Mittlerweile geht der Trend in der Spieleindustrie eindeutig ins Digitale. Die Verkaufszahlen von physischen Spielen sind seit Jahren rückläufig; vor Kurzem hat Sony sogar angekündigt, die Produktion seiner Spiele auf Datenträgern bis zum Januar 2028 komplett einzustellen.
Schicke Boxen fürs eigene Spieleregal gehören dann eindeutig der Vergangenheit an. Und dass obwohl sie - das zeigt die öffentliche Entrüstung über Sonys Schritt - durchaus nostalgische Gefühle bei vielen Spielern auslösen. Deshalb startet der polnische Spiele-Shop GOG nun einen Schritt in die genau gegensätzliche Richtung.
Seit Jahren setzt sich das Portal gegen digitale Kopierschutz-Maßnahmen (DRM) bei Spielen ein; jetzt will GOG im Rahmen seines Preservation Programs auch die repräsentativen Pappboxen für das eigene Spieleregal zurückbringen.
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3D-Scans und Schachteln zum Selbstbasteln
Fertig gedruckte Schachteln per Post gibt's nicht - da müssen wir eure Erwartungen leider etwas drosseln. GOG ist nach wie vor ein rein digitaler Shop und wird für die Boxen nicht extra zum Versandhändler. Stattdessen liefert auch GOG die Nostalgie-Pakete in digitaler Form zum Selbstbasteln. Käufer ausgewählter Titel finden ab sofort hochauflösende Scans der originalen Spiele-Packungen als Goodie in ihrer Bibliothek.
Die Dateien liegen in gängigen Formaten wie PDF oder SVG vor und dienen als Vorlage für ein eigenes Papercraft-Projekt. Ihr druckt die Vorlagen aus, faltet sie zusammen und stellt sie euch ins Regal. Zusätzlich legt GOG die Schachteln als animierte 3D-Modelle für den digitalen Desktop bei. Zum Start des Programms sind folgende fünf Spieleklassiker dabei:
- Armikrog
- Descent
- Myst
- Star Trek: 25th Anniversary
- Hitman: Codename 47 (das Testvideo haben wir euch für den richtigen Nostalgie-Kick unten eingebunden)
PLUS
1:41
Hitman: Codename 47 - Test-Video - Test-Video
Für die Rückkehr der Schachteln kooperiert GOG mit dem Archiv-Projekt »Big Box Collection« von Benjamin Wimmer. Dieser sammelt und scannt seit 2015 die physischen Boxen alter PC-Spiele, um sie in 3D für die Nachwelt zu erhalten. Über 1.000 Spiele hat er so bereits katalogisiert.
GOG begründet die neue Initiative mit dem Erhalt eines wichtigen Teils der Spielekultur: Wenn sie euch keine physischen Spiele mehr geben wollen, dann macht sie doch einfach selbst! [... ] Physische Medien überdauern die Zeit nicht so gut wie Software; Pappschachteln gehen verloren, werden zerdrückt oder landen schlicht im Müll.
Die Vorlagen zum Ausdrucken sind für GOG ein logischer Schritt, um neben den DRM-freien Spielen auch ihre physischen Hüllen zu bewahren. Und außerdem sehen die Papp-Schuber im Regal auch einfach viel besser aus. Eine volle Steam-Bibliothek kommt schlichtweg nicht an das Gefühl des Stolzes ran, das aufkam, wenn man früher einem Kumpel das randvolle eigene Spieleregal zeigte.
Mit nur fünf Titeln ist der Boxen-Katalog bei GOG aktuell noch recht beschränkt. Es ist allerdings zu erwarten, dass die Sammlung in Zusammenarbeit mit Wimmer künftig noch deutlich weiter wächst; sonst hätte GOG die Initiative wohl nicht extra so groß angekündigt.
Was haltet ihr von der Rückkehr der physischen Spieleboxen bei GOG? Gute Sache oder sind euch physische Medien im Regal herzlich egal? Schreibt es uns in die Kommentare!
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