»Wir mussten damit rechnen, dass der Spieler ein wandelnder Flammenwerfer wird, der jeden sofort einäschert – oder eben der Mahatma Gandhi des Ödlands.«
Was wie eine witzige Anekdote von John Gonzalez klingt, beschreibt eigentlich die härteste Design-Regel von Fallout: New Vegas. Als er und Josh Sawyer vor 15 Jahren das Rollenspiel entwickelten, hatten sie eine radikale Vision: ein Spiel, das niemals »Nein« zum Spieler sagt. Ein Spiel, in dem man selbst den wichtigsten Questgeber erschießen kann und die Credits trotzdem rollen.
Heute gilt New Vegas als der Rollenspiel-Höhepunkt der Fallout-Reihe. Doch die Entstehungsgeschichte ist alles andere als glamourös: enormer Zeitdruck, eine fremde Engine und eine ambitionierte Vision, die ihre Entwickler regelmäßig vor Herausforderungen stellt. Wie konnte unter diesen Umständen ein Spiel entstehen, das bis heute als einer der Klassenbesten für Entscheidungsfreiheit gilt?
Wir haben mit Game Director Josh Sawyer und Lead Writer John Gonzalez eine Zeitreise ins Jahr 2010 unternommen, um zu klären, wie man Grenzen zieht, ohne Grenzen zu ziehen, warum echte Freiheit bedeutet, dass man auch das Böse verstehen muss – und wie das Rollenspiel der Zukunft aussehen sollte.
PLUS
9:32
Platz 5: Fallout New Vegas - »Mir fallen nicht viele Spiele ein, die das geschafft haben«
Anlässlich des Releases von Staffel 2 der Amazon-Serie planen wir auf GameStar.de große Themenwochen zu Fallout. Euch erwarten viele spannende News, Kolumnen und Specials zur Serie und den Videospielen.
Das Herzstück unserer Themenwochen bildet eine große, mehrteilige Plus-Titelstory, für die wir exklusiv mit führenden Köpfen von Bethesda und Obsidian über die Fallout-Reihe sprechen konnten. Freut euch auf eine nostalgische Reise in die Vergangenheit und zumindest einen kleinen Blick in die Zukunft!
- 14. Dezember 2025: Wie eine strenge Regel Fallout: New Vegas zum Kult-Rollenspiel machte
- 21. Dezember 2025: Warum sich Fallout im Laufe der Jahre optisch so radikal verändern musste
- 28. Dezember 2025: Wie Bethesda dafür sorgt, dass Fallout immer Fallout bleibt
- 4. Januar 2026: Wie Bethesda eine Bruchlandung wie Fallout 76 noch retten konnte
- 11. Januar 2026: Die geheime Fallout-Formel: Bethesda dominiert seit 15 Jahren Open Worlds, weil »jeder an allem arbeitet«
Ein Kult-Spiel mit Startschwierigkeiten
2010 stehen die Sterne für Fallout: New Vegas ziemlich mies. Das Entwicklerteam Obsidian Entertainment wird von Bethesda beauftragt, eine Quasi-Fortsetzung zu Fallout 3 zu schaffen – mit vielen Stolperfallen: In nur 18 Monaten müssen Josh Sawyer und sein Team ein Rollenspiel mit großer Vision aus dem Boden stampfen. Schließlich soll es noch vor Skyrim erscheinen, um dem Elder-Scrolls-Giganten nicht in die Quere zu kommen.
Sie arbeiten mit einer geliehenen und zu dem Zeitpunkt bereits etwas veralteten Engine und vielen Assets, die Bethesda bereits für Fallout 3 verwendet hatte. Die einzige Vorgabe: Dem Spieler wird zu Beginn eine Kugel in den Kopf gesetzt …
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