Wenn ihr zur Computermaus greift, dann immer mit eurer dominanten Hand. Dasselbe gilt für die Zahnbürste oder das Besteck. Darüber denken wir nicht nach. Wir tun es einfach.
Was aber, wenn ihr ganz bewusst eure »falsche Hand« für solche Aufgaben verwendet?
Ja, es fühlt sich zunächst komisch an und braucht Übung, aber es hält euer Gehirn fit und kann sogar Demenz vorbeugen.
Gemäß dem CDC (Center for Disease Control) leidet einer von zehn Erwachsenen über 45 Jahre oder älter unter Gedächtnisschwäche. Dagegen anzukämpfen, kennt viele Wege.
- Sudoku oder Kreuzworträtsel machen
- Sprachen lernen
- Puzzles
- Gedächtnistrainings (oft in Form von Apps)
Neal K. Shah, ein vom NIH (National Institute of Health) geförderter Forschungsleiter, stellte die Idee, die »falsche Hand« bei alltäglichen Aufgaben zu benutzen, in einem TikTok-Video vor und erklärt, wieso sich das positiv auf euer Gehirn auswirken kann.
Link zum TikTok-Inhalt
Warum ausgerechnet diese minimale Änderung das Gehirn trainiert, ist recht einfach erklärt. Nehmen wir als Beispiel das Zähneputzen.
- Als Erwachsene putzen wir unsere Zähne völlig automatisch; wir tun es immerhin seit Jahren. Unser Gehirn kennt jede Bewegung, unsere Muskeln wissen von selbst, wie es geht.
- Wechseln wir die Hände, muss das Gehirn anders arbeiten, weil die Routine wegfällt. Es braucht eine neue Strategie.
Das ist eine Herausforderung für unser Gehirn, daher kommt auch das seltsame Gefühl, obwohl wir etwas Alltägliches tun. Putzt ihr als Rechtshänder als mit links die Beißer, werden diverse Bereiche des Gehirns aktiviert, die für Planung, Koordination und Konzentration zuständig sind.
Wenn wir unserem Gehirn wieder und immer wieder ungewohnte Aufgaben stellen, stärkt das die Verbindungen zwischen den Hirnzellen. Das bezeichnet die Wissenschaft als Neuroplastizität.
Was ist Neuroplastizität?
Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich ein Leben lang anzupassen. Immer wenn wir etwas Neues lernen, üben oder Erfahrungen machen, können sich Verbindungen zwischen Nervenzellen verstärken, abschwächen oder sogar neu bilden. Dadurch kann das Gehirn Wissen speichern, neue Fähigkeiten entwickeln und sich nach Verletzungen teilweise neu organisieren.
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Wenn der Chatbot zur Gefahr wird: KI und unsere Psyche
Kurz und gut: Kreuzlaterale Bewegungen – also die Nutzung der gegenüberliegenden Körperseite, die wir normalerweise nicht einsetzen – können umfassendere Netzwerke im Gehirn aktivieren. Dadurch bleiben wir im Kopf leichter fit.
Natürlich ist das kein Allheilmittel, was wirklich hilft, ist eine neue Sprache zu lernen, so NewScientist. Dabei helfen Apps wie Duolingo und Babbel. Welche der beiden besser ist, lest ihr im Vergleichstest unseres Redakteurs Aaron.
Zu Hause kochen ist ebenfalls ein gutes Mittel, wie eine japanische Studie herausgefunden hat (via BMJ Journals) – natürlich ohne Thermomix. Auf den kann unser Redakteur Maxe ebenfalls verzichten.
Die beste Möglichkeit, um geistig fit zu bleiben, ist, eurem Gehirn neue Aufgaben zu stellen. Wenn ihr diesen Artikel also auf dem Handy lest, wechselt doch mal die Hand zum Scrollen. Oder beim Surfen im Internet am Rechner die dominante Maushand. Es kann sich auf lange Sicht durchaus auszahlen und kostet nicht viel.
Kennt ihr noch weitere Tricks, um frisch im Kopf zu bleiben? Schreibt sie gerne in die Kommentare.

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