Als ich das erste Mal den S-Pen meines Samsung Galaxy S25 Ultra ausprobierte, erinnerte mich das an alte Nintendo-DS-Zeiten: ganz nett für kurze Klicks, aber für echte Handschrift auf Dauer viel zu nervig.
Jahrelang blieb der klassische Schmierzettel für mich deshalb die Notlösung. Nur in Ausnahmefällen, in denen ich keinen Stift und Zettel zur Hand hatte, kam Googles Notiz-App zum Einsatz.
Seit einem Monat verwende ich nun ein cleveres Setup aus Hardware und Software und eines steht fest: Ich habe die Art, wie ich meine Gedanken festhalte, komplett umgebaut und will nicht mehr zurück zum Zettelchaos.
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Wie eine smarte App-Gadget-Kombi meine Notizen revolutionierte
Mittlerweile nutze ich meinen E-Reader seit einem Monat als Notizbuch – neben seiner eigentlichen Funktion als Lesegerät. Statt der vorinstallierten Notiz-Funktion des Geräts nutze ich Google Keep. So heißt die hauseigene Notiz-App von Google mittlerweile.
Die Grundlage für mein System bildet der Boox Go 6 Gen 2. Dieser E-Reader kommt mit einem eigenen Stift für Notizen und besitzt im Gegensatz zu geschlossenen E-Book-Readern wie dem Amazon Kindle ein freies Android-System.
Über dieses kann ich alle Android-Apps installieren, die ich sonst auf dem Handy nutze – oder eben auf dem E-Reader brauche.
So wie die Google-Keep-App, die ich auf all meinen Android-Geräten installiert habe. Als zentrale Drehscheibe verbinde ich damit mein gesamtes Ökosystem nahtlos miteinander.
Auf dem E-Reader (Boox Go 6 Gen 2): Hier schreibe ich meine Notizen per Stift wie auf Papier. Dank Handballenerkennung lässt sich die Hand entspannt auflegen, und eine leicht angeraute Folie sorgt für die gewohnte Haptik. Der Reader ist extrem kompakt, passt in jede Hosentasche und ist unterwegs schneller griffbereit als Stift und Zettel.
Über den Google-Home-Speaker: Beim Kochen oder Aufräumen diktiere ich mit Googles Assistenten meine Gedanken einfach per Sprachbefehl. Das System verarbeitet die Sprachnotiz direkt und kann dank integrierter KI-Funktionen aus ungeordneten Sätzen sogar fertige Tabellen erstellen.
Am Smartphone und PC: Alle Notizen landen sekundenschnell in der Cloud. Beim Einkaufen habe ich die Liste sofort auf dem Handy. Am Schreibtisch tippe ich Gedanken direkt am PC weiter aus. Das umständliche Abfotografieren von Papierblättern gehört damit der Vergangenheit an.
Das clevere Notizsystem in der Praxis
Wie gut dieses System funktioniert, hat sich bei meiner stressigen Planung für die IFA gezeigt. Hier habe ich über die vergangenen Wochen immer wieder neue Informationen zu Terminen bekommen und musste zahlreiche Änderungen und Ideen in Notizen erfassen und verknüpfen.
Mit meinem System ging das problemlos, sodass ich das meiste bequem nebenbei auf dem E-Reader notieren konnte. Sollte eine Info schnell ins System eingetragen werden, habe ich meinen Google-Home-Speaker verwendet.
Dadurch hatte ich am Ende alle Infos kompakt in der Keep-Anwendung erfasst. Das hat auch den Vorteil, dass ich durch die Google-Einbindung meine Notizen direkt mit Gemini verbinden kann. Stört mich die Struktur oder muss ich mehrere Notizen zu einer zusammenfassen, reicht es, der KI einen entsprechenden Prompt zu geben.
Außerdem finde ich so Infos zu meinen Notizen noch leichter. Habe ich eine Frage zu einer bestimmten – auch handschriftlich erfassten – Notiz, kann ich Gemini einfach fragen und bekomme in kürzester Zeit eine passende Antwort. Und das ist schon verdammt praktisch. Vor allem, wenn ihr wie ich oft im Notiz-Chaos versinkt.
Google Keep macht teure Notiz-Tablets für mich überflüssig
Wer auf der Suche nach einem digitalen Notizbuch ist, stößt schnell auf spezialisierte E-Ink-Tablets wie das Viwoods AiPaper oder das reMarkable Paper Pure. Solche Geräte punkten zweifellos mit gestochen scharfen Displays – haben für mein Setup jedoch einen entscheidenden Haken: Sie sperren euch oft in ihr eigenes Ökosystem oder sind teurer (oder beides zugleich).
Von Boox oder Kobo bekommt ihr E-Reader mit Notizfunktion etwa schon ab 250 Euro und damit deutlich preisgünstiger als Viwoods oder reMarkable.
Da das Notiz-Gerät am Ende lediglich die haptische Leinwand darstellt und Google Keep die gesamte Arbeit im Hintergrund erledigt, bleibt die Wahl für euch aber sowieso flexibel. So könnt ihr euch frei zwischen Komfort und günstigem Preis entscheiden.
Ich empfehle euch jedoch, auf einen kompakten E-Reader im Hosentaschenformat zu setzen. Meinen Boox-E-Reader habe ich dadurch so gut wie überall dabei – genau wie früher den Schmierzettel, nur eben mit den intelligenten Cloud-Vorteilen der Google-Welt.
Für meinen Berufsalltag, in dem ich täglich unzählige Informationen notieren muss, ist dieses System die ideale Lösung. Aber auch im Alltag, wenn ich beispielsweise einen Einkaufszettel schreibe und die Infos von meinem E-Reader so direkt auf dem Handy abrufen kann.
Wer auf der Suche nach einem praktischen digitalen Begleiter ist, sollte das System auch mal ausprobieren. Wenn euch das am Ende nicht gefällt, spricht aber natürlich nichts dagegen, weiterhin auf Stift und Papier zu setzen.

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