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Seite 2: Gravity - Das All zieht an wie nie zuvor

Sandra Bullock überzeugt

Bei Sandra Bullock scheiden sich die Geister. Mal liefert sie eher fragwürdig-trashige Filme wie Taffe Mädels (2013) ab, dann sammelt sie mit einem gelungenem Drama wie The Blind Side (2009) einen verdienten Oscar ein.

Bei Gravity wird sich jedoch kaum ein Kritiker trauen, über ihre Leistung zu meckern. Und das zu Recht. George Clooney verschafft sich mit lässigen Sprüchen und charismatischem Lächeln zwar ordentlich Sympathien, doch getragen wird der Film eindeutig von Sandra Bullock. Und das hauptsächlich durch ihre Mimik, denn wirklich viele Dialoge gibt es im Weltraum nicht. Erst recht nicht, wenn radio silence herrscht, weil jeglicher Funkkontakt zusammengebrochen ist.

Gravity - Sandra Bullock im Interview 4:52 Gravity - Sandra Bullock im Interview

Durch Kameraperspektiven, die durch ihren Helm hindurch gefilmt wurden und durch Bullocks panisches Atmen, versetzt man sich sofort in die Lage der Weltraumnovizin. Ihre Panik, Desorientierung und Probleme mit der Schwerelosigkeit sind komplett nachvollziehbar. Sich mit so jemandem zu identifizieren fällt alles andere als schwer. Fast im Alleingang führt Bullock durch den Film und darf sich einer weiteren Oscarnominierung durch ihre Leistung fast schon sicher sein. Besonders schön ist, dass pathetische Rückblenden auf ihr Leben auf der Erde ausbleiben und dass Ryan Stones Geschichte fast komplett ohne emotional überstrapazierte Einlagen auskommt. Ein bisschen Backstory genügt, um der Figur genügend Tiefe zu geben.

90 Minuten Spannung pur

Gravity spielt in Echtzeit. 90 Minuten lang wird mit Dr. Ryan Stone gefiebert und um ihr Schicksal gebangt. Damit hat Cuarón so ziemlich genau die richtige Laufzeit getroffen. Alles, was darüber hinausginge, wäre vermutlich zu lang gewesen. Denn die Handlung an sich ist recht simpel.

Gravity - Astronauten über den Film 4:16 Gravity - Astronauten über den Film

Der zynische Zuschauer mag sagen, dass es unwahrscheinlich ist, die Hauptfiguren nach 90 Minuten emotionaler Bindung zum Zuschauer einfach sterben zu lassen. Doch wie der Film ausgeht, bleibt bis zum Ende ein Rätsel. Hier lässt sich wenig vorhersagen, alles scheint möglich. Für den weltraumunerfahrenen Zuschauer wirkt Stones Abenteuer realistisch und beklemmend. Erst durch Interviews mit echten Astronauten kommen kleine filmische Fehler ans Licht. Niemals wäre jemand wie Stone nach nur sechs Monaten Training ins All geschickt worden und Weltraumschrott, der groß genug für derartiges Zerstörungspotential ist, wird von der NASA getracked. Ein solcher Unfall wäre daher mehr als unwahrscheinlich.

Der Wirkung des Films schaden solch kleine »Fehler« jedoch nicht. Schließlich soll Gravity kein Dokumentarfilm sein. Das merkt man auch an der immer wiederkehrenden Symbolik, die Cuarón verwendet. Als Filmemacher ist man eben doch Künstler.

Fazit

Facompre Anne: Gravity ist ein beeindruckender Weltraum-Thriller. Das Budget von circa 80 Millionen Dollar ermöglicht einen Blick ins All, der realistisch und faszinierend wirkt. Sandra Bullock überzeugt und reißt mit. Man muss kein Sci-Fi Fan sein, um an diesem epischen Werk gefallen zu finden. Alfonso Cuarón liefert 90 Minuten pure Spannung für jeden Filmfan und wird nicht zu Unrecht bereits jetzt als großer Oscaranwärter gehandelt.

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