Was haben die Invasion von Naboo aus Star Wars, die Schlacht auf den Feldern von Pelennor aus Herr der Ringe und der letzte Kampf gegen Thanos in Avengers: Endgame gemeinsam? Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, epische Proportionen und das Schicksal einer ganzen Welt steht auf dem Spiel, klar.
Doch wir meinen etwas gänzlich anderes. Schaut euch doch mal den Boden an, auf dem die Kombattanten ihr Gefecht austragen.
Die Schlachtfelder sind flach wie ein Pfannkuchen – sowohl im Weltall, auf einem fremden Planeten als auch in Mittelerde.
Aber warum? Die Antwort liegt in den Computereffekten.
Darum sind Schlachtfelder in Filmen und Serien immer flach
Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, müsst ihr eines wissen: In den Screenshots oben ist kein einziger echter Mensch zu sehen; alles stammt komplett aus dem Computer.
- Droiden und Panzer
- Iron Man und Thor
- Fußsoldaten, Reiter und Olifanten
Der Boden muss flach sein, weil keiner dieser später ameisengroßen Soldaten von Hand animiert ist. Jedes noch so kleine Hügelchen würde nämlich die sogenannte »Crowd Simulation« (zu Deutsch »Gruppensimulation«) verhunzen.
Ohne Crowd Simulation ginge bei riesigen Schlachten nämlich gar nichts. So bezeichnet man die digitale Erstellung und Steuerung großer Menschenmengen wie Stadionpublikum oder eben Armeen.
Dabei kommen sogenannte »Agents« zum Einsatz, welche die Gruppen steuern. Sie entscheiden, welche Figur wohin geht und was sie dort macht, etwa mit dem Schwert schlagen oder den Blaster abfeuern. Agents steuern unter anderem:
- Bewegung
- Reaktionen
- Abstand
- Blickrichtung
- Verhalten
So kann jede Figur scheinbar eigenständig auf ihre Umgebung reagieren, Hindernissen ausweichen oder auf Kommandos antworten. Im Video von Wired seht ihr das nachstehend am Beispiel von »Der Hobbit: Schlacht der Fünf Armeen«:
Link zum YouTube-Inhalt
Besagte Agents fungieren quasi als Gehirn einer Gruppe und für jede Entscheidung, die besagtes Gehirn macht, kann das Visual-Effects-Team dann Animationen hinzufügen. In diesem Short-Video von CGWHY auf YouTube wird es so erklärt:
- Wenn ein Soldat sich in der Nähe eines Gegners befindet, stoppt das Gehirn die Rennanimation und wechselt zur Kampfanimation.
Alles an einer epischen Schlacht wird von einer KI berechnet. Dadurch entsteht die Illusion, jeder Kombattant träfe seine eigenen Entscheidungen.
Jetzt kommt der flache Boden wieder ins Spiel.
Jede Entscheidung eines Agents ist zwar dynamisch – aber die Animation ist es nicht. Diese müssen vorab allesamt von Hand animiert werden. Das bedeutet auch, dass es beispielsweise nur eine Renn- und eine Kampfanimation gibt. Das fällt bei einer großen Schlacht mit hunderten und tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht auf.
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Und damit die Illusion der gigantischen Schlacht aufrechterhalten bleibt, muss der Boden flach sein. Nur so stehen sich Soldaten auf Augenhöhe gegenüber und die Animationen spielen sich korrekt ab. Andernfalls müssten VFX-Profis etliche Animationen für unterschiedliche Höhen programmieren.
Deshalb ist die einfache Lösung, das Schlachtfeld so flach wie möglich zu machen.
Es gibt Ausnahmen, bei denen sich Filmschaffende nicht nur auf CGI verlassen:
- Star Wars: In Episode 1 haben hunderttausend Zuschauer des Pod-Rennens Watte im Hirn
- Eine der spektakulärsten Schlachten von ganz Game of Thrones kommt fast ohne CGI aus
Wenn ihr also das nächste Mal Star Wars oder Herr der Ringe schaut, achtet mal auf die vielen namenlosen Soldaten und ihre Animationen. Möglicherweise entdeckt ihr ja Dubletten oder wiederkehrende Muster. Aber Obacht: Die Illusion der Schlacht ist dann dahin.
Habt ihr gewusst, wieso der Boden in Filmschlachten immer flach ist? Wenn nein, habt ihr jetzt eine Anekdote für die nächste Party.
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