Hardspace: Shipbreaker ist ein Anti-Aufbauspiel im Weltraum

Hardspace: Shipbreaker ist eine neue Physik-Simulation der Homeworld-Macher. Mit einem interessanten Twist: Statt etwas aufzubauen, müsst ihr Raumschiffe zerstören.

von Elena Schulz,
01.06.2020 15:00 Uhr

Genre: Physik-Simulation | Entwickler: Blackbird Interactive | Plattform: PC, PS4, Xbox One | Release: 16. Juni 2020

Eigentlich werkelt Blackbird Interactive ja gerade an Homeworld 3 - einem von Fans lang ersehnten Nachfolger zur SciFi-Echtzeitstrategie. Das ist aber nicht das einzige neue Weltraumspiel des Entwicklers!

Bereits am 16. Juni 2020 erscheint Hardspace: Shipbreaker auf Steam im Early Access, das vollkommen anders wird als Homeworld. Aber trotzdem ziemlich interessant klingt. Statt auf Weltraum-Romantik und spektakuläre Bau-Projekte setzt die Physik-Sandbox nämlich auf die (manchmal schmerzhafte) Realität im All.

Wie der gefährliche Alltag eines Schrottsammlers im All aussieht, zeigt auch der Trailer zum Spiel und lässt euch gleich noch einen Blick auf die ansehnliche Optik erhaschen:

Die Zukunft der Arbeit ist erschreckend & spannend! - Hardspace: Shipbreaker Gameplay-Preview 10:27 Die Zukunft der Arbeit ist erschreckend & spannend! - Hardspace: Shipbreaker Gameplay-Preview

Was macht Hardspace Shipbreaker besonders?

In Hardspace Shipbreaker sind wir selbst unser größter Feind. Warum? Nun, zum einen weil wir einen unfassbaren Schuldenberg angehäuft haben (999.999.999 Credits), den wir nun mühsam bei der Firma LYNX Corp. abstottern müssen. Zum anderen, weil jede falsche Bewegung im Weltraum einen unschönen Tod nach sich ziehen kann.

Wir machen uns also auf zu einer Raumstation und beweisen unsere »Anti-Aufbaukünste«. Während wir in anderen Spielen Raumschiffe und andere Konstrukte zusammenzimmern, müssen wir sie in Hardspace zerlegen - unter realistischen physikalischen Bedingungen. Und die sind im Vakuum des Weltalls eben komplett anders als auf der Erde. Schwierig, schwierig. Über das erfolgreiche Bergen der Teile verdienen wir dann wiederum die dringend benötigten Credits.

Das neue Spiel der Homeworld-Macher bietet also keine SciFi-Träume, sondern knallharte Weltraumrealität, bei der man sich schon mal mit ein bisschen zu viel Schwung ins Jenseits befördert.

Die wichtigsten Features auf einen Blick:

  • Keine epische Heldengeschichte: Ihr schlüpft in die Rolle eines gewöhnlichen Bergungsarbeiters.
  • Zerstören statt Aufbauen: Zerschneidet und zerlegt im Rahmen der Physiksimulation Objekte, die sich realistisch verhalten.
  • Wachst mit euren Aufgaben: Verbessert eure Ausrüstung, um Boni und neue Funktionen freizuschalten und immer schwierigere Aufträge zu meistern.
  • In der Early-Access-Version stecken aktuell der erste Akt der Kampagne (etwa 15 Stunden Spielzeit) und ein freier Modus ohne Story.
  • Was kommt noch? Später soll sich die Kampagne auf über 40 Stunden erstrecken. Auch weitere Missionstypen neue, größere Schiffstypen, Bestenlisten, tägliche Herausforderungen, Mod-Unterstützung und Verbesserungen versprechen die Entwickler für den finalen Release irgendwann 2021.

Für wen ist Hardspace Shipbreaker interessant?

Wer bislang mit realistischen Weltraum-Sandboxen wie Space Engineers oder Kerbal Space Program seine Freude hatte, sollte auch Hardspace Shipbreakers eine Chance geben - zumindest, wenn es euch nicht abschreckt, etwas abzubauen, statt es zu konstruieren. Das gestaltet sich hier schließlich ähnlich herausfordernd.

Space Engineers In der Weltraum-Sandbox Space Engineers dürft ihr eigene Raumschiffe und mehr entwerfen, um anschließend Weltall und Planeten zu erkunden.

Kerbal Space Program In Kerbal Space Program leitet ihr das Weltraumprogramm eines knuffigen Alienvolkes und müsst dabei funktionsfähige Raumschiffe bauen, die die Regeln von Aerodynamik und Orbitalphysik beachten.

Wer vor allem Weltraum-Action zugetan ist und Raumschlachten oder Erkunden zwischen funkelnden Sternen und geheimnisvollen Alien-Planeten liebt, sollte sich den Kauf aber gründlich überlegen.

In Hardspace reicht es zum Beispiel schon, sich etwas zu schwungvoll von einem Objekt abzustoßen, um anschließend durch die Bewegungsenergie weg von seiner Raumstation in den Tod befördert zu werden. Oder ihr setzt einen falschen Schnitt und das ganze Raumschiff, das ihr abbauen sollt, fällt in sich zusammen - oder explodiert und bläst euch einfach weg.

Der Umgang mit der Weltraum-Physik erfordert am Anfang etwas Ruhe und Geduld und die Herausforderungen finden eher im Kleinen statt als in der Eroberung fremder Welten - und mit beeindruckenden Bauwerken kann man eben auch nicht angeben.

Was gefällt uns bisher? Was gefällt uns nicht?

Stärken von Hardspace Shipbreaker

  • Bedachtes Vorgehen wird belohnt: Analysiert über einen Scanner genau die Strukturen, Materialien, wertvolle Objekte, Gefahren und atmosphärischen Bedingungen vor euch und plant genau, bevor ihr mit dem Abbauen loslegt.
  • Flexible Werkzeuge wie der Greifhaken, erlauben euch, Objekte einfach zu entfernen. Ihr könnt euch darüber aber auch an Dinge heranziehen oder davon wegstoßen. Auch mit dem Cutter sind je nach Situation präzise Schnitte oder großflächiges Abtrennen möglich.
  • Die zufällig generierten Schiffe unterscheiden sich voneinander und erfordern verschiedene Vorgehensweisen.
  • Reaktoren liefern besonders dramatische Herausforderungen: Als Herz jedes Raumschiffs bringen sie das meiste Geld. Wenn wir sie transportieren, wird ohne Kühlung aber sofort die Kernschmelze eingeleitet, was sie zu einer tickenden Zeitbombe macht.

Wie Scanner, Greifhaken oder auch das Schneidewerkzeug in Hardspace genau zum Einsatz kommen, zeigen euch die Screenshots:

Hardspace: Shipbreaker - Screenshots ansehen

Schwächen von Hardspace Shipbreaker

  • Die Weltraum-Sandbox wird kaum erklärt, was es schwer macht, sich in die Werkzeuge einzuarbeiten und für Frust sorgt, wenn eine Aufgabe misslingt, ohne dass die Ursache dafür wirklich klar ist.
  • In unserer Vorabversion stecken noch einige Bugs und Fehler. Beispielsweise werden trotz erkanntem Controller die Tastatur-Eingaben auf dem Bildschirm angezeigt. Laut Entwickler sollen die bis zum Early-Access-Release aber behoben sein.

Gerade bei einem Spiel, das viel Präzision verlangt, könnte sich das Warten auf Bug-Fixes, Verbesserungen und Komfort-Features lohnen. Hat man Spaß an komplexen Physik-Simulationen bietet Hardspace aber schon im Early Access viel - und das auch noch in schicker Optik.

Potenzial | Gut

Elena Schulz
@Ellie_Libelle

Hardspace Shipbreaker spricht eine ganz bestimmte Art Spieler an - nämlich die, die gerne Stunden an einee Rakete tüfteln, nur damit sie am Ende doch abstürzt, weil irgendeine Kleinigkeit nicht korrekt funktioniert hat. Im Fall von Hardspace macht man allerdings genau das Gegenteil - man baut komplexe Dinge präzise und vorsichtig auseinander, um nichts kaputt zu machen (oder sich in die Luft zu jagen). Gerade das umgedrehte Spielprinzip könnte frischen Wind ins Genre der Physik-Baukästen bringen und Hardspace von der Konkurrenz abheben.

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