Gaming-Handhelds: Fünf Hersteller, die Steam Deck & Co. die Stirn bieten sollten

Meinung: Nach Valve, Asus und Co. wundere ich mich, warum diese fünf Hersteller noch keinen Steam Deck-Herausforderer in den Ring geworfen haben

Dieses Jahr wird Acer ganze drei Gaming-Handhelds auf den Markt bringen. Hier seht ihr den Acer Nitro Blaze 8. Ferner würde ich gerne von fünf weiteren Herstellern eigene Handhelds sehen. (Bildquelle: Acer) Dieses Jahr wird Acer ganze drei Gaming-Handhelds auf den Markt bringen. Hier seht ihr den Acer Nitro Blaze 8. Ferner würde ich gerne von fünf weiteren Herstellern eigene Handhelds sehen. (Bildquelle: Acer)

Das Steam Deck hat eine Lawine losgetreten, die bis heute ihren Lauf nimmt. Seit dem Release vor drei Jahren haben sich die tragbaren PC-Konsolen, laut dem Marktforschungsunternehmen IDC, sechs Millionen Mal verkauft (The Verge hat berichtet). 3,7 Millionen davon kommen nur vom Steam Deck. 

Es ist erfreulich, dass der Valve-Handheld immer mehr Konkurrenz bekommt und dadurch ein neues Marktsegment entstanden ist. Große Hardware-Hersteller wie Lenovo, Asus und MSI waren früh mit dabei. 

Bei mindestens fünf Hersteller wundert es mich allerdings, dass sie noch nicht in den Ring gestiegen sind. Dabei glaube ich, sie können den Markt noch einmal ordentlich aufrütteln.

1. Dell Alienware

Der Alienware UFO ist ein Konzept-Handheld, den das Unternehmen auf der CES 2020 gezeigt hat. (Bildquelle: The Verge YouTube) Der Alienware UFO ist ein Konzept-Handheld, den das Unternehmen auf der CES 2020 gezeigt hat. (Bildquelle: The Verge / YouTube)

Es wundert mich sehr, dass Dell Alienware bis jetzt noch keinen Gaming-Handheld auf den Markt gebracht hat, obwohl sie bei den Steam Machines (vor einigen Jahren) ganz vorn mit dabei waren. 

Alienware verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung von Gaming-Hardware und Komplett-PCs, was eine solide Grundlage für die Entwicklung eines Handheld-Geräts bieten dürfte. 

Auf der CES 2020 haben sie sogar einen Prototyp gezeigt, an dem das Unternehmen arbeitet. Passend zum Unternehmen trägt er den Codenamen »UFO«.

Die Marke genießt zudem eine große Fangemeinde und Markenloyalität, die bei der Akzeptanz eines neuen Gaming-Handhelds von Vorteil sein könnte. Zwar ist das Image der Alienware-PCs bei Enthusiasten etwas in Verruf geraten, aber dennoch halte ich einen Alienware-Handheld für wichtig, um diese Geräte für eine breite Masse greifbarer zu machen – vorausgesetzt der Preis stimmt.

2. Gigabyte

Gigabyte weiß, wie man Gaming-Hardware und Laptops baut. Sie könnten ihr Know-how für die Entwicklung eines Handhelds einsetzen. (Bildquelle: Gigabyte) Gigabyte weiß, wie man Gaming-Hardware und Laptops baut. Sie könnten ihr Know-how für die Entwicklung eines Handhelds einsetzen. (Bildquelle: Gigabyte)

Gigabyte hat eigentlich alles, was nötig ist, um einen Gaming-Handheld zu entwickeln:

  • Erfahrung mit PC-Hardware und deren Kühlung: Ihre Expertise könnte in einem leistungsstarken Handheld den Unterschied machen.
  • Wichtige Partnerschaften mit Nvidia und AMD: Die Verbindungen bieten ihnen möglicherweise Zugang zu den neuesten Technologien.
  • Globale Vertriebs- und Supportstruktur: Ideal, um ein neues Produkt weltweit zu launchen und zu unterstützen.

Während andere wie Zotac Gaming, Asus und MSI bereits vorangegangen sind und Acer gleich drei Handhelds in diesem Jahr plant, könnte Gigabyte mit seinem Know-how von den leistungsfähigen Aorus-Gaming-Laptops richtig punkten. Ihre Fähigkeit, High-End-Komponenten in ein kompaktes Format zu bringen, wäre genau das, was viele Spieler bei einem Handheld suchen.

3. Nvidia

Nvidia hatte schon einmal einen Gaming-Handheld. (Bildquelle: Nvidia) Nvidia hatte schon einmal einen Gaming-Handheld. (Bildquelle: Nvidia)

Alle PC-Handhelds von heute verwenden einen Chip von AMD. Der einzige weitverbreitete Handheld, der einen Prozessor von Nvidia verwendet, ist die Nintendo Switch.

Dabei gab es 2013 sogar einmal einen Nvidia-Handheld. Der Nvidia Shield Portable war praktisch ein Controller mit einem aufklappbaren 5-Zoll-Bildschirm. Dabei handelte es sich um einen Streaming-Handheld, auf dem ihr auch Android-Spiele spielen konntet. Der Shield Portable hat 265 Euro gekostet und laut den Aussagen von Nvidia CEO Jen-Hsun Huang sich nur bescheiden verkauft.

Das ist zwölf Jahre her. Heute ist es Zeit, einen neuen Versuch zu wagen. Ein neues Nvidia-Shield mit Windows als Betriebssystem und den modernen Grafiktechnologien, wie DLSS-Upscaling oder DLSS Multi Frame Generation des Unternehmens könnte genau die Konkurrenz sein, die Valve, Lenovo, Asus und Co. brauchen.

Mit Nvidia wären zudem alle drei großen GPU-Hersteller auf dem Handheld-Markt vertreten – das belebt das Geschäft. 

4. Samsung

Samsung hat tatsächlich ein angemeldetes Patent für einen faltbaren Handheld. (Bildquelle: Samsung) Samsung hat tatsächlich ein angemeldetes Patent für einen faltbaren Handheld. (Bildquelle: Samsung)

Diese Wahl mag seltsam für euch klingen, aber hört mich an: ein Handheld mit einem faltbaren Display!

Ich stelle mir ein solches Gerät aber nicht vor, wie ein Samsung Galaxy Fold, das sich praktisch zu einem Tablet auffalten kann, sondern eher wie eine Nintendo Switch Lite, die ihr mittig zuklappen könnt. 

Die heutigen Handhelds sind alle riesig und neue Modelle werden eher größer als kleiner. Das Steam Deck passt etwa in keine Jackentasche. 

Ein faltbarer Handheld im Stile der Samsung Galaxy Flip-Handys könnte genau das Richtige für Spieler und Spielerinnen sein, die ein kompaktes Gerät für unterwegs suchen.

Dabei gibt es allerdings zwei Hürden, die ich sehe:

  • Ein so kleines Gerät hat unweigerlich einen kleineren Akku.
  • Wenn der Handheld im zugeklappten Zustand auch noch einigermaßen dünn sein soll, bleibt nicht viel Platz für Kühlkomponenten.

Es wird vermutlich schwer sein, einen Handheld mit leistungsstarker Hardware in ein kompaktes und faltbares Gehäuse zu stecken. Vielleicht schafft Samsung es mit SteamOS und einem besonders effizienten Chip, wie beim Steam Deck. Am wahrscheinlichsten halte ich jedoch Android mit einem hauseigenen Exynos-Chip. Dann dürfte der Handheld nur für Streaming und Mobile-Games geeignet sein.

5. Razer

Der Razer Edge ist ein leistungsstarker Android-Handheld. Ich wünsche mir lieber einen »Razer Blade Portable«. Der Razer Edge ist ein leistungsstarker Android-Handheld. Ich wünsche mir lieber einen »Razer Blade Portable«.

Razer hat mit dem Edge zwar bereits einen Gaming-Handheld im Portfolio, doch handelt es sich dabei im Wesentlichen um ein kleines Tablet mit einem mitgelieferten Teleskop-Controller.

Ich wünsche mir, dass der Hersteller sich an einen echten Steam Deck-Konkurrenten herangewagt. Razer hat mit seinen Blade-Laptops genügend Erfahrung gesammelt und weiß, wie man leistungsfähige Hardware auf kleinen Raum packt.

Hinzu kommt, dass Razer viel Erfahrung mit Gaming-Peripherie hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Controller-Komponenten eines möglichen »Razer Blade Portable« sich auf dem Niveau seiner Wolverine-Controller bewegen werden.

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Wie geht es weiter?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass in den nächsten Jahren noch mehr Hersteller in den Markt für PC-Gaming-Handhelds einsteigen werden. Vor allem dann, wenn SteamOS für mehr Partner und Hersteller verfügbar wird. Das Betriebssystem ist kostenlos und somit ist die Einstiegshürde sowohl für Hersteller als auch für Käufer potenziell niedriger.

Am Ende bleibt die große Auswahl an verschiedenen Geräten vor allem gut für uns Spielerinnen und Spieler.

Gibt es bestimmte Hersteller, von denen ihr einen Gaming-Handheld erwartet? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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