Update vom 02.02.2026: Nach der Kontroverse um die standardmäßig zensierte Switch-Version von Dispatch hat Entwickler AdHoc mittlerweile angekündigt, gemeinsam mit Nintendo nach einer Lösung für das Problem zu suchen. Nintendo hatte zuvor betont, dass man Spiele eines Partners nicht eigenmächtig ändere, selbst wenn die Titel den eigenen Plattform-Richtlinien nicht entsprechen (via Insider Gaming).
Auf ihrem Discord schrieben die Entwickler: Die Leute haben ein Recht, unzufrieden zu sein. Wir haben daraus gelernt. Danke, dass ihr uns weiter die Treue haltet. Mehr Infos folgen in Kürze.
Ob und wann das Update zur Wiederherstellung der geschnittenen Inhalte folgt, ist aktuell noch offen.
Originalmeldung vom 29.01.2026:
Das Superhelden-Adventure Dispatch ist einer der großen Überraschungshits des letzten Jahres. Das Storyspiel ehemaliger Telltale-Entwickler mauserte sich innerhalb weniger Tage zum Publikumsliebling und konnte bei den Steam Awards 2025 sogar den Preis für das beste Story-Spiel für sich verbuchen.
Mit einigen Monaten Versatz ist Dispatch am 28. Januar 2026 auch für die Switch 1 und 2 erschienen. Doch die Switch-Version sorgt in der Community aktuell für großen Wirbel - denn im Gegensatz zu den anderen Fassungen ist das Spiel auf Nintendos Handheld-Konsolen standardmäßig zensiert.
19:03
Die beste Superhelden-Story seit Jahren gibt's nicht im Kino, sondern bei Dispatch!
Worum geht's genau?
Dispatch ist für seinen suggestiven Humor berühmt-berüchtigt. Das Spiel strotzt nur so vor anstößigen Witzen und auch die Themen Sex und Nacktheit werden explizit im Spiel verhandelt. Am PC und auf der PS5 können Spieler im Menü wählen, ob sie diese Szenen in ihrer gesamten Pracht zu Gesicht bekommen wollen, oder eben nur mit Zensurbalken.
Das Feature ist vor allem für Streamer nützlich, die vermeiden wollen, dass ihre Videos wegen Verstößen gegen Plattformregeln gelöscht oder demonetarisiert werden. In der Nintendo-Version von Dispatch lassen sich die Zensurbalken allerdings nicht ausschalten; Schimpfwörter werden ausgepiept und auch suggestive Geräusche und Soundeffekte wurden scheinbar entfernt.
Kritik aus der Community
Dagegen geht die Community auf die Barrikaden, denn die zensierten Teile sind aus ihrer Sicht ein wesentlicher Teil dessen, was Dispatch ausmache. Ein Spieler schreibt dazu auf Reddit, er fühle sich um eine authentische Erfahrung beraubt. Auf Twitter kommentiert ein anderer Fan:
Ich bin sehr enttäuscht vom Switch-Port. Es gibt keine Möglichkeit, die Zensur ein- und auszuschalten. Ich hätte es weniger schlimm gefunden, wenn das zuvor offen kommuniziert worden wäre, aber sie haben das bis zum Launch zurückgehalten. Hätte ich das gewusst, hätte ich stattdessen die PS5-Version gekauft.
Link zum Twitter-Inhalt
Ein anderer User schreibt: Dispatch ist auf der Switch stark zensiert, was das Spielerlebnis erheblich beeinträchtigt. Ich hätte dieses Spiel nicht für die Switch vorbestellt, wenn mir klar gewesen wäre, dass es diese Änderungen geben würde. Verdammt noch mal, sogar die Artbooks sind zensiert.
Link zum Twitter-Inhalt
Das sagen die Entwickler
Entwickler AdHoc hat bereits zu den Zensur-Vorwürfen Stellung genommen und versucht die aufgebrachten Fans zu beruhigen. Gegenüber Eurogamer versichert das Studio, die Kerngeschichte und die Gameplay-Erfahrung bleiben [auf der Switch] identisch.
Auf das Gesamterlebnis von Dispatch sollen die Änderungen keinen Einfluss haben, allerdings habe man sich in diesem Fall bestehenden Vorgaben von Nintendo beugen müssen:
Verschiedene Plattformen haben unterschiedliche Inhaltskriterien, und Einreichungen werden individuell bewertet. Wir haben mit Nintendo zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass die Inhalte des Titels den Kriterien für die Veröffentlichung auf ihren Plattformen entsprechen.
Dieser Rechtfertigungsversuch kann die Fans allerdings nur bedingt überzeugen. Für viele Spieler wirft er nämlich die Frage auf, warum Nacktheit und suggestive Witze in Dispatch zensiert werden mussten, wenn der Nintendo-eShop gleichzeitig eine Vielzahl unzensierter Hentai-Spiele
anbiete und auch Cyberpunk 2077 oder The Witcher 3 dort unzensiert erscheinen konnten. Die Zensurkriterien des japanischen Konzerns erscheinen ihnen willkürlich.
Der ursprüngliche Grund für die Zensurvorgaben seitens Nintendo dürften aber Anforderungen des japanischen Alterseinstufungssystems CERO sein. Selbst in der dortigen Ab-18-Kategorie ist explizite Nacktheit in Spielen nicht erlaubt. Um nicht mehrere Switch-Versionen von Dispatch erstellen zu müssen, hat Entwickler AdHoc wohl entschieden, die auf Japan abgestimmte Version einfach weltweit in den Handel zu bringen und damit zahlreiche Fans vor den Kopf gestoßen.
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