Meine Klinge schneidet durch den Roboter, als wäre seine blecherne Panzerung aus Papier gefaltet. Während die Origami-Maschine fällt, drehe ich mich blitzschnell und schlage einer weiteren künstlichen Bestie noch in derselben Bewegung den Kopf ab. Meine Wurfmesser holen geschmeidig eine kleine Drohne aus der Luft, während ich meine Gestalt verändere.
Mein flinker Ninja transformiert sich im Sprung in einen wuchtigen Samurai, während der von meinem nächsten Schlag getroffene Gegner hilflos nach oben schnalzt. Mein scharfes Katana verwandelt sich in eine stumpfe, aber wuchtige Axt. Sie pfeffert den schwerelosen Roboter zurück auf den harten Boden der Tatsachen. Raum geleert, doch die nächste Prüfung wartet schon.
Es ist schwer, dem Flow
von Morbid Metal wirklich mit Worten gerecht zu werden. Denn während ich Run um Run in der Mischung aus Hack&Slash und Roguelike wage, dominieren mein Erlebnis vor allem Gefühle, nicht rationale Überlegungen. In den besten Momenten kämpfe ich nicht, ich verliere mich in einem Todestanz, in der jede Bewegung sich in einen instinktiven, rauen Impuls entlädt.
Eine Magie, die mich schon jetzt im Early Access mit den schwitzigen Händen am Controller vor den Bildschirm fesselt. Zumindest in den Gefechten selbst. Denn abseits davon stolpert die aktuelle Version vereinzelt noch etwas ungelenk über die eigenen Ambitionen.
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Morbid Metal - Das extrem stylische Hack&Slash aus Deutschland könnt ihr schon jetzt auf Steam ausprobieren
- ... ihr Returnal genauso verehrt wie Sekiro.
- ... ihr keine Angst vor knackigen Kämpfen und ständigem Scheitern habt.
- ... ihr gerne an Builds und Kombos feilt.
- ... ihr keine hohe Frusttoleranz mitbringt.
- ... ihr bei Hades vor allem Story und Figuren feiert.
- ... ihr ständig ein Gefühl von Fortschritt wollt.
Zuckerbrot und Peitsche im digitalen Wunderland
Morbid Metal ist eine schnörkellose Erfahrung. Etwas, das man eigentlich kaum glauben möchte, wenn man die beeindruckende Grafik das erste Mal sieht. Alles in mir möchte ihm den Stempel Unreal Engine 5 aufdrücken, aber beim Action-Roguelike lässt tatsächlich die Unity Engine die Muskeln spielen. Und wie! Lichtstrahlen streicheln wie goldene Finger über malerische Kirschblütenhaine, die filigrane Tempelanlagen einrahmen, wie ich sie erst letztes Jahr in Japan besucht habe.
Doch der idyllische Schein trügt. Kabel durchziehen die Landschaft wie Giftschlangen, die von einer Metallschrott-Ruine zur nächsten pilgern. Die Zeugen des gefallenen Fortschritts erinnern mich immer wieder daran, warum ich eigentlich hier bin. Mein Charakter ist nämlich kein Samurai oder Ninja, der sich durch das feudale Japan kämpft. Ich bin eine KI, die immer wieder die gleiche Testsimulation durchläuft – angetrieben von zwei technischen Stimmen, die eine warm und herzlich, die andere kalt und gnadenlos.
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