich von Minute 1 an
Die sieht nicht nur großartig aus, sondern verrät mir auch gerade genug, um mich neugierig zu machen. Wir spielen die junge Hanna, deren Bruder Herman plötzlich verschwindet. Wenig später taucht die Polizei auf und will uns zur Befragung mitnehmen, doch wir machen uns aus dem Staub. Natürlich will ich sofort wissen, was dahintersteckt und wie auch Spielfigur Hanna den verschwundenen Herman finden.
Ich schleiche mich also aus dem Apartment-Komplex, entwische gerade so den Polizisten und bekomme große Augen, als ich zum ersten Mal die Straßen und Dächer von Eriksholm erblicke. Die fiktive, skandinavisch anmutende Stadt erinnert mich direkt an die faszinierende Welt von Dishonored.
Sie scheint direkt der industriellen Revolution entsprungen zu sein, hat aber auch einen ganz leichten Steampunk-Touch. Traditionelle bunte Holzhäuser wechseln sich mit Fabrikhallen aus Backstein, Silos und großen Schornsteinen ab. Kräne verladen wertvolle Waren auf Schiffe, während notdürftig reparierte Hütten von der Armut der Arbeiter künden.
Die Mischung aus skandinavischer Architektur und Industrie-Charme funktioniert hervorragend, auch weil alle Umgebungen mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden. Zusammen mit der stimmungsvollen Beleuchtung macht das Eriksholm zu einer der für mich schönsten Spielewelten, die ich kenne.
Großartige Geschichte(n)
Eriksholm ist aber nicht nur schön anzusehen, sondern auch großartig darin, meinen Entdeckerdrang zu wecken und Geschichten zu erzählen. Ich kann zwar einfach immer direkt zum Zielort gehen, doch es lohnt sich auch für mich, in jede Ecke zu gucken.
In versteckten Gassen und Winkeln warten Dokumente und aufwendig im Stil der Epoche illustrierte Werbungen, die mir mehr über die Welt verraten. Andere Stadtbewohner unterhalten sich über aktuelle Ereignisse und persönliche Probleme. Vieles davon wird auch beiläufig von Hanna kommentiert.
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Wir verstecken uns in Eriksholm vor der Polizei und bitten eine alte Freundin um Hilfe
So erfahre ich, dass eine tödliche Krankheit die Stadtbewohner plagt, der Bürgermeister ein abgehobener Fatzke ist oder dass Hanna und ihr Bruder früher für eine Art Diebesbande arbeiteten.
In der nur etwa 90-minütigen Demo schafft es Eriksholm so, die Welt interessant und glaubwürdig wirken zu lassen. Spielfigur Hanna wächst mir mit ihrer rebellisch-selbstbewussten, aber auch freundlichen Art schnell ans Herz. Und am Ende lässt mich Eriksholm mit einem unstillbaren Hunger zurück: Ich will mehr von dieser Welt sehen, mehr über sie, die Schicksale und Geschichten ihrer Charaktere erfahren.
Moment mal!
Jetzt habe ich so viel über Eriksholm erzählt, aber noch kein Wort zum Gameplay verraten. Das steht für mich ehrlich gesagt auch nicht im Vordergrund, unerwähnt sollte es aber trotzdem nicht bleiben: Denn auch das Schleichen macht eine Menge Spaß!
Hanna ist keine Kämpferin und muss deshalb Gegnern aus dem Weg gehen. Zwar kann sie einzelne Kontrahenten mit einem Blasrohr betäuben, wird sie aber entdeckt, ist es aus für sie. Ihr müsst also, wie für Schleichtaktik-Spiele üblich, die Sichtfelder der Wachen vermeiden und solltet keinen Lärm machen – es sei denn, ihr wollt gezielt jemanden ablenken.
Zumindest in den ersten Kapiteln haben auch Schleich-Anfänger wie ich keine großen Probleme, langweilig wird das Versteckspiel aber auch nicht. Schwierige Schleichpassagen, gemütlichere Erkundungsabschnitte und Zwischensequenzen bilden einen angenehmen Mix, der nie eintönig wird.
Da habt ihr es. Jetzt gibt es doch wirklich keinen Grund mehr, aus dem ihr nicht gleich Steam starten und die Demo von Eriksholm herunterladen solltet! Ihr habt noch das ganze Wochenende Zeit! Tut es! Jetzt! Sonst schreibe ich jede Woche bis zum Release einen weiteren Artikel über das Spiel!
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