Als Heroes 2006 startete, begeisterte die erste Staffel mit dem Motto »Save the Cheerleader, save the World« das TV-Publikum. Es gab viele spannende Charaktere mit Superkräften, verschachtelte Handlungsstränge und einen Spannungsaufbau, der sich wie eine Graphic Novel entfaltete.
Einer der besten Momente der gesamten Serie – und vielleicht auch ihr ambitioniertester – war die Episode »Five Years Gone« (deutsch: Fünf Jahre später), die als Folge 20 der ersten Staffel am 30. April 2007 in den USA ausgestrahlt wurde.
Mit einer IMDb-Wertung von 9 von 10 Sternen gehört sie zu den absoluten Highlights von Heroes. Sie wagte einen mutigen Zeitsprung in eine düstere Zukunft, in der sich das Heldenkonzept der Serie radikal wandelte.
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Ein legendärer Moment in Heroes: Hiro dreht die Zeit zurück
Eine Welt, die von Helden zerstört wurde
In »Five Years Gone« landen Hiro und Ando, die beiden wohl sympathischsten Heroes-Figuren, in einer alternativen Zukunft, die von Angst und Verfolgung geprägt ist.
Nachdem New York in einer gewaltigen Explosion zerstört wurde, sind Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten als Bedrohung eingestuft und werden von der Regierung gejagt. Nathan Petrelli ist offiziell Präsident, doch in Wahrheit ist es Serienkiller Sylar, der sich als Nathan ausgibt und mit eiserner Faust regiert.
Einstige Helden wie Mohinder Suresh oder Matt Parkman sind keine strahlenden Retter mehr, sondern Teil eines repressiven Systems. Besonders schockierend ist die Entwicklung von Empath Peter Petrelli, der in dieser düsteren Zukunft zynisch und rücksichtslos geworden ist.
Der durch die Zeit reisende Hiro und sein treuer Freund Ando müssen irgendwie verhindern, dass die Vision wahr wird.
Ein geniales Konzept, das zu früh verpuffte
Mit dieser Episode zeigte Heroes, wie groß das erzählerische Potenzial der Serie war. Sie verband dystopische Zukunftsvisionen mit der klassischen Frage nach freiem Willen: Ist das Schicksal vorherbestimmt oder kann es verändert werden? Die düstere Inszenierung, die radikale Veränderung der Charaktere und die bedrohliche Atmosphäre machten »Five Years Gone« zu einem Highlight.
Doch während diese Episode als kreativer Höhepunkt gefeiert wurde, begann kurz danach der Abstieg der Serie. Bereits Staffel 2 konnte das hohe Niveau nicht mehr halten.
Die Autorenstreiks von 2007/2008 führten zu Kürzungen und einer zerfahrenen Erzählstruktur. Spätere Staffeln drifteten dann in Klischees und überkomplizierte Handlungsbögen ab.
Das tragische Schicksal von Heroes
Was als innovative und komplex erzählte Superhelden-Serie begann, verlor sich mit jeder neuen Staffel mehr in Unentschlossenheit. Neue Charaktere wurden eingeführt, nur um schnell wieder verworfen zu werden. Alte Helden verloren an Relevanz, und das große Mysterium um die Fähigkeiten der Figuren geriet zunehmend aus dem Fokus.
Nach einem Soft Reboot in Staffel 4 endete Heroes im Dezember 2010. Eine Fortsetzung mit 13 Episoden erschien 2015 als Miniserie auf dem Fernsehsender NBC. Gastauftritte von Michael Dorn, Stan Lee und George Takei machten die Serie zu einem Fest für Geeks.
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Heroes Reborn hat auf IMDb eine Wertung von 6,6 von 10 Sternen.
Während »Five Years Gone« ein Paradebeispiel dafür ist, wie gut Heroes sein konnte, ist die Serie selbst ein tragisches Beispiel für verpasste Chancen. Fans erinnern sich jedoch bis heute an diesen einen Moment, als es für die Zukunft von Heroes scheinbar kein Limit gab - nur um anschließend schmerzhaft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden.
Erinnert ihr euch heute noch gerne an Heroes? Habt ihr eine Lieblingsepisode oder haben euch die späteren Staffeln komplett von der Serie abgebracht? Schreibt uns eure Erinnerungen in den Kommentaren!
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