»Balkonkraftwerk« mit bis zu 7.000 Watt: Das geht, aber ...

Kleinerzeugungsanlagen dürfen bis zu 7.000 Watt produzieren. Wir verraten euch alles, was ihr über die Giga-Balkonkraftwerke wissen müsst.

Satte 7.000 Watt mit einem Balkonkraftwerk – wie ist das möglich?

Gar nicht, als Balkonkraftwerk mit Argumentations-Privileg, simpler Anmeldung und ohne Elektrikerbesuch geht eine solche Anlage nicht mehr durch. Wie schon bei den Systemen mit bis zu 2.000 Watt Solarmodulleistung ist auch hier eine Einspeisesteckdose Pflicht. Zusätzlich muss die Anlage mit dem Formular VDE-AR-N-4105 Anhang F gemeldet werden.

Auch Akkuspeicher sind in der neuen VDE-Norm für Energie-Kleinerzeugungsanlagen berücksichtigt. Dieser hier kann über seine Notstromsteckdose sogar E-Autos (langsam) laden. Auch Akkuspeicher sind in der neuen VDE-Norm für Energie-Kleinerzeugungsanlagen berücksichtigt. Dieser hier kann über seine Notstromsteckdose sogar E-Autos (langsam) laden.

Das ist zwar auch nicht allzu kompliziert, das Formular erfordert aber schon deutlich mehr Angaben als die vereinfachte Meldung eines schnöden Balkonkraftwerkes. Ansonsten gelten identische Anforderungen und Grenzen: Auch wenn ihr euch das Dach mit Solarpanels für 7.000 Wattpeak Leistung vollstellt, darf der Wechselrichter (oder der jetzt auch offiziell berücksichtigte Akku) maximal 800 Watt (Voltampere) einspeisen.

Warum dann der ganze Aufwand, die 7.000 Watt bringen dann doch gar nichts? Nicht ganz: Mit ausreichend Akkuspeicher lässt sich der Solarstrom trotzdem einfangen und später nutzen. Oder der Überschuss lädt das Elektroauto oder einen Pufferspeicher der Wärmepumpe.

Wer aber seinen Stromverbrauch perfekt optimieren will und so auch größere Verbraucher wie den Herd abdecken muss, kommt an einer großen Solaranlage mit dreiphasiger Einspeisung nicht vorbei. Und damit auch nicht um einen längeren Besuch des Elektrikers.

Einigen Akku-Balkonkraftwerk-Sets liegt ein solches Smart Meter light bereits bei, installieren muss es aber ein Elektriker. Voraussetzung: Netzwerkempfang beim Stromzähler. Einigen Akku-Balkonkraftwerk-Sets liegt ein solches Smart Meter light bereits bei, installieren muss es aber ein Elektriker. Voraussetzung: Netzwerkempfang beim Stromzähler.

Übrigens: Ein richtiges Smart Meter, das vom Netzbetreiber steuerbar ist, um zu hohe Einspeisungen netzdienlich abregeln zu können, wird erst bei über 7.000 Watt zur Pflicht. Theoretisch, denn auch bei kleineren Anlangen kann der Netzbetreiber es trotzdem fordern.

Es ist daher sinnvoll, vor dem Aufbau mit diesem zu reden und individuelle Forderungen zu berücksichtigen.

Kleinerzeugungsanlage mit bis zu 7.000 Watt: Umsetzung in 10 Schritten

SchrittWas du machen musstWichtig zu beachten
1. PlanungAnlage dimensionieren (Module + Wechselrichter)WR-Leistung entscheidend (nicht nur kWp!)
2. Komponenten wählenZertifizierten Wechselrichter nach VDE-AR-N 4105 einsetzenNA-Schutz integriert, Netzstützfunktionen Pflicht
3. Netzbetreiber-AnfrageAnlage beim VNB anmeldenOhne Zusage nicht bauen/anschließen
4. Anschlusszusage abwartenNetzverträglichkeitsprüfung abwartenKann Auflagen enthalten (z. B. Steuerbarkeit)
5. InstallationMontage durch FachbetriebKein Schuko, fester Anschluss
6. Zähler klärenZweirichtungszähler beantragen/setzen lassenMesskonzept mit VNB abstimmen
7. InbetriebnahmeAnlage durch Elektriker in Betrieb nehmenInbetriebsetzungsprotokoll erforderlich
8. RegistrierungIm Marktstammdatenregister eintragenFrist: max. 1 Monat
9. Einspeisung startenAnlage offiziell betreibenVergütung/Vertrag beachten
10. Optional: SpeicherSpeicher mit anmeldenZählt als Erzeuger im Entladebetrieb

Wie ihr merkt, so einfach wie ein kleines Balkonkraftwerk wird es mit steigender Leistung nicht mehr. Und ob sich ein solches Setup überhaupt lohnt, kommt stark auf euren Stromverbrauch an.

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