Die Disc als inhaltsloser Plastik-Dongle
Tatsächlich bieten Blu-Ray-Discs schon jetzt kaum noch einen echten Gegenwert oder Datensicherheit. Die Zeiten, in denen man ein Spiel einlegte und sofort ohne Internetverbindung das komplette Abenteuer erleben konnte, sind unwiderruflich vorbei.
Spiele sind längst so gigantisch, dass sie kaum noch auf ein Speichermedium passen. Das ist keine neue Entwicklung, so erschien GTA 5 etwa am PC auf sieben DVDs:
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Jüngste Beispiele wie 007 First Light oder das Gothic Remake zeigen, dass die Daten auf den gepressten Discs oft unvollständig oder ohne einen massiven Day-One-Patch gar nicht erst spielbar sind. Wer versucht, diese Titel komplett offline zu starten, blickt auf eine Fehlermeldung.
Unter diesen Bedingungen hat die Disc längst nur noch den Status eines sogenannten USB-Dongles, der lediglich die Lizenz prüft, während die eigentliche Software ohnehin aus dem Netz geladen werden muss. Im Fall von GTA 6 schützt sich Rockstar Games zudem effektiv vor vorzeitigen Leaks durch Logistikfehler und vorab verkauften Retail-Exemplaren.
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2016, also vor genau zehn Jahren, äußerte sich Kollege Markus Schwerdtel noch kritisch zu Download-Codes in Spielepackungen
Akzeptanz der digitalen Realität
Auch mir ist bewusst, dass das Fehlen von physischen Medien die Rechte von Käufern weiter einschränkt. Der Weiterverkauf wird unmöglich, und wir sind vollständig von den Preisen und der Infrastruktur der großen Plattform-Betreiber abhängig. Wenn Server abgeschaltet werden oder Lizenzen auslaufen, droht der Verlust des digitalen Eigentums.
Wer sich darum Sorgen macht, sollte weiter Shops wie GOG.com unterstützen: Hier ist jeder Download auch dann noch gültig, wenn die gesamte Infrastruktur offline sein sollte. Auch ist das Verschwinden von Discs ein Verlust für die Medienkonservierung, entsprechend entsetzt sind Videospiel-Historiker.
Am Ende muss jeder für sich entscheiden, ob er Initiativen wie Stop Killing Games (siehe oben) unterstützen will, DRM-freie Shops aufsucht oder gar einen kompletten Boykott von Spielen in Betracht zieht.
Ich habe dazu eine vielleicht arg fatalistische Meinung, sage aber auch mit Blick auf meine nie mehr angerührte Film- und Seriensammlung: Das Konsumverhalten der meisten Menschen hat sich unumkehrbar gewandelt. Spiele sind wie Musik und Filme zu einer temporären Dienstleistung geworden.
Die Aufregung um GTA 6 und Sonys Disc-Verzicht zeigt nur, in was für einer Blase Konsolenspieler die letzten zehn Jahre gelebt haben. Entsprechend überdreht finde ich den jetzigen Shitstorm. Und ihr?
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