Die wichtigste Regel für euch ist der sogenannte gesetzliche Vorrang: Vermieter können eine Installation einer steckerfertigen Solaranlage
nicht mehr ohne weiteres ablehnen, solange ihr euch an gewisse Grenzen haltet:
- die Ausgangsleistung des Wechselrichters darf 800 Watt nicht übersteigen
- die maximale PV-Eingangsleistung (Peakleistung der Solarmodule) darf 960 Watt nicht übersteigen
VDE-Normen für Balkonkraftwerke: Was das ist und warum ihr sie beachten solltet
Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V., abgekürzt VDE, ist eine Organisation, die sich unter anderem um Normen und Zertifizierungen in der Elektrotechnik beschäftigt. Auch für Balkonkraftwerke und andere Solaranlagen gibt es vom VDE entsprechende Normen, die viele Fakten zum Betrieb und Anschluss der Systeme schaffen.
Diese Normen sind zwar keine Gesetze, sollte euch aber doch einmal etwas abfackeln, berufen sich Versicherungen üblicherweise darauf. Bedeutet: Ignoriert ihr die VDE-Normen, gibt es kein Geld oder zumindest sehr sehr viel Streit.
Die erste entsprechende Norm sah unter anderem vor, dass maximal 600 Watt (genauer: Voltampere) selbsterzeugter Strom ins Hausnetz eingespeist werden darf. Das hat angesichts damaliger Strompreise dafür gesorgt, dass ein Balkonkraftwerk mit guter Auslastung im ersten Jahr seines Betriebes gut 200 Euro auf der Stromrechnung einsparen konnte.
Bei einem Anschaffungspreis von damals gut 1.000 Euro für ein gängiges System mit 2x 385 Watt PV-Modulen, Marken-Wechselrichter mit 600 Watt und ein paar Kabeln, wären das also fünf Jahre, bis sich die Investition abbezahlt hätte.
Nun macht Eigenstromerzeugung oft aber Lust auf mehr, so dass bei vielen Nutzern schnell weitere Panele hinzu kommen werden, um selbst bei wolkigem Norddeutschlandwetter noch Energie ernten zu können. Irgendwann waren Regierung und VDE dann gnädig und die maximale Einspeiseleistung wurde auf 800 Watt erhöht. Und daran lässt sich auch etwas ändern.
Balkonkraftwerk mit mehr als 960 Watt: Diese Regelungen gelten
Da Balkonkraftwerke offiziell nur bis zu einer Modulleistung von 960 Watt Peak gelten, sind viele im Handel angebotene System genau genommen kein Balkonkraftwerk mehr.
Das steht so in der aktuellsten Fassung des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), das aber immerhin die Nutzung eines haushaltsüblichen Schukosteckers für Kleinstsolaranlagen bis 960 Watt Modulleistung erlaubt hat. Die wahren Balkonkraftwerke haben es am Einfachsten.
In einer neuen Norm des VDE aus dem März gibt es nun auch weitere Anweisungen für Sonnenfans mit höheren Ansprüchen bei der Modulleistung - eine erweiterte Meldepflicht und der Besuch eines Elektrikers gehören allerdings auch dazu.
Bringen eure Solarmodule mehr als 960 Watt aber unter 2.000 Watt Peak-Leistung, wird nämlich eine Einspeisesteckdose nötig, die wohl in keiner Wohnung einfach so bereits vorhanden ist.
- Stecker-Solaranlage (Balkonkraftwerk): Maximal 800 Voltampere (Watt) Wechselrichterleistung, maximal 960 Watt Peak-Solarmodulleistung. Pro: Keine Einspeisesteckdose nötig, keine Abnahme durch einen Elektriker, günstig in der Anschaffung. Contra: 800 Watt Einspeiseleistung nur unter Idealbedingungen möglich, kaum Überprovisionierung bei Solarpanels für Herbst und Wolkentage.
- Steckerfertige Kleinerzeungungsanlage: 960 bis 7.000 Watt Peak-Modulleistung, maximal 800 Watt Wechselrichterleistung. Pro: Der Überhang an Solarmodulen erzeugt auch bei schlechtem Wetter genug Energie, ideal für Anlagen mit Akkuspeicher. Contra: Einspeisesteckdose nötig, bei größeren Anlagen sollte auch die Strominstallation generell gecheckt werden. Dazu: mehr Bürokratie.
Unser Tipp: Wenn der Elektriker schon einmal da ist, sollte er auch gleich ein privates Smart Meter montieren. Damit lässt sich jeden Monat noch einmal Geld sparen. Geräte gibt es von Shelly, Ecoflow, Zendure und vielen weiteren Herstellern.
Damit lässt sich der Stromverbrauch anzeigen und ein Balkonkraftwerk so einrichten, dass immer nur so viel Strom eingespeist wird, wie auch tatsächlich benötigt wird. Vor allem in Kombination mit einem Akku und/oder einem dynamischen Stromtarif lässt sich der Strombedarf so hervorragend automatisiert einspeisen und zwischenlagern.
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