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Seite 2: Fifa 15 im Test - Endlich Ignite

Mal schlau, mal doof

Zur Simulation gehört eine gute KI, und auch damit kann Fifa 15 dienen. Wohlgemerkt »gut«, nicht »perfekt«. Die Mitspieler etwa denken meist ordentlich mit und lassen sich per Taktikbefehl feinjustieren, damit etwa David Alaba seinen Vordermann Frank Ribéry überläuft - so weit, so brauchbar. Manchmal nehmen die Kameraden aber auch komplett unsinnige Laufwege und weigern sich beispielsweise, in die Mitte zu gehen, wenn wir auf dem Flügel vorstoßen. Da zuckeln sie uns lieber hinterher - schwach.

Die Gegner wiederum attackieren und verteidigen geschickt, gehen aber in unserem eigenen Felddrittel zu zögerlich auf den Mann. So können wir oft ungestört hin und her passen und der Uhr beim Herunterticken zuschauen. Apropos: Zeitspiel beherrscht nun auch die KI. Wenn der Gegner knapp führt, schlägt er in der Schlussphase Bälle nur noch weg oder schirmt die Kirsche an unserer Eckfahne ab, um Sekunden zu schinden. Coole Sache, das haben wir noch in keinem Fußballspiel erlebt.

Schuss Abpraller kommen häufiger, aber nicht übermäßig oft vor. Hier feuert Schalkes Draxler einen satten Schuss ab …

Abpraller … den Dortmunds Weidenfeller sehr gut pariert, aber leider nach vorne abklatschen lässt …

Tor … sodass Choupo-Moting das Leder am strauchelnden Torwart vorbei ins Netz köpfen kann.

Am meisten gesteigert haben sich allerdings die Torhüter, die nicht nur auf ein erweitertes Bewegungsrepertoire zurückgreifen können, sondern auch aufmerksamer mitspielen. Beispielsweise laufen sie in Manuel-Neuer-Manier selbstständig heraus, um Stürmer abzufangen. Manchmal preschen die Keeper zwar auch übermotiviert vor, aber nicht häufig, die Ausflüge beschränken sich auf ein realistisches Maß.

Gleiches gilt für die Abpraller: Die Torhüter klatschen stramme Schüsse nun häufiger zurück ins Feld, was auch mehr Abstaubertore ermöglicht. Weil das aber nicht ständig vorkommt, sondern nur hin und wieder, hat es uns nicht gestört. Im Gegenteil: Dank der vielfältigeren Paraden und Abpraller verläuft endlich nicht mehr jede Strafraumszene gleich. Wir können aber auch nachvollziehen, dass manchen Spielern die Abpraller ins Feld zu häufig vorkommen.

Die Modi stagnieren

Auf dem Rasen hat sich in Fifa 15 also einiges getan, wie sieht's denn nun daneben aus? Nun, der »Be a Pro«- und der Management-Modus sind wieder mit von der Partie, stagnieren aber auf Vorjahresniveau. Abgesehen von den neuen und übersichtlicheren Menüs (die mit der Maus nach wie vor umständlich zu bedienen sind) gibt's nichts Neues - was nicht heißt, dass das Management langweilt, uns gefällt vor allem die Wechselperiode samt Scouting und spannendem Stunden-Countdown zum Transferschluss.

Den letzten Transfertag inszeniert Fifa 15 als spannenden Countdown. Den letzten Transfertag inszeniert Fifa 15 als spannenden Countdown.

Wobei da teilweise unrealistisch hohe Summen fließen, beispielsweise überwies der FC Bayern satte 20 Millionen Euro an unsere TSG Hoffenheim – für Kevin Volland. Das erscheint uns überzogen, denn der reale Volland besitzt zwar laut Transfermarkt.de tatsächlich einen Marktwert von 20 Millionen (Danke an unsere Community für diesen Hinweis!), Fifa 15 beziffert seinen Wert jedoch mit »nur« 6,5 Millionen. Zumindest nach Spiellogik hätten die Bayern also zu viel gezahlt. Unseren »Ultimate Team«-Kartenspielkader wiederum dürfen wir nun per Smartphone-App verwalten, zudem gibt's erstmals Leihkicker, die nur ein paar Partien absolvieren.

Auch das sind keine weltbewegenden Neuerungen, dennoch überzeugt die Modus-Vielfalt von Fifa 15 nach wie vor - schließlich gibt's auch noch Online-Saisons, die sich auch im Zwei-Spieler-Koop absolvieren lassen. Selbst erstellte Turniere mit bis zu 64 Mannschaften darf man allerdings wieder nur am eigenen PC bestreiten (und dabei theoretisch jedes einzelne Team steuern oder sich mit 63 Freunden duellieren), online bietet EA nur vorgefertigte Spielzeiten und -Ranglisten an - schade. Dafür liefen all unsere Internet-Partien flüssig und problemlos, die Verbindung war stets stabil.

Ohrenschmaus und -graus

Die elementare Stärke von Fifa 15 ist aber natürlich die Atmosphäre, vor allem dank des dicken Lizenzpakets. Apropos: Endlich hat sich EA auch die Rechte an der türkischen Süper Lig gesichert, die viele Spieler lange vermisst haben. Die dritte deutsche Liga fehlt hingegen nach wie vor. Zur exzellenten Stadionstimmung tragen auch die neuen club-eigenen Fangesänge, bei Liverpool etwa schallt selbstredend »You'll never Walk Alone« von den Rängen, zum Spielbeginn gibt's zudem passende Fan-Choreographien.

Nationalteam (Fifa 14) Nationalteam (Fifa 14)
Nationalteam (Fifa 15) Nationalteam (Fifa 15)

Die deutsche Nationalmannschaft in Fifa 15.

Die Kommentatoren Manni Breuckmann und Frank Buschmann erledigen ihren Job routiniert und geben wie gehabt nette Hintergrundinfos zu Spielern und Vereinen preis, leisten sich aber auch immer noch die altbekannten Aussetzen à la »Schöne Flanke! Oh, eine schlechte Flanke!« Auch perfekte Sprecher haben im modernen Fußball nun mal Seltenheitswert. Wenn das Heribert Faßbender noch erleben … obwohl, nein, vergessen Sie's.

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