Auf der vorherigen Seite habt ihr meine positiven Erkenntnisse gelesen, die ich in den letzten Wochen gesammelt habe. Doch die Fritte hat auch ihre Schattenseiten.
Airfryer: Das hat mir nicht gefallen
Mengenbegrenzung
In meinem Szenario zum Stromverbrauch habe ich es bereits angedeutet. Ein Airfryer ist toll – solange ihr mit dem Fassungsvermögen klarkommt.
Ich lebe mit einer anderen Person im Haushalt zusammen. Die Gerichte, die ich in der Heißluftfritteuse zubereite, reichen für uns beide aus. Es passen meist genau vier Brötchen in den Korb oder wenn ich Gemüse gare, geht es für meine Frau und mich auf.
In einem Familienhaushalt wird’s haarig. Dafür ist ein kompakter Airfryer wie die Bosch Serie 6 nicht geeignet. Entweder müsste ich das Abendessen in mehreren Durchgängen zubereiten – oder eben doch gleich zur Pfanne und Ofen greifen.
Freilich gibt es Airfryer mit zwei Körben und mehr Volumen, aber das schmälert den Graben zum Ofen.
- Der Energieverbrauch ist dann nicht mehr so effizient.
- Man muss zwei anstatt einen Korb säubern.
- In vielen Fällen könnte man dann schlichtweg auch den Ofen einschalten.
Hinzu kommt noch ein weiterer Pferdefuß, für den ihr nicht mal eine Großfamilie haben müsst, um euch darüber zu ärgern.
Begrenzte Einsatzmöglichkeiten
Ich schwärme von Pizza und Pommes, mache Gemüse und Hähnchen, backe Brot und Brötchen auf – zu viel mehr ist so ein Airfryer dann aber nicht geeignet.
Natürlich, ihr könnt darin auch Steaks garen oder Gulasch schmoren, aber dann wird die Luft auch dünn.
- Für Kuchen ist der Airfryer in der Regel zu heiß. Das Ergebnis: außen dunkel, innen noch roh.
- Flüssige Teige und Nasspanaden wie Bierteig oder Tempura funktionieren nicht, weil sie wahlweise durch das Gitter tropfen oder sie dasselbe Schicksal ereilt wie den Kuchen.
- Fisch oder mageres Fleisch werden durch die starke Luftzirkulation trocken. Sprich, alles, was ein wenig Feingefühl abverlangt, könnte im Airfryer zur Schuhsohle werden (für euch getestet und nicht gut befunden).
- Durch die Korbform bekommt man nicht alles unter. Die Tiefkühlpizza müsst ihr immer noch im Ofen machen, weil der Korb der meisten Heißluftfritten zu klein ist.
Ich will hier nicht auf die Airfryer eindreschen, sondern euch klarmachen, dass so ein Gerät den Ofen nicht ersetzt, sondern höchstens ergänzt.
Anschaffungskosten
Logo, ein technisches Gerät kostet Geld. Das sind keine Neuigkeiten. So sehr ich von den niedrigeren Energiekosten geschwärmt habe: Die Heißluftfritteuse kostet erstmal Geld. Und dann müsst ihr sie auch anstelle des Ofens verwenden, um am Ende Geld zu sparen.
Erschwerend kommt hinzu, dass moderne Öfen mittlerweile ebenfalls weniger Energie verbrauchen und potenter sind. Es kann also sein, dass der Spareffekt deutlich geringer ausfällt, wenn ihr einen brandneuen Ofen euer Eigen nennt.
Fazit
Bin ich jetzt also vom Airfryer-Skeptiker zum Fritten-Prediger geworden?
Nein, denn so einzigartig sind die Geräte nicht. Doch dadurch, dass ich selbst Hand angelegt habe, weiß ich jetzt, was die Maschinchen leisten – und das, was sie können, machen sie hervorragend.
- Knusprigeres Essen
- Bockstark beim Wiedererhitzen
- Leicht zu handhaben
- Spürbar geringerer Stromverbrauch im Vergleich zu den meisten Öfen
Hinzu kommt, dass der Aha-Effekt relativ groß ausfällt. Ja, Pommes werden sehr viel knuspriger als im Ofen. Ja, ich spare Kalorien im Vergleich zu einer echten Fritteuse. Und ja, einfach das Gemüse in die Fritte knallen und nicht dauernd rühren zu müssen, ist so bequem wie einfach.
Obschon Airfryer und Umluftbackofen ähnlich funktionieren, ersetzt die Fritte das andere nicht. Aufläufe, Kuchen oder schlichtweg große Mengen schaffen die Airfryer nicht. Das limitiert sie zu meist auf kleinere Haushalte. Ach ja, und ein Ofen hat auch mehrere Garmethoden, der Airfryer nur eine.
Passend zum Thema:
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Wem kann ich eine Heißluftfritteuse empfehlen?
- Kleinen Haushalten, die nicht wegen jeder Semmel den Ofen anschmeißen wollen.
- Skeptikerinnen und Skeptikern, die sich nicht sicher sind, wie viel so ein Ding wirklich bringt (ich habe jetzt ein viel klareres Verständnis als vorher).
- Menschen, die mit Kochen nicht viel am Hut haben, und die sehen möchten, wie viel Unterschied ein kleinerer, heißerer Ofen am Ende doch machen kann.
- Personen, die ihren Ofen nur gelegentlich benutzen.
Ich verstehe den Hype jetzt. Große Backöfen sind nicht für jedermann, und ein Airfryer sticht genau in die Nische, wenn man einfach ein kompaktes, stromsparendes und einfach zu bedienendes Gerät möchte. Die Einfachheit ist hier einfach Trumpf, selbst für einen Hobbykoch wie mich.
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