Diese Kolumne geht auf die Kappe der ehemaligen GameStar-Redakteure Christian Schmidt und Gunnar Lott. Denn das Konzept entstand, als ich mir schon zum zweiten Mal deren unterhaltsame Podcast-Staffel »Stay Forever spielt« zu Drachen von Laas anhörte.
Das eigentlich sehr mittelmäßige Uraltspiel führte mir nämlich vor Augen, was seit Jahren in Spielen viel zu kurz kommt: Es fordert die Lösungskompetenz und Eigenständigkeit des Spielers heraus und präsentiert nicht alles auf dem Silbertablett.
Im Podcast führt genau das zu Frust, zu Momenten, in denen die beiden langjährigen Spielejournalisten die Maus gegen die Wand werfen wollen oder sich bitterlich beklagen, dass einem das Spiel dies oder jenes schon mal hätte sagen können!
Doch am Ende sind sie sich dennoch einig, dass gerade das Überwinden der Probleme, die gefühlte Freiheit und die damit einhergehende Selbstwirksamkeit toll für das Erlebnis waren. Und ich als Zuhörer nicke eifrig. Wo bleibt der Spaß, wenn ich mir nichts mehr selbst erarbeiten muss, wenn ich nicht mehr leiste, als im gewünschten Moment eine Taste zu drücken?
Es muss nicht alles schwerer werden
Ich will damit nicht sagen, dass Spiele schwerer werden müssten oder auf ihre Tutorials verzichten sollen. Das wäre zu kurz gegriffen, ja sogar falsch.
Der entscheidende Unterschied lässt sich schön anhand des Gothic Remakes festmachen: Wie schon im Original gibt es da keine Questmarker, keinen Kompass und keine Lichtspuren, die mich zu meinem Ziel führen würden. In den meisten modernen Spielen wäre das fatal, dann wüsste ich schlicht nicht, wo ich hinmuss. So leicht ist es also nicht. Stattdessen beschreiben mir die Leute in Gothic, wo es langgeht. Ich muss mich dann anhand dieser Informationen und vielleicht mal mit einem Blick auf eine Karte in der handgebauten und markanten Welt orientieren.
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