Nachdem ich 2024 nach Jahren der Aufopferung die größte DSA-Kampagne überhaupt zu einem verdienten Finale gebracht hatte, brauchte ich einen Umbruch. Ich wollte weiter Das Schwarze Auge spielen, immerhin haben wir Aventurien nicht gerettet, um dann abzuhauen. Aber ich brauchte ein wenig Abwechslung.
Deshalb habe ich beschlossen, die Regelgrundlage DSA 4.1 in den Ruhestand zu schicken und auf die aktuelle DSA-5-Version zu wechseln. Da hing nur ein ganz schöner Rattenschwanz dran. Meine ganzen Verwaltungstools, wie das ehrwürdige Meistergeister, sind mit DSA 5 selten kompatibel. Also habe ich nach einer Alternative gesucht und bin schließlich an VTT Foundry hängen geblieben. Seitdem kann ich nicht mehr ohne dieses Programm.
Warum ich euch gerade heute davon erzähle? Bei Ulisses ist ein großer Sale mit bis zu 70 Prozent Rabatt auf alle Foundry-Produkte. Falls hier also jemand nach meiner kleinen Schwärmerei ebenfalls umsteigen will, spart diese Person dort eine Menge Dukaten.
4:35
Das Schwarze Auge: Diese Bände bereiten auf die nächste große Kampagne vor, in der ihr eine uralte Gegnerin bekämpft
Was ist denn ein VTT?
Kurze Exkursion, da der Begriff VTT vielen womöglich überhaupt nichts sagt. VTT ist die Abkürzung für Virtual Tabletop und bezieht sich auf alle Plattformen, die das Rollenspiel über das Internet vereinfachen sollen. Derartige Tools wurden vor allem während der Covid-Pandemie populär, waren aber auch schon davor im Kommen. Es gibt verschiedene dieser Plattformen und ihre grundlegendste Funktion liegt darin, für alle sichtbar Würfel zu würfeln.
Aber jedes VTT bietet inzwischen noch deutlich mehr Funktionen, die beim Pen&Paper-Spielen am PC helfen können. Dazu gehören:
- Bild und Ton: Wer auf Discord oder dergleichen verzichten will, kann darüber auch quatschen oder sein schockiertes Gesicht zeigen, wenn wieder ein Misserfolg gewürfelt wurde.
- Musik: Vor allem für mich wichtig, da ich sehr gerne meine Runden musikalisch untermale. Auch stimmungsvolle Geräuschkulissen kann ich so für alle hörbar einspielen.
- Bilder und Karten zeigen: Die digitale Oberfläche erlaubt es außerdem, dass ich Bilder von NPCs einblende oder direkt einen Bodenplan, auf dem die Spieler dann ihre Helden-Tokens hin und her bewegen können. Letzteres hilft insbesondere in Dungeons und bei Kämpfen.
Das sind nur die rudimentärsten Funktionen, dank aber immer ausgebuffteren Tools wie eben Foundry werden VTTs aber immer mächtiger. Die Dinger können inzwischen sogar von den Verlagen der Rollenspiele direkt mit Modulen bestückt werden. Dadurch werden Regelsysteme direkt in der Plattform integriert und das Programm übernimmt die Berechnungen.
So automatisiert Foundry etwa die Sichtbereiche von Figuren, Lichtverhältnisse, Würfelproben, Charakterbögen und liefert übersichtliche Datenbanken über alles Mögliche. Gerade für ein Spielsystem wie DSA 5 ist das ein wahrer Segen.
Für DSA fast schon ein Muss
Ich will hier keine Regeldiskussion lostreten – aber das Regelwerk von Das Schwarze Auge ist ... speziell. Schon seit DSA 4.1 aber auch bei DSA 5 ist das System dafür berüchtigt, völlig überfrachtet zu sein. DSA 5 ist zwar ein wenig logischer miteinander verknüpft als das völlig chaotische DSA 4.1, aber inzwischen auch ein unheimlicher Regelwulst mit hunderten Sonderfertigkeiten, Vorteilen, Nachteilen, Waffeneigenschaften, Zaubern, Liturgien, Ritualen, Tiergefährten, Fokusregeln und so weiter.
Und ja, ich bin einer von den Irren, die das sogar mögen. Zumindest in der Theorie finde ich es cool, meinen Charakter bis ins Detail auszuarbeiten. Aber in der Praxis erweist sich das vor allem am Spieltisch als viel zu aufwändig. Zumindest, wenn man dafür auf ein Tool wie Foundry verzichtet.
Ulisses hat wirklich eine vorbildliche Arbeit geleistet, um die ganzen Regeln von DSA 5 in Foundry funktional umzusetzen. Das Programm übernimmt also viel von dem, was mich andernfalls in die Verzweiflung treiben würde.
Beispielsweise werden Distanzen beim Fernkampf automatisch berechnet, gleiches, wenn Distanzklassen im Nahkampf eine Rolle spielen. Dann seh ich bei Angriffen auch immer, welche Sonderfertigkeiten hier möglich wären. Das System berechnet sogar, welche Zustände, Verzauberungen oder Lichtverhältnisse Proben erschweren.
Spieler können in ihren Charakterbögen direkt nachsehen, welchen Effekt eine Fähigkeit eigentlich hat. Es gibt zig hilfreiche, kostenlose Module, die weitere Automatismen ins Spiel bringen und völlig neue Möglichkeiten eröffnen.
Mit Foundry fühlt sich eine DSA-Runde an wie ein Oldschool-PC-Rollenspiel – was natürlich nicht jeder mag –, ich hingegen finde es einen angemessenen Nebeneffekt, wenn ich schon mit meinen Freunden nicht im selben Raum sitzen darf.
Es hilft bei der Immersion, es macht den Regelberg von DSA 5 bewältigbar und es fügt dem Spiel eine Ebene hinzu, die am Spieltisch überhaupt nicht denkbar wäre.
Wissen, worauf man sich einlässt
Die im aktuellen Sale verkauften Foundry-Inhalte sind super, um sich nach und nach die Plattform zusammenzusammeln, die man haben will. Wirklich wichtig fürs Spielen ist eigentlich nur das Grundregelwerk, aber zumindest aventurisches Götterwirken und Magie sind schon relevant, wenn man es ernst meint – so wie die Kompendien.
Der Rest ist Bonus, wenn auch sehr lohnenswerter Bonus. Beispielsweise bringen die Regionalbände interaktive Stadtkarten ins Spiel, bei denen Nachts sogar die Lichter angehen. Süß.
Es sind derartige Spielerien, die Foundry ihren Reiz verleihen.
Aber trotzdem nochmal die Warnung: Man muss sich da auch wirklich drauf einlassen wollen. Vor allem als Spielleitung, die sich in Foundry durchaus erst einarbeiten muss. Dabei helfen zum Glück einige sehr hilfreiche YouTube-Videos, wie etwa die von VTTom.
Es gibt aber noch mehr Hürden:
- Neben den (vielen) DSA-Modulen müsst ihr auch noch Foundry selbst kaufen, was nicht viel kostet und keine monatlichen Gebühren voraussetzt, aber eben hinzukommt. Und wer einige DSA-5-Bücher bereits als haptische oder digitale Regelwerke besitzt, zahlt letztendlich doppelt. Daher noch mal der Hinweis auf die aktuelle Rabattaktion.
- Am nervigsten kann es aber sein, sich mit der Technik rumzuschlagen. Hier und da kommt es schon zu Bugs und nur weil viel von Foundry automatisiert ist, ist es noch lange nicht alles. Gerade bei DSA, wo manche Effekte so situativ sind, dass ein Computer da keine Regel ableiten kann.
- Im Falle von Foundry kann es zudem zum Hindernis werden, eure Spieler ins Spiel zu lassen. Das ist für die zwar kostenlos, aber von Grund auf hostet man Foundry mit seinem eigenen PC als Server. Damit die Leute da auch draufkommen, ist umständliches Portforwarding nötig, was auch nicht immer zuverlässig funktioniert. Die Alternativen sind Server-Angebote wie etwa The Forge, das gut mit Foundry verbunden ist. Da warten aber wiederum dauerhafte Gebühren.
Einen Tod müsst ihr also sterben. Hat man aber die Zeit und die Leidenschaft, gibt Foundry vor allem als Plattform für Das Schwarze Auge auch eine Menge wieder zurück. Natürlich ist dann noch wichtig, dass auch eure Spielerinnen und Spieler darauf Lust haben. Die müssen sich im besten Fall ebenfalls zumindest ein bisschen in das Programm reinfuchsen, damit seine Vorteile auch zur Geltung kommen.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.