Vor einigen Tagen stand ich an der Tankstelle und wollte meinen eigenen Augen nicht trauen. 2,34 Euro für einen Liter Diesel. Spaß macht Autofahren mir so nicht mehr, denn jeder noch so kleine Tippser aufs Gaspedal reißt gefühlt ein Loch ins Portemonnaie. Da kommt ein Arcade-Rennspiel wie Forza Horizon 6 gerade richtig. Spritverbrauch, Versicherung und TÜV sind hier unbekannte Fremdwörter. Stattdessen stehen Fahrspaß und die Erkundung einer riesigen Open World im Vordergrund.
Nach Boxenstopps in Schottland und Mexiko geht es für die Horizon-Reihe mit Teil 6 erstmals nach Japan. Der Inselstaat im Fernen Osten liegt aktuell schwer im Trend: Mit über 40 Millionen Touristen war Japan zuletzt eines der meist bereisten Länder der Erde. Kein Wunder, dass sich auch die Spieleindustrie an diesem Setting versucht – AC: Shadows und Ghost of Tsushima haben bereits erfolgreich vorgemacht, wie’s geht. Jetzt zieht Microsoft im neuen Forza Horizon nach.
Für den 6. Teil haben sich die Forza-Macher einiges vorgenommen: Das Spiel soll schöner, größer und umfangreicher sein als alle bisherigen Serienteile. Ich konnte bereits reinspielen und den Entwicklern von Playground Games einige Fragen zum neuen Setting stellen. In der Preview erfahrt ihr, wie es sich in Tokyo so fährt und wo es noch Fragezeichen gibt.
Oh, wie schön ist Tokyo
Meine japanische Rennfahrer-Karriere startet ganz bescheiden in einem Vorort von Tokyo. Ich bin gerade mit nichts als meinem Koffer in Japan gelandet und knacke erstmal ein paar Nächte bei meiner Freundin Mei auf der Couch. Die hat mir vom Horizon Festival erzählt, das aktuell in Japan stattfindet.
Als Motorsport-Enthusiast kann ich mir das natürlich nicht entgehen lassen und bin Hals über Kopf nach Tokyo geflogen, um einen Startplatz bei diesem Event zu ergattern. Zu Spielbeginn bin ich allerdings ein absoluter Niemand und habe nicht mal ein eigenes Auto. Das leihe ich mir zunächst von Kollegin Mei. Und dann geht’s auch schon ab auf die Straße. Aber Obacht: In Japan herrscht Linksverkehr.
9:45
Probefahrt für Forza Horizon 6 - Das ist die Open World Japans!
Die Map von Forza Horizon 6 ist die bislang größte Karte der Serie. Sie entspricht jedoch nicht einer bestimmten realen Region, sondern soll laut der Entwickler vielmehr »die Essenz von Japan« darstellen – also quasi ein Best-of an Sehenswürdigkeiten und typischen Landschaften.
Und das klappt tatsächlich ziemlich gut. In Tokyo sause ich über die bekannte Rainbow Bridge, drifte auf der ikonischen Shibuya-Kreuzung und vorbei am Tokyo Tower. Im Vergleich zur echten Metropole ist das Forza-Tokyo zwar gar nicht mal so groß; für die Rennspiel-Reihe aber immer noch die größte Stadt, die es je in einem Horizon-Teil gab.
Auch außerhalb der Hauptstadt gibt es allerhand zu sehen: Auf dem Weg zum Mount Fuji liefere ich mir ein Wettrennen mit einem Shinkansen-Schnellzug, in den Bergen bewundere ich den atemberaubenden Nachi-Wasserfall und an der Küste im Süden wartet am Raumhafen Irokawa eine Rakete auf ihren Start. Wer nicht auf Sightseeing steht, kann natürlich auch einfach querfeldein durch die Reisfelder brettern.
Da Japan auch in der Realität sehr bergig ist, werden die einzelnen Landschaften im Spiel durch Bergketten und Höhenzüge voneinander abgegrenzt. Die vielen Hänge mit ihren langgezogenen Serpentinen laden förmlich zum Driften ein. Ich merke schnell: Das virtuelle Japan hat landschaftlich einiges zu bieten.
Was haben wir gespielt?
Über das Xbox Insider-Programm konnten wir vorab eine begrenzte Preview-Version von Forza Horizon 6 spielen. Wir konnten uns zwar frei in der Open-World bewegen, die Anzahl der Rennen war allerdings auf den Prolog und drei Qualifikationsrunden für das Horizon-Festival (circa anderthalb Stunden reines Gameplay) beschränkt. Fahrzeugpool, Tuning-Optionen und Basenbau waren eingeschränkt. Multiplayer und Jahreszeitenwechsel standen nicht zur Verfügung.
Karriere und Sightseeing
Ob das neue Forza einem fahrerisch taugt, hängt zunächst an der Frage nach dem eigenen Spielertyp. Horizon 6 ist nämlich in erster Linie ein Arcade-Racer. Der Fahrspaß steht hier entsprechend über der realitätsgetreuen Simulation. Zu bieten hat das Spiel aber definitiv eine ganze Menge.
Für Rennbegeisterte gibt es mit dem Horizon Festival wieder eine klassische Karriere von unten nach oben. Ich starte als Amateur und muss mir meine Sporen, beziehungsweise Festival-Bändchen erst verdienen. Um zugelassen zu werden, erledige ich zunächst vier Qualifier-Runden – genau die konnte ich in der Preview-Fassung spielen.
Danach sollen sich im Laufe der Karriere kleinere Herausforderungen wie Blitzer-Challenges mit den bekannten Showcases und den neuen Rush-Events abwechseln. Dabei handelt es sich um eine Art Zeitrennen mit Hindernissen und Highscore-Fokus.
Beim ersten Anlauf gibt mir das Spiel dafür ein Fahrzeug vor; habe ich das Rennen einmal absolviert, kann ich mein Auto danach frei wählen. Das soll laut den Entwicklern für mehr Wiederspielwert sorgen als bei den bisherigen Showcases.
Für die Querfeldeinfahrer, die lieber einfach die Open World erkunden, gibt es dagegen einen eigenen Entdeckermodus. Die »Discover Japan«-Missionen in der Kampagne sollen mich einladen, die verschiedenen Sehenswürdigkeiten abzuklappern und mit dem umfangreichen Fotomodus Bilder zu knipsen. So wollen die Entwickler die Erfahrung im Spiel verankern, als Tourist zum ersten Mal in Japan zu sein und in die reichhaltige Kultur des Landes einzutauchen.
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