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Nach 20 Jahren bei Bioware sieht ein Ex-Teammitglied aufgrund des EA-Deals pechschwarz für das Studio: »Hauptsache Knarren und Fußball«

EAs 55 Milliarden schwerer »Saudi-Deal« sorgt gerade für mächtig Wirbel. Auch einer der ehemaligen Mass-Effect-Leute kommentiert die Sache mit bitterer Ironie.

Wie wird EA aus der Sache hervorgehen? Wie wird EA aus der Sache hervorgehen?

Es ist einer der größten Deals der Videospielgeschichte. EA wird für 55 Milliarden US-Dollar an Investoren verkauft und geht damit zu 100 Prozent in private Hände über.

Zu den neuen Besitzern gehört neben den US-amerikanischen Investment-Unternehmen Silver Lake und Affinity Partners auch der saudi-arabische Public Investment Fund (PIF). Der milliardenschwere Einstieg dieser Investoren sorgt gerade für einen gigantischen Aufschrei – sowohl bei Spielerinnen und Spielern als auch bei Entwicklern.

Ex-Bioware-Mitglied Patrick Weekes sieht das Ende von EA nahen

Zu Letzteren gehört Patrick »Trick« Weekes. Trick hat von 2005 bis 2025 an Spielereihen wie Masse Effect und Dragon Age mitgeschrieben und kommentiert den Deal auf Social Media mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus:

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Weekes stellt sich den Ablauf des Verkaufsgesprächs ungefähr so vor:

Käufer: Also, deine Spiele … Waffen und Fußball, ja?

EA: Mmhmm, mmhmm, hauptsächlich Waffen und Fußball, ja.

Käufer: Nichts Schwules? Nichts Politisches, das uns nicht gefällt?

EA: Haha, auf keinen Fall! Hey, könntest du mir eine Sekunde geben? Ich muss nur schnell ein Studio schließen.

Weekes gehört zu den Leuten, die zu Beginn von 2025 aus ihrer Beschäftigung bei Bioware entlassen wurden. Nachdem Dragon Age: The Veilguard weit unter den Verkaufserwartungen blieb, kam es zu weitreichenden Umstrukturierungen bei dem unter EA agierenden Spielstudio.

Video starten 1:24:12 Kontroversen um Dragon Age 4: Ist das noch Bioware?

Mit dem Post spielt Weekes jetzt nicht nur auf die vielen Schließungen und Entlassungswellen an, sondern auch auf den Ruf der neuen Investoren. Besonders die Beteiligung von Saudi-Arabien und Affinity Partners wird aktuell scharf kritisiert. Saudi-Arabien arbeitet schon länger daran, über Milliardenkäufe Einfluss in der Entertainment- und Sportwelt zu gewinnen.

Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang von »Sportswashing«. Saudi-Arabien versuche durch spektakuläre Investitionen sein Image im Ausland aufzupolieren und von massiven Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land abzulenken. Dazu gehört auch die strikte Unterdrückung politischer Oppositionen sowie der diskriminierende Umgang mit Frauen, LGBTQ+-Personen und anderen Minderheiten.

Die Beteiligung von Affinity Partners dürfte die Sorgen, die mit diesen Themen verbunden sind, nicht gerade mildern. Das Private-Equity-Unternehmen wurde von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, gegründet und erhält ebenfalls erhebliche Investitionen aus Saudi-Arabien.

Weitere Reaktionen auf Social Media

Neben Weekes melden sich auch andere Beteiligte aus der Branche zu Wort. Der Spieldesigner Michael Bithell schreibt auf Bluesky höhnisch: »Zu meiner Zeit hat EA Dinge gekauft und sie dann zerlegt, nicht umgekehrt.«

Für Journalist Luke Plunkett fühlt sich der Deal so »katastrophal an, wie es nur wenige andere große Industriegeschäfte tun.« Auch die britische Redakteurin Lex Luddy sieht die Zukunft der Branche in Gefahr: »Wenn ihr schon vorher der Meinung wart, dass Mainstream-Gaming langweilig ist, dann wird es jetzt auch noch von den konservativsten Menschen der Welt beherrscht werden.«

Brancheninsider Jason Schreier sieht zudem ein großes Problem in EAs Privatisierung selbst: »Die weitaus größeren unmittelbaren Auswirkungen werden sich daraus ergeben, dass das neue private EA mit 20 Milliarden Dollar Schulden belastet wird. Das könnte Massenentlassungen, eine aggressivere Monetarisierung und weitere massive Kostensenkungsmaßnahmen nach sich ziehen.«

Damit beschreibt Schreier einen sogenannten »Leveraged Buyout«. Bei dieser Finanzstrategie kaufen Investoren ein Unternehmen größtenteils mit geliehenem Geld, das anschließend vom Unternehmen selbst zurückgezahlt werden muss. In EAs Fall bedeutet das, dass das neue private EA einen riesigen Schuldenberg übernimmt, den es wieder abstottern muss.