17 Kampagnen! Dieses Strategiespiel ist riesig und wird bis heute gespielt

Die Erfolgsgeschichte von Battle for Wesnoth basiert auf einem einfachen Rezept: Keep it simple and stupid. 19 Jahre später hat sich das mehr als ausgezahlt.

Das Rundenstrategiespiel Battle for Wesnoth hat eine eingeschworene Community und einen sagenhaften Umfang. Aber was steckt hinter dem lang anhaltenden Erfolg? Wir haben die Entwickler gefragt. Das Rundenstrategiespiel Battle for Wesnoth hat eine eingeschworene Community und einen sagenhaften Umfang. Aber was steckt hinter dem lang anhaltenden Erfolg? Wir haben die Entwickler gefragt.

Es einmal besser machen als die Profis - welcher Spieler träumt nicht irgendwann davon, aus einer tollen Idee sein eigenes Spiel zu machen? Blizzard, Firaxis, Westwood oder Ensemble Studios - was die können, kann ich doch schon lange! Meist scheitern solche fixen Ideen, Projekte werden eingestellt oder kommen nie über die Planungsphase hinaus. Doch manchmal wird daraus ein Spiel, das tatsächlich auch noch nach Dekaden stolz an der Seite großer kommerzieller Produktionen steht.

Battle for Wesnoth ist rundenbasierter Strategie-Kult – und wir bereuen es, dass wir das Spiel erst im Januar entdeckt haben! Sein Reiz: Es ist simpel, kostenlos und wächst dank seines Open-Source-Prinzips ständig weiter, indem Spieler selbst zu Entwicklern werden können und neue Inhalte hinzufügen. 

Um die Geschichte hinter diesem kleinen Überraschungserfolg zu erfahren, haben wir uns tief in die Weiten des Internets aufgemacht, um mit den Erfindern zu sprechen und alte Dateien einzusehen. Dabei stießen wir auf Archive aus 19 Jahren aktiver Entwicklung zu einem Strategiespiel, das bis heute im Genre absolut einzigartig ist.

Michael Sonntag
Michael Sonntag

Michael Sonntag (thaner0s auf Twitch) ist Gaming-Journalist, Dozent und Geschichtenjäger. Strategiespiele wie Anno 1602, Stronghold, Empire Earth und Tropico haben nicht nur seine Kindheit geprägt, sondern ihm auch viel über Organisation und Risiko-Management im Alltag beigebracht. Er kritisiert nur, dass es dort kein Schnellspeichern gibt.

Die perfekte Mitte zwischen einfach und komplex

Entwickelt wurde Battle for Wesnoth ursprünglich von einer einzigen Person, nämlich David White. Die allererste Version entstand an zwei Wochenenden und erschien im Juni 2003 – beinahe ohne Namen, wie der Schöpfer in einem Beitrag verriet. »Es war spät in der Nacht, und ich wollte die Version 0.1 veröffentlichen. Ich murmelte Silben vor mich hin, bis mir ein Paar einfiel, das halbwegs vernünftig klang: ›Wesnoth‹.« Ein Spiel, das für ihn die Qualität kostenloser Spiele mit einer neuen Formel anheben sollte.

Die meisten Gratisspiele dieser Zeit waren in Whites Augen zu einfach und trivial oder zu komplex, sodass sie nicht funktionierten oder gar nicht umgesetzt werden konnten. Das bemerkte der Hobby-Progrmmierer auch bei seinen eigenen Versuchen:

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