Teste doch mal den GameSir G7 Pro
: Sowohl Kollegen als auch ihr habt mir der neuen Controller ans Herz gelegt. Nun konnte ich mich endlich selbst von ihm überzeugen und verstehe die Begeisterung.
Und der GameSir G7 Pro demonstriert eines: Drittanbietergeräte für unter 100 Euro haben in den letzten Jahren aufgeholt. Und zwar so sehr, dass sich Microsoft und Co. warm anziehen sollten.
Transparenzhinweis: Der Hersteller hat mir den GameSir G7 Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Lieferumfang und Ersteindruck
Hier gibt es etwas zum Basteln: Beim Auspacken des GameSir G7 Pros fallen schnell zwei zusätzliche Teile auf. Dabei handelt es sich um zwei alternative D-Pads. Das D-Pad (kurz für Directional Pad) ist das Steuerkreuz deines Controllers, mit dem man in vier Richtungen (oben, unten, links, rechts) Bewegungen ausführt oder Menüs bedient.
Vorinstalliert ist ein rundes D-Pad. Beiliegend ist noch ein einfaches Steuerkreuz und ein Kompromiss aus beidem. Ich habe mich, wie auf dem Bild unten zu sehen, recht schnell für die Kompromissvariante entschieden.
Ein weiteres Gimmick ist die wechselbare Frontabdeckung des Controllers. Sie hält magnetisch und kann ohne zusätzliches Werkzeug abgenommen werden. Anders als beispielsweise beim günstigeren EasySMX X10 liegt aber keine weitere Abdeckung zum Wechseln bei.
Immer mehr zum Standard werden bei Drittanbietern im mittleren bis hohen Preisbereich magnetische Ladestationen für kabellose Modelle. So ist es etwa beim PowerA Fusion Pro Wireless Lumectra (Test) oder auch beim 8BitDo Ultimate 2 Wireless (Test) der Fall.
Unterhalb des Ladedocks befindet sich ein Unterbringungsfach für den USB-Dongle. Die Funkverbindung kann aber auch über das Ladedock selbst oder Bluetooth hergestellt werden. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)
Auch der GameSir G7 Pro kommt mit Ladedock. Auf der Unterseite ist ein Fach für den USB-Dongle. Äußerst praktisch, denn das Ladedock selbst kann als Funkempfänger dienen. Dadurch braucht man den Dongle eigentlich nur, wenn man die Ladestation nicht am PC benutzen möchte.
Außerdem im Lieferumfang enthalten ist ein drei Meter langes, textil ummanteltes USB-C-nach-USB-A-Kabel. Das kann man entweder an die Ladestation oder an den Controller anschließen.
Wer mit dem Xbox-zertifizierten Controller an der Konsole spielen will, muss Letzteres sogar, denn das Gamepad bietet auf der Plattform nur den Kabelbetrieb.
Eine Besonderheit bei Drittanbietern: Der Controller hat einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss. Wer mag, kann hier also ein kabelgebundenes Headset oder Kopfhörer anschließen. Dadurch entsteht eine quasi-Kabelfreiheit, denn der Controller selbst ist ja kabellos.
Wie es sich mit dem Controller spielt
Der GameSir G7 Pro ist ein fantastischer Allrounder für jedes Controller-geeignete Genre. Beim Spielen haben mir die feinabgestimmten Vibrationen fantastisch gefallen.
Sie werden über insgesamt vier Motoren generiert. Zwei davon sitzen in den Triggern und zwei in den Haltehörnern. Dadurch kann der Controller detaillierter umsetzen, welcher Motor wann und wie stark aktiviert wird.
So werden Spiele wie Action-Adventures, die Vibration nutzen, immersiv unterstützt. Ich habe mit dem Controller etwa Echoes of the End und South of Midnight gespielt. Insbesondere in Kämpfen oder in Momenten mit Signalwirkung kommen die Vibrationen gut zur Geltung.
Die mechanischen Mikroschalter in den Aktionstasten haben einen kurzen Auslöseweg. Zusammen mit dem taktilen, mausähnlichen Klicken war ich beim Spielen von Metal: Hellsinger und Doom: The Dark Ages im Shooter-Himmel.
Spezifikationen
- Kompatibilität: Xbox Series X|S, Xbox One, Windows 10/11, Android, iOS, Steam Deck
- Verbindung: Tri-Mode (2.4 GHz Low-Latency Funk, Bluetooth 5.3 und USB-C kabelgebunden).
- Sticks- und Trigger-Typ: TMR-Hall-Effekt-Sticks (magnetisch) und Hall-Effekt-Analog-Trigger mit umschaltbarem Hair-Trigger-Modus
- Zusätzliche Bumper: 2 programmierbare Back-Buttons (M1/M2) auf der Rückseite
- Steuerkreuz und Bumper-Feedback: Mechanische Mikroschalter (taktiles Clicky-Feedback, ähnlich wie bei einer Gaming-Maus)
- Abtastrate (Polling Rate): 1.000 Hertz (sowohl kabellos via 2.4 GHz Funk am PC als auch kabelgebunden); 250 Hertz (limitiert durch Xbox-Konsole)
- Laufzeit: 40–50 Stunden (je nach Vibrationsintensität und Polling-Rate-Einstellung)
- Ladezeit: Ca. 2,5 Stunden bis zur vollständigen Aufladung via USB-C oder Ladestation
- Software: GameSir Nexus App
- Profile: Bis zu 3 On-Board-Profile direkt am Controller speicher- und umschaltbar
- Bewegungssteuerung: 6-Achsen-Gyroskop (unterstützt am PC und im Mobile-Modus).
- Vibration: Vier Motoren (2 asymmetrische Motoren in den Griffen, 2 Motoren in den Triggern für haptisches Feedback/Impulse Triggers)
- Features: Magnetisch abnehmbare, individualisierbare Faceplate, 3,5-mm-Audioanschluss (funktioniert auch im Funk-Modus), dedizierte Mute-Taste, beleuchtetes Logo.
- Abmessungen (L x B x H): 152 x 103 x 63 Millimeter
- Gewicht: 268 Gramm
- Lieferumfang: GameSir G7 Pro Controller, magnetische Ladestation (Dock), 2,4 GHz USB-Dongle, 3 m USB-C-Kabel (geflochten), Bedienungsanleitung, 1 Monat Xbox Game Pass Ultimate (für Neukunden).
Preis und Verfügbarkeit
- Release: Bereits erfolgt (Juli 2025)
- Preis: 100 Euro (UVP)
So habe ich getestet
Ich hatte das Produkt ungefähr acht Wochen lang im Einsatz. Während dieser Zeit habe ich mit dem Controller nach Feierabend sowie an den Wochenenden gespielt. Darunter waren die Shooter Doom: the Dark Ages und Metal: Hellsinger, die Action-Adventure Echoes of the End und South of Midnight und einige kleine Indie-Spiele.
Jeder Abschuss fühlt sich satt und präzise an. Das knackige Klicken der Tasten unterstreicht das. Allerdings sind die Tasten damit auch etwas lauter als bei ähnlichen Geräten ohne taktiles Feedback.
Mit 1.000 Hertz Abtastrate (mit und ohne Kabel) ist die Übertragung schnell und im Falle des GameSir G7 Pro auch stabil. An der Xbox wird aber wie immer auf 250 Hertz limitiert. Zudem kann der Controller hier nur mit dem Kabel benutzt werden.
Der Controller hat Glättungsringe. Glättungsringe sind der kreisrunde Rand im Gehäuse, aus dem der Stick herausragt.
Immer wenn der Stick ganz an den Anschlag gedrückt wird und man ihn kreisen lässt, berührt der Schaft des Sticks diesen Ring. Er dient dazu, weniger Reibungen durch die Sticks zu gewährleisten und soll für geschmeidige Bewegungen sorgen. Dadurch kann man besser zielen und generell steuern.
Es mag Geschmackssache sein, für mein Empfinden war die Kombination aus Glättungsringen und Widerstand beim Razer Wolverine V3 Pro aber besser abgestimmt. Faktoren wie die Controller-Größe oder das Gewicht können bei dem Eindruck aber auch eine Rolle spielen.
Was für mich der Sweetspot ist, gefällt jemandem mit kleineren oder größeren Händen unter Umständen überhaupt nicht. Am besten ist es immer, Geräte selbst auszuprobieren.
Der GameSir G7 Pro hat übrigens lange haltbare TMR-Hall-Effekt-Sticks und Hall-Effekt-Analog-Trigger mit umschaltbarem Hair-Trigger-Modus.
TMR-Hall-Effekt-Sticks
Was das ist: In den Sticks gibt es keine mechanischen Berührungen mehr. Stattdessen messen Sensoren über ein Magnetfeld, wohin ihr den Stick bewegt. Dadurch gibt es keinen Stick-Drift mehr: das heißt, dass keine Eingaben registriert werden, die nicht gemacht wurden.
TMR ist das Upgrade zum Hall-Effekt. Es verbraucht weniger Energie und reagiert noch feiner auf kleinste Daumenbewegungen.
Hall-Effekt-Analog-Trigger
Was das ist: Auch die hinteren Schultertasten (L2/R2 oder LT/RT) messen mit einem Magnet, wie tief sie gedrückt werden.
In Rennspielen beispielsweise kann damit feinfühliger Gas gegeben und das Pedal
stärker oder schwächer gedrückt werden. Da es keine mechanische Feder ist, die ausleiert, bleibt der Widerstand gleichmäßig.
Umschaltbarer Hair-Trigger-Modus (Schnellschuss-Modus)
Was das ist: Damit kann der Auslöseweg der Trigger verkürzt werden.
Das bedeutet, dass beispielsweise in Shootern wie Doom oder Metal: Hellsinger der Trigger nur angetippt werden muss, um zu schießen. Mit dem Hair-Trigger reicht ein minimales Antippen, und der Schuss löst sofort aus.
Dank Umschaltbarkeit kann frei gewählt werden, welcher Modus für welches Spiel bevorzugt wird. In einem Rennspiel wäre zum Beispiel ein längerer Triggerweg sinnvoll und für Shooter ein kurzer.
Hier hatte der Controller mich
Technik hin oder her: Ausschlaggebend sind auch Aspekte wie Haptik, Gewicht und Alltagstauglichkeit. Insbesondere bei Geräten, die man in den Händen hält, ist das essenziell.
Für mich meistert der GameSir G7 Pro alle Herausforderungen mit Bravour.
Warum mir die Haptik so wichtig ist: Viele Gamepads setzen diesen kleinen Aspekt meiner Meinung nach nicht ordentlich um. Nichts ist fieser als klebrige Controller. Mit ein Grund, warum ich privat größtenteils Gamepads ohne Gummierung benutze, wie den 8BitDo Ultimate 2 Wireless (Test).
Unbeschichtete Controller lassen sich schlichtweg einfacher reinigen und fangen gar nicht erst an, zu kleben.
Beim GameSir G7 Pro sind die Haltehörner matt gummiert und erinnern beim Anfassen an den beständigen Grip von Kletterschuhen oder auch an die Seitenbeschichtung bei sehr teuren Gaming-Mäusen. Hier klebt also nichts.
Dadurch kann ich unbekümmert die Vorteile vom Grip nutzen:
- Beim Spielen bleibt der Griff konstant und verrutscht nicht. Ich bleibe mit meinen Fingern genau da, wo ich sein möchte. Dadurch sind meine Hände lockerer, weil sie nicht zusätzliche Spannung zum Festhalten aufbringen müssen.
- Wenn ich das Gerät einhändig halte, etwa um mit der anderen Hand ein Getränk zu greifen, fällt es mir leichter, den Controller dabei nicht zu verlieren. Insbesondere, wer dabei gerne gestikuliert, wird das Problem von sehr glatten Controller-Oberflächen kennen, denn die fliegen einem bei leidenschaftlicher Gestik gerne mal um die Ohren.
Die klassische Xbox-Form liegt gut in mittelgroßen Händen, und das Gewicht ist mit 268 Gramm weder zu schwer noch zu leicht.
Wie schon erwähnt, kann die magnetische Faceplate abgenommen und ersetzt werden. Obwohl die Abdeckung nur durch Magnete hält, sitzt sie stabil und passt perfekt in ihren Platz.
Die Backpaddles lassen sich nicht nur abschalten, sondern auch komplett flachlegen. Das heißt, dass sie sich auf Wunsch nicht mehr von der Oberfläche des Controllers abheben und auch nicht gedrückt werden können.
Selbst bei wesentlich teureren Geräten wie dem Razer Wolverine V3 Pro (Test) ist das nicht möglich.
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High-End-Controller zum Mittelklassepreis: Der GameSir G7 Pro im Trailer
Solltet ihr euch den GameSir G7 Pro kaufen?
Der GameSir G7 Pro lohnt sich für euch, wenn ihr ...
- ... einen High-End-Controller für unter 100 Euro wollt.
- ... Tri-Konnektivität mit Ladestation und Akkufach möchtet.
- ... einen Controller mit wirklich gutem Grip wollt.
Alternativen zum GameSir G7 Pro
Wenn der GameSir G7 Pro euch nicht zusagt, gibt es einige Alternativen, die vielleicht eher zu euch passen:
- 8BitDo Ultimate 2 Wireless (Test), wenn ihr einen ähnlich guten Controller für weniger Geld möchtet, dessen Griffe nicht gummiert sind.
- Razer Wolverine V3 Pro (Test), wenn ihr einen der besten Controller für Shooter wollt, und die Backpaddles nicht abschalten müsst.
- PowerA Fusion Pro Wireless Lumectra (Test), wenn ihr ein besonderes Design und ebenfalls eine Ladestation möchtet.
Weitere Alternativen zum GameSir G7 Pro findet ihr in unserer großen Kaufberatung zum Thema:

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