Seit mittlerweile über 20 Jahren führt Fantasy-Autor George R.R. Martin seinen Web-Blog Not a Blog. Auf der Plattform teilt der Game-of-Thrones-Schöpfer seine Gedanken, Wasserstandsmeldungen zu seinen Fortschritten am Lied von Eis und Feuer und sogar Einverständniserklärungen für einen erzwungenen Schreib-Aufenthalt auf einer einsamen Insel.
Doch seit über fünf Monaten herrschte zuletzt Stille auf der Plattform; seit dem 19. Februar meldete sich dort nur Martins Angestellte zu Wort. Jetzt ist der 77-Jährige mit einem Update zurück - und das liest sich alles andere als optimistisch. Konkrete Neuigkeiten zu Winds of Winter gibt es nicht, stattdessen berichtet der Autor von Depressionen und den Schwierigkeiten des Altwerdens.
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Altwerden ist keine Freude
Unter dem Titel »Besser spät als nie« witzelt der Autor, dass seine Leser ja bereits länger nichts mehr von ihm gehört hätten. Das tue ihm leid. Doch trotz der Hilfe seiner Assistenten falle er in der letzten Zeit mit seiner Arbeit mehr und mehr zurück - wahrscheinlich gilt das auch für Winds of Winter, dem sechsten Game-of-Thrones-Band, der seit mittlerweile 15 Jahren auf Martins Schreibtisch liegt, obwohl der Autor das Buch nicht namentlich erwähnt. In den letzten Monaten sei viel passiert, schreibt Martin.
Einige großartige und aufregende Dinge. Träume, die wahr wurden. Aber es gab auch einige Albträume. Ich habe Freunde verloren. Mit Traurigkeit und Depressionen gekämpft. Das Schlimmste könnte sogar noch bevorstehen. Ich bin letzten September 77 geworden; und ich sage euch: Altwerden ist keine Freude. Aber es gab auch ein paar wirklich schöne Momente. Ich nehme an, so ist das im Leben einfach. Das kennt ihr ja auch aus meinen Geschichten.
- George R.R. Martin
Martins Bücher sind tatsächlich ein stetiges Auf und Ab. Mal erleben unsere Helden große Siege, ein paar Seiten weiter verliert ein Lieblingscharakter vielleicht tragisch sein Leben. Es scheint jedenfalls, als würde Martin aktuell eine schwere Zeit durchmachen und hätte mit persönlichen Verlusten fertigzuwerden. Womöglich fällt es dem Amerikaner auch deshalb schwer, fokussiert an The Winds of Winter weiterzuarbeiten - auch wenn das in den letzten 14 Jahren ebenfalls bereits der Fall war.
Viel Verständnis aus der Community
Die Äußerung, dass das Schlimmste noch bevorstehen könnte, macht Fans aktuell wenig Hoffnung, dass es Martin in absehbarer Zeit besser geht. Auf Reddit drücken viele Fans ihr Verständnis und Mitgefühl für den Autor aus und schildern ihre Gedanken zu Martins Post:
bethesdologist: Altwerden ist echt beschissen.
s4Nn1Ng0r0shi: Ganz viel Liebe für dich, George.
Sportsman180: Ich bin sehr froh, dass er es mittlerweile ernst nimmt, auf seine Gesundheit zu achten. Er hat auch ziemlich abgenommen. Vielleicht bleibt er uns so ja noch ein paar Jahre länger erhalten. Ich hoffe nur, dass es keine Anzeichen eines größeren Problems sind.
TooOnline89: Das war eine kurze, aber erschütternde Lektüre. Es scheint, als mache er eine extrem schwere Zeit durch. Vielleicht liegt es an seiner Gesundheit. Aber er ist verheiratet, und seine Äußerungen über Depressionen und das Alter lassen mich befürchten, dass vielleicht nicht er selbst krank ist. [...] So schlimm es auch ist, wenn die eigene Gesundheit leidet – wirklich schwer fällt es einem erst, wenn geliebte Menschen erkranken. [...] Ich hoffe, es geht ihm gut, und dass er – trotz der gelegentlichen Frustration der Fangemeinde über ihn – weiß, dass er enorm respektiert wird.
throwaway3685343: Ehrlich gesagt, ich glaube, die laute Reaktion auf das Ende von GOT hat ihn psychologisch sehr zögerlich gemacht, das Quellmaterial zu beenden. Mir ist bewusst, dass das letzte Buch von ASOIAF eine ganze Weile vor dem Serienfinale veröffentlicht wurde, aber trotzdem. Die Reaktion war so heftig, dass sie ihn wohl mehr abgeschreckt hat
9 Emmy-Nominierungen für hervorragende TV-Serie
Ein Highlight hat Martin aber doch am Ende seines Posts parat: A Knight of the Seven Kingdoms, die Serienadaption von Martins ebenfalls in Westeros angesiedeltem Heckenritter-Zyklus, hat bei der aktuellen Runde der Emmy-Awards gleich neun Nominierungen abgeräumt; darunter auch in der prestigeträchtigen Kategorie »Bestes Drama«. Verliehen werden die Emmys dieses Jahr am 15. September.
Eine andere Serie erwähnt Martin dagegen gar nicht: Das Spin-off House of the Dragon wird vom Westeros-Schöpfer mit keinem einzigen Wort bedacht. Denn mit dessen Autor Ryan Condal hat sich Martin aufgrund mehrerer kontroverser Story-Änderungen Mitte 2024 mehr oder weniger öffentlich überworfen - ebenfalls mittels eines Postings auf seinem Blog.
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