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Dieses neue Rollenspiel hat Gothic alles zu verdanken

Neue Rollenspiele nehmen sich nur selten ein Beispiel an Gothic. Deutsche Entwickler wollen das ändern und gehen dafür ein großes Wagnis ein.

von Martin Dietrich,
20.05.2021 05:00 Uhr

Ein neues Gothic in 2D? Drova: Forsaken Kin orientiert sich sehr stark am großen Rollenspiel-Vorbild von Piranha Bytes. Aber wie weit reichen die Parallelen wirklich? Wir spielten Probe und sprachen mit den Entwicklern. Ein neues Gothic in 2D? Drova: Forsaken Kin orientiert sich sehr stark am großen Rollenspiel-Vorbild von Piranha Bytes. Aber wie weit reichen die Parallelen wirklich? Wir spielten Probe und sprachen mit den Entwicklern.

In der Taverne riecht es nach einer Prügelei. Zuvor hatte unser Held ohne Namen noch ein allzu erkundungsfreudiges Schaf namens Liesl zurück zu ihrer Weide gebracht. Jetzt steht vor uns aber ein kampferprobter Stinkstiefel.

Für die Erfüllung unseres nächsten Auftrags müssen wir ihm irgendwie klar machen, dass er abzischen soll. Werden die Lernpunkte, die wir in Stärke investiert haben, ausreichen, um den Hünen seine verdiente Abreibung zu verpassen? Damit er überhaupt daran denkt, sich mit uns zu kloppen, müssen wir ihn aus der Reserve locken. Und das geht doch bestimmt am besten über eine saftige Beleidigung. »Ich habe mich gerade gefragt, ob alle bei der Familie so hässlich sind wie du?«, pustet der Held etwas unbeholfen aus sich heraus.

Auch wenn sie sich so anhört: Die beschriebene Szene stammt tatsächlich nicht aus Gothic oder einem neuen Spiel von Piranha Bytes. Sie passiert im Steam-Rollenspiel Drova: Forsaken Kin, das kein Hehl daraus macht, welches Vorbild hier vor allem den Takt angibt. »Wir wollen den Spielern die Freude am Erkunden zurückgeben«, sagt Christian Sandkämper, der zusammen mit sieben weiteren Studenten am Indie-RPG arbeitet.

Ihr kleines Team geht dafür nicht in die Breite, wie es die Hochglanzwelten von Ubisoft, Rockstar und CD Projekt so gerne machen. Stattdessen soll die Spielwelt von Drova: Forsaken Kin übersichtlich bleiben und die Laufwege kurz. Eine Mini-Map wird es daher genauso wenig geben wie Quest-Markierungen. Die anvisierte Kompaktheit schmälert zwar auf der einen Seite das erhabene Gefühl, wenn einem ein ganzer Kontinent zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite sollen wir in Drova eine glaubhafte Gesellschaft vorfinden, die an fast jeder Ecke etwas Interessantes zu bieten hat. Genau hier kommt der Kultklassiker Gothic von Piranha Bytes ins Spiel.

Der Autor
Martin Dietrich hat sich in den letzten zwei Jahren für GameStar so intensiv mit Gothic beschäftigt, er darf sich mit Fug und Recht als »Volles Pfund aufs Maul«-Experte bezeichnen. Würde er aber nie, dafür ist er nämlich zu bescheiden. Er lässt lieber seine Reports für sich sprechen, etwa die fünfteilige Making-of-Serie zu Gothic mit all den Geheimnissen und Details, die ihr schon immer über die Rollenspielserie wissen wolltet.

Das Kampfsystem von Drova wagt keine Experimente und setzt auf vertraute Elemente, die schon gut harmonieren. Flow spielt dabei eine entscheidende Rolle und baut sich auf, wenn man den Gegner mehrmals hintereinander trifft. Jede besondere Fähigkeit des Helden und jeder Zauber brauchen eine bestimmte Menge Flow. Das Kampfsystem von Drova wagt keine Experimente und setzt auf vertraute Elemente, die schon gut harmonieren. Flow spielt dabei eine entscheidende Rolle und baut sich auf, wenn man den Gegner mehrmals hintereinander trifft. Jede besondere Fähigkeit des Helden und jeder Zauber brauchen eine bestimmte Menge Flow.

Der Ruf der Kolonie

»Was uns damals Gothic gegeben hat, war so das, wo wir relativ schnell erkannt haben, das fehlt uns heute«, beschreibt Sandkämper den Beginn der Entwicklung vor sechs Jahren. Damals ist er frischgebackener Erstsemester der Informatik und will unbedingt Spieleentwickler werden. Weil sein WG-Kumpel ähnliche Aspirationen hat und beide von Rollenspielen wie Gothic fasziniert sind, legen sie einfach mal los.

Der Projektname zu jener Zeit: Gothic 2D. Denn, das können die unerfahrenen Entwickler bereits abschätzen, eine konkurrenzfähige, dreidimensionale Welt überträfe schlicht ihre Kompetenzen.