Endlich kommt Bewegung ins Heimkino: Ich nenne euch 3 Gründe, warum TVs zum Spannendsten gehören, was 2026 zu bieten hat

Uns stehen gleich drei neue Technologien ins Haus und die könnten vor allem TVs ordentlich umkrempeln.

RGB-LED könnte Mini-LED-TVs einen gehörigen Schub verpassen. (Bildquellen: Sony, Maxe S., GemStar) RGB-LED könnte Mini-LED-TVs einen gehörigen Schub verpassen. (Bildquellen: Sony, Maxe S., GemStar)

Ich schaue immer ein wenig neidisch auf die Smartphone-Kolleginnen und -Kollegen. Gefühlt gibt es da Neuigkeiten im Wochentakt. Im Heimkinobereich ist das anders.

TVs, Soundbars, Streaming-Sticks: Die Technik bleibt hier über lange Strecken oft stagnant oder verbessert sich nur in kleinen Sprüngen. 

Doch 2026 wird mein Jahr! Es stehen uns gleich drei neue Technologien ins Haus, die vor allem TVs maßgeblich beeinflussen könnten (und einige davon auch sicher werden).

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur, und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Natürlich kommt der Sound auch nicht zu kurz.

3 Technologien, die 2026 wichtig werden

Ich schaue von 06. bis 09. Januar gespannt nach Las Vegas, wenn die alljährliche CES stattfindet. Dort stellen die Techriesen nicht nur ihr neues Line-up vor, sondern werden sicher auch neue Informationen zu den kommenden Technologien liefern.

1. Dolby Vision 2

Die auffälligste Neuerung für 2026 wird wohl Dolby Vision 2 sein. Quasi aus dem Nichts hat Dolby seinen neuen und verbesserten Standard angekündigt.

Dolby Vision ist ein HDR-Format, das dynamische Metadaten einsetzt, das die Kontrasterweiterung pro Szene oder sogar pro Bild berechnet. Kurzum: Die Bildqualität wird durch akzentuierte Kontraste verbessert.

Dolby Vision 2 soll das Bild in vier Bereichen aufbrezeln; es geht nicht mehr nur um HDR.

  • Precision Black: Diese Funktion soll feine Details in dunkleren Szenen besser hervorheben, ohne dass die Szene an sich darunter leidet. Schwarz soll nicht zu grau werden, wir sollen Menschen oder Gegenstände in einem finsteren Raum trotzdem besser sehen können.

Dieses Bild kontrastreich darzustellen, ist selbst für Oberklasse-TVs schwierig. Dolby Vision 2 könnte dabei helfen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Dieses Bild kontrastreich darzustellen, ist selbst für Oberklasse-TVs schwierig. Dolby Vision 2 könnte dabei helfen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

  • Bidirektionales Tone Mapping: Das soll erlauben, die Inhalte gezielter an Premium-TVs anzupassen. Das heißt: je besser euer Fernseher, desto besser auch die Bildqualität.

Was ist »Tone Mapping«?

Tone Mapping ist ein Prozess in der Bildverarbeitung, der den Dynamikumfang eines Bildes an die Anzeigefähigkeiten eines Geräts anpasst, um Details in hohen und niedrigen Lichtbereichen sichtbar zu machen.

  • Light Sense: Das Feature soll Lichtsensoren an TVs diffiziler arbeiten lassen. Ein Lichtsensor passt die Helligkeit des Displays an die Umgebung an.
  • Authentic Motion: Dolby bezeichnete diese Funktion als das »weltweit erste kreative Tool zur Bewegungssteuerung«. Anstatt einer pauschalen Zwischenbildberechnung, können Filmemacher nun Szene für Szene festlegen, wie die Bewegungsdarstellung erfolgen soll.

Für mich ist Dolby Vision 2 eine bunte Mischung. Vor allem gespannt bin ich auf Precision Black, da ich mir hiervon die meiste Bildqualität verspreche. Bidirektionales Ton Mapping und eine verbesserte Lichtsensorsteuerung können womöglich noch ein paar Quäntchen aus dem Bild herausholen.

Bei Authentic Motion bleibe ich skeptisch. Meiner Meinung nach wäre es an der Zeit, von 24 Bildern pro Sekunde bei Filmen und Serien wegzukommen. Zwischenbildberechnung – egal wie – bleibt immer ein Behelf; nativ ist für mich die Lösung.

Video starten 51:20 OLED: Die Lichtgestalt für Gamer oder übertriebener Hype?

2. TVs mit RGB-LED

Was ist dann RGB-LED? Für die Hintergrundbeleuchtung von LED-TVs kommen üblicherweise einzelne weiße oder blaue LED zum Einsatz. Bei RGB-LED ist es so, dass stattdessen drei LEDs leuchten, und zwar in Rot, Grün und Blau. Davon profitieren vor allem Mini-LED-Fernseher.

Herkömmliches Backlight RGB-LED Herkömmliches Backlight RGB-LED

Auf der linken Seite seht ihr, dass die Hintergrundbeleuchtung bunt ist. Das ist neu bei RGB-LED. (Bildquellen: Sony)

Drei bunte Dioden haben einen signifikanten Vorteil: Die Grundfarben können das Bild auf dem Display gezielt unterstützen.

Das soll viele Vorteile bringen, so Sony:

  • Breiteres Farbspektrum: Wenn die Farbe der Hintergrundbeleuchtung mit der Farbe auf dem Schirm passt, entstehen weniger Misstöne in den Zwischenräumen. Der DCI-P3-Farbraum soll zu 99 Prozent abgedeckt werden, der breitere BT.2020 bis zu 90 Prozent, ein Unikum bisher.
  • Höhere Spitzenhelligkeit: Sony spricht von bis zu 4.000 Nits. Das wäre Spitzenklasse; der Bravia 9 kommt »nur« rund auf die Hälfte.
  • Bessere Blickwinkelstabilität: Helle Hintergrundbeleuchtung lässt das Bild bei LED-TVs verblassen, weil sie durchstrahlen. Bei RGB LED passiert das nicht, weil die Hintergrundbeleuchtung bereits die »richtige« Farbe zeigt.
  • Weniger Clouding: Helle Lichtwolken entstehen bei LEDs immer dann, wenn helle Objekte vor schwarzem Hintergrund stehen. Ist die Hintergrundbeleuchtung nicht einfach nur hell, sondern farbig, wird das verringert.
  • Leicht geringerer Stromverbrauch: Die Hintergrundbeleuchtung leuchtet nur in den benötigten Farben und nicht als Ganzes. Das dreht an der Strompreisschraube, wenn auch nur ein kleines Bisschen.
Mini-LED-Farbraum Mini-LED-Farbraum mit RGB-LED Mini-LED-Farbraum Mini-LED-Farbraum mit RGB-LED

Was aussieht wie ein Hügel in Minecraft, zeigt die Farbabdeckung im dreidimensionalen Raum. (Bildquellen: Sony)

Ich freue mich auf die verbesserte Hintergrundbeleuchtung, weil Mini-LEDs damit ein gutes Stück weit besser werden könnten. Oftmals sind nämlich diese klein wirkenden Änderungen das Zünglein an der Waage.

3. HDMI 2.2

Zugegeben: HDMI 2.2 steckt noch in den Kinderschuhen; der neue Standard wurde erst dieses Jahr auf der CES vorgestellt. Beim Vorgänger 2.1 hat es auch Jahre gedauert, bis er flächendeckend integriert war.

Trotzdem blicke ich HDMI 2.2 freudig entgegen – und das, obwohl es auf TVs erst mal gar nicht so viel bringt. Auf dem Datenblatt stehen 8K bei 240 Hertz aber natürlich hervorragend aus.

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8K-Filme, -Serien und -Spiele sind nach wie vor Mangelware; meist wird 4K-Auflösung interpoliert. Auch TV-Displays erreichen momentan höchstens 144 Hertz (etwa Modelle von TCL oder Sharp), wodurch eine höhere Bildrate nicht wirklich ausgenutzt werden kann.

Allerdings weitet der neue Standard einen Flaschenhals, der sich in Zukunft auszahlen könnte. Und dann ist das auch noch das neue »Latency Indication Protocol« oder auch LIP. Das soll Audioverzögerungen minimieren, wenn das Signal durch mehrere Geräte geschleift wird. Ein Beispiel wäre vom TV über einen AV-Receiver zu einem Ausgabegerät wie einer Soundbar.

Fazit

Uns stehen gleich drei Neuheiten ins Haus. Auch wenn keines davon eine glitzernde, gänzlich neue Technologie ist, die uns ins nächste Jahrtausend katapultiert, glaube ich daran, dass die Qualität von TVs in 2026 und darüber hinaus zunehmen wird.

  • Dolby Vision 2 sorgt auf Software-Seite dafür, dass bestehende Technologien besser ausgenutzt werden.
  • RGB-LED rückt Mini-LED-Fernseher näher an OLED heran und macht sich nochmal besser.
  • HDMI 2.2 betritt Neuland und bereitet kommende TV-Generationen auf bessere Technik vor.

Wir werden die CES 2026 natürlich bei GameStar Tech begleiten. So sehr ich mich auf die drei Technologien freuen, am spannendsten sind doch immer die Technologien, von denen man noch gar nichts weiß, oder?

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