Im Ödland von Fallout treiben, mutierte Monster, Kannibalen und Sklavenhändler ihr Unwesen. Zudem müssen sich die Menschen auch noch vor Fraktionen wie der Enklave oder Caesar's Legion fürchten, die bei der Verfolgung ihrer Ziele wortwörtlich über Leichen gehen.
Wer sich bei diesen Aussichten hinter den meterdicken Stahltüren eines Atombunkers von Vault-Tec verkriechen will, hat allerdings auch nicht unbedingt bessere Chancen. Denn wie wir alle wissen, dienen diese Vaults oft als isolierte Umgebung für rücksichtslose wissenschaftliche Experimente. Heute haben wir sechs beziehungsweise eigentlich sieben besonders grausame oder verstörende Geschichten aus der Dunkelheit der Vaults für euch.
Vault 11
Das Experiment von Vault 11 ist simpel, aber perfide. Kaum waren die Bewohner im Bunker eingeschlossen, wurde ihnen eröffnet, dass sie jedes Jahr einen Bewohner opfern müssten. Andernfalls würden alle Menschen im Vault getötet werden.
Die Wahrheit sah jedoch anders aus: Alles war nur ein Test. Hätten die Vaultbewohner das Opfer verweigert, hätte niemand sterben müssen. Eine aufgezeichnete Nachricht hätte dann verlauten lassen, dass ihr Einsatz für das menschliche Leben ein Beispiel für uns alle
sei.
Leider erkannten die Menschen im Vault nicht, dass sie getäuscht wurden. Stattdessen einigten sie sich darauf, immer den durch demokratische Wahlen bestimmten Aufseher zu opfern. Im Laufe der Zeit gründeten sich Stimmblöcke, die gemeinsam abstimmten und so die Wahlen beeinflussten.
Über Jahre hinweg hielt sich dieses System aufrecht, bis sich ein Stimmblock mit der falschen Person anlegte: Katherine Stone ermordete fast die gesamte Gruppe, nachdem sie ihr gedroht hatte, ihren Mann zum Aufseher zu wählen. Sie wurde selbst Aufseherin und führte ein neues Wahlsystem ein, bei dem der nächste Aufseher und damit auch das Opfer zufällig bestimmt wurde.
Trotzdem dauerte es noch länger, bis der Kreislauf durchbrochen wurde. Erst die letzten fünf Vaultbewohner weigerten sich schließlich jemanden zu opfern. Sie durften den Vault verlassen, zerstritten sich aber auf dem Weg nach draußen über die Frage, ob sie anderen vom Schicksal des Vaults berichten, oder es verheimlichen sollten. Es kam zu einer Schießerei und schließlich zog nur ein Überlebender von Vault 11 davon.
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Vault 95
Dieser Vault in der Nähe von Boston hat eine besonders bittere Geschichte. Er tarnte sich nämlich als Wohlfahrtsprojekt und lud ausschließlich drogenabhängige Menschen ein, angeblich um sie von ihrer Sucht zu heilen.
Tatsächlich funktionierte das von Vault-Tec angebotene Programm, auch wegen des Mangels an Alternativen. Den Bewohnern ging es nach und nach besser und die Bewohner wuchsen zu einer Gemeinschaft zusammen. Für sie war der Ausbruch des Krieges fast schon ein Segen, bis der eigentliche Plan in Bewegung gesetzt wurde.
Ein Mitarbeiter von Vault-Tec enthüllte einen geheimen Drogenvorrat in der Vault, um zu testen, wie es sich auf die Vaultbewohner auswirkt. Viele von ihnen wurden anschließend rückfällig und es kam zu gewalttätigen Ausschreitungen und Streitigkeiten zwischen den Bewohnern. Mindestens ein Bewohner durchschaute den Plan und dokumentierte seine Verbitterung in einer Nachricht:
Sie haben gesagt, sie würden uns helfen. Der Vault sollte sicher sein. Ein Ort, an dem die Rehabiliation einfach unausweichlich sein würde. Es mag für die meisten das Ende der Welt gewesen sein, aber für uns verlorene Seelen war es ein Neuanfang.
Ich war dankbar für die Chance, neu anzufangen, das waren wir alle. Wir hatten unsere Schwierigkeiten in den letzten Jahren, aber die Zeit zusammen hat uns zu einer Familie werden lassen. Jeder von uns wäre froh gewesen, den Rest seines Lebens hier zu verbringen.
Und jetzt das.
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Vault 87
Während viele andere Vaults ihre Bewohner hinterhältig manipulierten, um soziale Experimente durchzuführen, hielt sich Vault 87 mit so etwas erst gar nicht auf. Stattdessen wurden die unwissenden Menschen mit dem sogenannten FEV-Virus infiziert, das ihre DNA veränderte und sie zu Supersoldaten werden lassen sollte.
In vielen Fällen machten die Menschen eine schmerzhafte körperliche Transformation durch und starben an den Folgen. Einige überlebten, doch zu einem hohen Preis: Sie verwandelten sich in Supermutanten und Zentauren, strahlungsresistente und überaus aggressive und zerstörerische Monster, denen es gelang, aus der Vault zu entkommen.
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Wie damals: In Fallout 3 bekämpfen wir Supermutanten in Washington, D.C.
Von dort aus zogen die Mutanten ins Ödland der Hauptstadt und befielen es wie eine Plage. Sie töteten und entführten zahlreiche Ödlandbewohner, verwandelten sie ebenfalls in Supermutanten und konnten selbst von der stählernen Bruderschaft nur gerade so in Schach gehalten werden.
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Vault 51
Sollten wir einen Computer oder eine KI über das Schicksal von Menschen entscheiden lassen? Vermutlich nicht, das ist zumindest die Lehre aus Vault 51. Ein ZAX Supercomputer übernahm hier die Kontrolle über den Bunker und seine Bewohner, mit der Aufgabe, die beste Möglichkeit zu finden, einen Anführer zu finden.
Nach mehreren gescheiterten demokratischen Wahlen und anderen Versuchen wandte sich der Computer aber radikaleren Methoden zu. Da ein menschlicher Berater ihm gesagt hatte, dass die Qualitäten eines Anführers sich in Krisensituationen zeigen würden, begann ZAX damit, diese Krisen selbst zu fabrizieren.
Der Computer verstärkte heimlich die ohnehin vorhandenen Spannungen zwischen den Bewohnern und provozierte gewalttätige Auseinandersetzungen. Mit immer neuen Methoden schadete ZAX der geistigen und körperlichen Gesundheit der Vaultbewohner, darunter Mangelernährung und Schlafentzug.
Nach mehreren Morden unter den Vaultbewohnern eskalierte eines Tages die Gewalt und die verbliebenen Menschen schlachteten sich gegenseitig ab. Den letzten Überlebenden erklärte der Computer schließlich zum Aufseher, doch gab es niemandem mehr, über den er herrschen konnte.
- Kommt vor in: Fallout 76, zugänglich beim Erkunden
Vault 112
Vault 112 versprach das perfekte Leben, doch seine Bewohner bekamen genau das Gegenteil und waren jahrelang gefangen in einem unendlichen Albtraum. Verantwortlich dafür war der Leiter des Vaults, Dr. Stanislaus Braun, der auch das Garten-Eden-Kit, ein mächtiges Terraforming-Gerät, erfunden hat.
Zusammen mit den Bewohnern begab sich Braun nach der Versiegelung des Vaults mithilfe von fortschrittlichen Maschinen in eine Simulation, die allen über Jahre und Jahrzehnte hinweg ein perfektes Leben vorgaukeln sollte. Was die Bunkerbewohner aber nicht wussten: Dr. Braun übernahm sofort die alleinige Kontrolle und alle waren in der Simulation mit ihm gefangen.
Braun wurde allerdings schnell langweilig und schließlich sperrte er die Bewohner in der Tranquility Lane ein, der Simulation einer perfekten US-amerikanischen Vorstadt. Doch anstatt die Vaultbewohner dort ihr Leben führen zu lassen, spielte Braun mit ihnen, zerstörte ihre Beziehungen, folterte und tötete sie, um anschließend ihr Gedächtnis zu löschen. Erst die Hauptfigur von Fallout 3 kann Braun aufhalten.
- Kommt vor in: Fallout 3, zugänglich im Rahmen der Hauptquest
Vault 75
Wenn es um die schlimmsten Vaults geht, kann Vault 75 nicht unerwähnt bleiben. Direkt unter einer Schule gelegen, sollten dort angeblich Familien mit ihren Kindern untergebracht werden. Als die Schüler schließlich den Vault betraten, wurden ihre Eltern unter einem Vorwand weggeführt und ermordet. Denn das eigentliche Ziel war es, im Vault besonders vorteilhafte Gene zu züchten
. An Embryos wurde experimentiert, um die perfekten Menschen zu erschaffen.
Alle Kinder lebten bis zum Alter von 18 Jahren, bevor sie in eine von drei Gruppen kamen: Wer intelligent und stark war, wurde geerntet
. Was genau mit dieser Gruppe passiert ist, wird nicht ganz klar, überlebt haben sie aber wohl nicht, stattdessen wurden ihre Organe und Gene für die Forschung genutzt. Wer außerordentlich intelligent, aber auch folgsam war, wurde ins Wissenschaftler-Team aufgenommen. Die übrigen Achtzehnjährigen wurden dagegen exekutiert.
Diese grausame Praxis währte aber wohl nicht ewig: Im Vault gefundene Notizen legen nahe, dass die Bewohner schließlich die Wahrheit erfuhren und einen Aufstand planten. Wie erfolgreich sie waren, wissen wir allerdings nicht.
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Bonus: Die Legende von Vault 77
In Fallout: New Vegas könnt ihr Paradise Falls besuchen, einen Ort, an dem sich brutale Sklavenhändler eingenistet haben. Sie haben vor nichts und niemandem Respekt, und doch fürchten sie sich vor einem einfachen Kleidungsstück. In einem kleinen Lagerraum liegt ein Vaultanzug auf einem Regal, aus Vault 77.
Vault 77 taucht in keinem Spiel auf und wir kennen nicht einmal den Standort des Bunkers. Aber es gibt eine Geschichte. An dieser Stelle möchte ich euch empfehlen, diese Geschichte im Original zu lesen, als (kostenlos verfügbarer) Comic. Aber ihr könnt natürlich auch einfach weiterlesen.
In Vault 77 lebte nur ein Mann, eingesperrt zusammen mit einer Kiste voller Handpuppen. Als der Krieg ausbrach und sich die große Stahltür zum Vault verschloss, geriet der Mann in Panik: Wo waren alle anderen Bewohner, hatte Vault-Tec etwa alle außer ihn vergessen? Nach mehr als einem Jahr der Einsamkeit entdeckte der Mann schließlich die Kiste mit den Puppen.
Am Anfang war es wohl pure Langeweile, aus der er anfing, mit den Puppen zu spielen, ihnen Persönlichkeiten zu geben und ihnen seine Stimme zu leihen. Doch über Monate und Jahre hinweg lebte er immer mehr im Puppenspiel, für das besonders drei Figuren bedeutsam waren: Der König, der Hund, und eine Vault-Boy-Puppe.
Eines Tages fand der Mann den Puppenkönig ermordet vor, mit abgerissenem Kopf. Erschrocken über dieses Verbrechen beschuldigte er den Vault Boy, ihn ermordet zu haben. Doch der entgegnete, dass es der Mann selbst gewesen sei. Aus Angst, der Hund könne das Verbrechen entdecken, floh der Mann mit Vault Boy aus dem Vault ins Ödland.
Nach einiger Zeit an der Oberfläche wurde er von Sklavenhändlern gefangen genommen. Vergeblich warnte er sie vor der Vault-Boy-Puppe und ihrem Hang zu Gewalt. Sie lachten nur und ließen den Mann in ihrem Lager zurück. Doch als sie zurückkehrten, erwartete sie ein furchtbarer Anblick: Ihre gesamte Bande war tot, brutal ermordet von einem Unbekannten. Und der Gefangene war verschwunden ...
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