Kaffee kann man am besten ohne Elektronik genießen und das ist ganz leicht

Kaffee wie ein Profi zubereiten: Mit Handmühle, feinen Bohnen und Geduld. Warum manuelle Zubereitung dem Vollautomaten überlegen ist.

Für einen guten Kaffee setze ich überwiegend auf Handarbeit. Elektronisch ist nur mein Wasserkocher. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Für einen guten Kaffee setze ich überwiegend auf Handarbeit. Elektronisch ist nur mein Wasserkocher. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Nele Wobker: Ich trinke jeden Tag eine Tasse Kaffee. Selten auch mal zwei oder drei. Etwa dann, wenn ich zusätzlich zum Morgenkaffee noch in eine Kaffeerösterei gehe, wie in die von Barista Bernd Schmiedel, den ich im Rahmen unserer Degital-Detox-Woche interviewt habe.

Ich bevorzuge kein spezielles Kaffeegetränk. Ob schwarz, mit einem Schuss Hafermilch oder fancy Kreationen wie Flat White, Americano, Bumble oder, oder, oder: Wenn der Kaffee gut ist, mag ich ihn auch. Oft trinke ich inzwischen lieber gar keinen Kaffee mehr als schlechten.

Wichtig ist mir eine ordentliche Handmühle. Inzwischen habe ich davon mehrere, hier abgebildet sind aber bloß die beiden, die ich aktuell am häufigsten benutze. Die Schwarze kann sehr feinen, exakt gleichmäßigen Kaffee mahlen, wie ich ihn für die Zubereitung im Kaffeetiegel (auch Ibrik genannt) brauche. 

Die Holzmühle nehme ich gerne für Filterkaffee, eben weil sie über die Jahre ein Stück weit ungleichmäßig mahlt. Bei Filteraufgießkaffee mag ich es ganz gerne, wenn das Pulver nicht exakt gleichmäßig ist, auch wenn ein Barista hier vermutlich mit dem Kopf schütteln würde. Ich mag es so aber.

Früher habe ich mein gefiltertes Brunnenwasser aus der eigenen Bergquelle am Haus im Winter tatsächlich am liebsten auf dem Holzofen in der Küche erwärmt. Inzwischen nehme ich einfach einen Wasserkocher, damit es schneller geht (und weil der Ofen natürlich nur im Winter an ist).

Alles per Hand selbst zu machen, mit guten, ordentlich gerösteten Bohnen, hat für mich etwas Entspannendes. Der Stress fällt ab, ich genieße die Düfte, die beim Prozess entstehen, und freue mich auf meinen Kaffee. Wie auch bei Bieren habe ich immer mehrere Kaffeebohnensorten im Haus. Verschiedene Zubereitungen und Stimmungen erfordern eben auch unterschiedliche Bohnen. 

Wer sich einmal umgestellt und den bisschen Mehraufwand in Kauf genommen hat, will nie wieder zurück zum Kaffeevollautomaten. Da bin ich mir sicher.

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