Fortnite "zu gewalttätig": Battle-Royale-Shooter als E-Sport an US-Schulen gebannt

Obwohl Fortnite weder Blut noch Leichen enthält, ist es einer US-Schulbehörde "zu brutal": Das Problem könnten die realistischen Schusswaffen sein.

von Dennis Zirkler,
30.01.2020 11:50 Uhr

Fortnite ist auch ohne die Darstellung von Blut für eine US-Schulbehörde zu brutal. Fortnite ist auch ohne die Darstellung von Blut für eine US-Schulbehörde zu brutal.

Die US-amerikanische Organisation PlayVS, die seit 2017 E-Sport-Wettbewerbe zwischen amerikanischen High-Schools und Colleges ausrichtet, gab am 22. Januar 2020 bekannt, Fortnite als neue Disziplin aufnehmen zu wollen. Bislang wurden in diesen Wettbewerben schon, unter anderem, League of Legends, Rocket League und Smite gespielt.

Doch zumindest im US-Bundesstaat Kentucky wird daraus vermutlich nichts: Die Kentucky High School Athletic Association plant einen Verbot von Epics Battle-Royale-Shooter an allen Schulen, die an den von PlayVS ausgerichteten Wettbewerben teilnehmen.

»Zu brutal« für US-E-Sport

Obwohl in Fortnite auf die Darstellung von Blut, Verletzungen und Leichen verzichtet wird, ist das Spiel für Kentuckys High-School-Sportverband zu brutal. Der Kommissionsbeauftragte Julian Tackett begründet die Entscheidung folgendermaßen:

"Es gibt keinen Platz für Shooter-Spiele an unseren Schulen. Die Ankündigung ist besonders besorgniserregend, da sie am Jahrestag des Marshall-County-Zwischenfalls gemacht wurde, einem der dunkelsten Tage in der Geschichte Kentuckys."

Im Januar 2018 erschoss ein 15-jähriger Schüler an der Marshall County High School zwei Mitschüler, 18 weitere wurden verletzt. Trotz Comic-Grafik und abgedrehtem Fantasie-Setting nutzen die Spieler in Fortnite realistische Waffen wie Pistolen, Sturmgewehre und Schrotflinten - womöglich ein Grund, warum man in Kentucky den Shooter nicht an Schulen sehen möchte.

Das Verbot könnte nichts bringen

Auf Anfrage der Webseite Polygon antworte PlayVS, dass Fortnite allerdings gar nicht als Teil der offiziellen schulischen Wettbewerbe geplant ist. Stattdessen soll es in der sogenannten »Club-Liga« ausgetragen werden.

Die Teams treten hier nur im Namen ihrer Schule an, in den Schulgebäuden selbst wird aber nicht gespielt - Teilnehmende Bildungsstätten sind somit also nicht an die Regularien der staatlichen Schulverbände gebunden.


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