Zu heiße Grafikkarten: Wie ein Youtuber mit einem riskanten Experiment über 45 Grad einspart

Videospeicher auf RTX 3080 und Co. kann richtig heiß werden. Mit einem simplen Trick lässt sich das verbessern, empfehlenswert ist es allerdings nicht.

von Alexander Köpf,
14.03.2022 11:15 Uhr

Die sogenannte Kupfer-Mod ist nicht für jeden Nutzer ratsam. Die sogenannte Kupfer-Mod ist nicht für jeden Nutzer ratsam.

Grafikkarten können schon mal richtig heiß werden. Das liegt nicht nur an der GPU, also dem eigentlichen Grafikchip. Auch andere Komponenten können sich unter Volllast richtig stark aufheizen. So zum Beispiel der Videospeicher, also der Arbeitsspeicher der Grafikkarte. Worin sich RAM und VRAM unterscheiden, lest ihr in einem separaten Artikel.

Gerade bei den aktuellen Modellen der RTX-3000-Reihe von Nvidia klettern die Temperaturen schnell mal in die Höhe. Besonders betroffen sind Karten, auf denen der schnelle GDDR6X-VRAM verbaut ist. Das ist bei folgenden Modellen der Fall:

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Hier kann der Videospeicher bis deutlich über 100 Grad heiß werden. Das liegt zwar innerhalb der Spezifikationen, die laut Hersteller Micron von 0 bis 105 Grad reichen und auch einen gewissen Spielraum darüber hinaus haben, dennoch ist es immer besser, elektronische Bauteile möglichst kühl zu halten. Denn bei steigender Temperatur greifen irgendwann Begrenzer. So wird etwa die Taktrate durch sogenanntes Throttling automatisch gesenkt, wodurch Performance verloren geht.

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Kupferplättchen statt Wärmeleitpads

Der Youtuber DandyWorks hat sich diesem Problem nun angenommen und ein interessantes, wenngleich riskantes Experiment gewagt:

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Auf seiner Nvidia Geforce RTX 3070 Ti hat er die Wärmeleitpads, die ab Werk den Videospeicher mit den Heatpipes respektive Kühlelementen verbinden, einfach durch Kupferplättchen ersetzt. Obwohl einfach es nicht wirklich trifft.

Warum Kupfer? Kupfer ist nicht nur einer der besten elektrischen Leiter, weshalb es in unter anderem in Kabeln verwendet wird, sondern hat auch besonders gute Wärmeleiteigenschaften. Es leitet die Wärme jedenfalls weit besser ab als die dicken Wärmeleitpads, wie das Experiment belegt.

DandyWorks ist es damit gelungen, die Temperaturen unter Volllast von knapp 110 auf 64 Grad zu senken, also um ganze 46 Grad.

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Bitte nicht nachmachen!

Aber wie bereits erwähnt, ist Kupfer gerade wegen seiner elektrischen Leitfähigkeit so beliebt. Das heißt, es kann Kurzschlüsse verursachen und eine Grafikkarte völlig zerstören oder im einen Brand verursachen. Deswegen bitten wir euch, das oben gezeigte Video nicht nachzumachen.

DandyWorks hat alles rund um den Grafikspeicher mit einer Schutzfolie überklebt, sodass beim Verrutschen der Kupferplättchen die anderen Bauteile nicht beschädigt werden. Beim Montieren geht aber trotzdem eine Bedrohung durch Kupferstaub aus, der natürlich ebenso leitfähig ist und dadurch zur potenziellen Brandgefahr wird. Um die Kupferplättchen von Grat zu befreien und möglichst glatt zu bekommen, hat DandyWorks sie nämlich mit sehr feinem Sandpapier geschliffen.

Wärmeleitpaste braucht es aber immer noch, um Unebenheiten auszugleichen und so die größtmögliche Kontaktfläche zu gewährleisten. Die muss selbstverständlich zu beiden Seiten gegeben sein: Zwischen den Speicherchips und den Kupferplättchen ebenso wie zwischen Kupferplättchen und Kühlelementen.

Achtung Brandgefahr: Bitte baut die Lösung des YouTubers auf keinen Fall nach. Durch den Kupferstaub oder das Verrutschen der Plättchen macht ihr euch gegebenenfalls nicht nur andere Bauteile eures PCs kaputt, sondern setzt im schlimmsten Fall den ganzen PC und mehr einem Elektrobrand aus.

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