Die Vaults, der Atomkrieg, die Supermutanten: Im allerersten Fallout von 1997 steckten schon viele Geschichten, Orte und Kreaturen, die Fallout bis heute ausmachen. Doch mit jedem Spiel und mit jeder neuen Folge der Serie wächst das einzigartige Spieleuniversum noch weiter. Wir erfahren von neuen Ereignissen, decken weitere Geheimnisse auf und lernen neue Figuren kennen.
In der sechsten Folge von Staffel 2 der Fallout-Serie wird in einem Nebensatz aber auch eine Info fallen gelassen, die sich im Nachhinein auf die Geschichte des ersten Spiels auswirken kann.
Was ist in Vault 13 passiert?
Wie wir im Intro von Fallout erfahren, ist der Chip der Wasseraufbereitungsanlage in unserem Vault ausgefallen. Unsere Aufgabe ist es, an die Oberfläche zu gehen und nach Ersatz zu suchen. Das ikonische Intro könnt ihr euch hier auch im Video angucken:
5:22
Als Fallout die Tür zu Vault 13 öffnete, veränderten sich Rollenspiele für immer
Warum der Wasserchip den Geist aufgegeben hat, verrät uns das Spiel nicht. Nach über 80 Jahren Dauerbetrieb kann es aber natürlich auch mal zu einer Fehlfunktion kommen, sollte man meinen. Die Serie deutet da allerdings jetzt etwas ganz anderes an: In Folge 6 erklärt ein Vault-Tec-Wissenschaftler (Kevin Camia) in einem Meeting mit Barb (Frances Turner) folgendes:
Die Wasserchips haben eine Ausfallrate von 30 Prozent. Die gute Nachricht: Wir wissen, welche ausfallen werden, schon vor der Installation. Das heißt, wir können entscheiden, wem das Wasser ausgehen wird.
Moment. Soll das etwa heißen, Vault-Tec wusste bereits, dass der Wasserchip von Vault 13 irgendwann kaputt gehen würde? Das scheint zumindest auf den ersten Blick damit zu kollidieren, was wir in Fallout 2 und der Fallout-Bibel (die allerdings nicht mehr Kanon ist) über den Bunker lernen.
Denn laut Fallout 2 dient die Bevölkerung von Vault 13 als Kontrollgruppe für die Experimente der Enklave. Das verrät uns der Präsident der Enklave, Dick Richardson in einem Dialog:
Richardson: Vault 13 war ein Spezialfall. Er sollte geschlossen bleiben, bis die Subjekte gebraucht werden. Wissenschaftlich ausgedrückt, Vault 13 war eine Kontrollgruppe.
Der Auserwählte: Aber sie wären alle gestorben, wenn ihnen mein Vorfahre keinen Ersatz-Wasserchip gebracht hätte. Das scheint nicht in Ihren Plan zu passen.
Richardson: Ein unglücklicher und unvorhersehbarer Unfall.
Laut dem Enklave-Präsidenten war der Ausfall des Wasserchips also nur ein Zufall. Natürlich gibt es trotzdem noch einige Möglichkeiten, wie diese Geschichte mit der neuen Information aus der Serie zusammenpassen kann:
- Richardson weiß nichts davon, dass manche der Chips ausfallen.
- Richardson lügt den Auserwählten schlicht an.
- Vault 13 wurde versehentlich mit einem kaputten Chip ausgestattet
- Der Ausfall des Chips war tatsächlich nur ein Unfall, der von Vault-Tec nicht beabsichtigt war.
Gerade die letzte Möglichkeit ist nicht unwahrscheinlich. Schließlich waren viele Vaults eigentlich nicht darauf ausgelegt, so lange in Betrieb zu bleiben wie es schließlich notwendig war und man ging von einer deutlich früheren Rückkehr an die Oberfläche aus.
Natürlich kann es sich bei der Erwähnung der Ausfallrate der Chips auch schlicht um einen Fehler der Autoren handeln, auch wenn die Fallout-Serie für gewöhnlich sehr sorgfältig mit der bestehenden Lore umgeht.
Allerdings wäre es nicht das erste Mal, dass über einen möglichen Lore-Fehler in der Serie diskutiert wird. In Staffel 1 sorgte schon das vermeintliche Datum für die Zerstörung von Shady Sands für Aufregung, bis klargestellt wurde, dass die Stadt erst nach dem Ende von Fallout: New Vegas zugrunde geht.
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