Und aus den Grüften von Angband stiegen die geflügelten Drachen auf, die man noch nie zuvor gesehen hatte; und so überraschend und vernichtend war der Angriff dieser entsetzlichen Flotte, dass das Heer von Valar zurückgeschlagen wurde, denn die Drachen kamen mit Donner und Blitz und einem Sturm von Feuer.
Die Drachen in Mittelerde sind die verheerendste Schöpfung, die Saurons finsterer Meister Morgoth je hervorgebracht hat. Im Silmarillion erfahren wir, dass die gefährlichen Monster als absolute Geheimwaffe erschaffen wurden, um das Kriegsglück im entscheidenden Moment noch herumzureißen.
Im Krieg des Zorns, dem gewaltigsten Krieg, den Mittelerde je gesehen hat, wird die geballte Schlagkraft der geflügelten Drachen entfesselt. An ihrer Spitze steht Ancalagon der Schwarze. Seine Zerstörungskraft hätte beinahe das Schicksal von Mittelerde für immer besiegelt.
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Auch im Ringkrieg gegen Sauron kämpfen beeindruckende Bestien. Doch an die gewaltigen Dimensionen der geflügelten Drachen von Morgoth kommen diese nicht heran.
Die Erschaffung der Drachen: Morgoths mächtigste Waffen
Die Drachen in Mittelerde sind eitle, intelligente und äußerst bösartige Wesen. Morgoth selbst erschafft sie im Ersten Zeitalter, um seine gefürchteten Armeen weiter zu verstärken. Neben unzähligen Orks und Trollen sowie den finsteren Balrogs ziehen so auch Lindwürmer und später die geflügelten Drachen für ihn ins Feld.
Einige Drachen verfügen dabei sogar über Magie und können den Willen schwächerer Wesen beeinflussen. Diese Exemplare setzt Morgoth daher auch als Heerführer ein:
Unterdessen nahmen die Kraft und die Bosheit Glaurungs immer mehr zu, und er wurde fett und sammelte Orks um sich und herrschte als ein Drachenkönig. Alles, was zum Reich von Nargothrond gehört hatte, unterwarf er seiner Gewalt.
Wer ist Glaurung? Glaurung ist der Urvater aller Drachen in Tolkiens Mittelerde. Er hatte zwar keine Flügel, war aber hochintelligent und verfügte über mächtige Magie.
Und auch bei der Eroberung der sagenumwobenen Elbenfestung Gondolin spielen die Lindwürmer eine entscheidende Rolle:
Endlich [...] war Morgoth bereit, und er ließ die Balrogs und seine Orks und seine Wölfe auf Gondolin los; und mit ihnen kamen Drachen aus Glaurungs Brut, und sie waren nun zahlreich und furchtbar.
Doch die allergrößten Drachen erschuf Morgoth heimlich und hielt sie vor neugierigen Blicken verborgen. Erst im Krieg des Zorns, als die Armee aus Valinor Morgoths Armeen bis zu seiner unterirdischen Festungsstadt Angband zurücktreibt, spielt er seinen letzten Trumpf aus und schickt die geflügelten Drachen in die Schlacht.
Der Krieg des Zorns? Der gewaltigste Krieg in der Geschichte Mittelerdes dauerte über 42 Jahre an. Das Heer der Valar (die Götter Mittelerdes) zog in die Schlacht, um den dunklen Herrscher Morgoth endgültig zu stürzen und Mittelerde von seiner Tyrannei zu befreien.
Ancalagon der Schwarze: Der größte Drache in Mittelerde
An der Spitze jener Armee fliegt Ancalagon der Schwarze, der Gewaltigste des Drachenheers – und tatsächlich gelingt es den Drachen beinahe, die Niederlage Morgoths abzuwenden.
Das Überraschungsmoment und ihre entsetzliche Vernichtungskraft, allen voran von Ancalagon selbst, werfen die Streitmacht der Valar in der wichtigsten Entscheidungsschlacht zurück. Sollte sich das Kriegsglück an dieser Stelle wenden und Morgoth die Oberhand erlangen, droht Mittelerde und all seinen Bewohnern ein finsteres Schicksal.
Warum das so bedeutsam ist: Das Heer des Westens ist keine gewöhnliche sterbliche Armee, sondern eine Streitmacht der Valar selbst. Angeführt von Maiar, engelsgleichen Wesen, vernichtete dieses Heer Orks und Balrogs auf ihrem Weg. Dass sie von den Drachen zurückgedrängt werden, unterstreicht die enorme Angriffskraft von Morgoths Schöpfungen.
Als die Streitmacht des Westens den ersten Schock überwindet, ist es Eärendil (der Vater von Elrond), der an Bord seines fliegenden Schiffes Vingilot an der Spitze der mächtigen Adler (angeführt von ihrem König Thorondor) in die Lüfte steigt. Eärendil führt einen der Silmaril, eins der mächtigsten Artefakte der Elben, in die Schlacht. Am Himmel entbrennt ein blutiger Kampf, dessen Ausgang zunächst völlig ungewiss ist. Das Schlachten dauert Stunden und zieht sich bis in die tiefste Nacht hinein.
Doch das Blatt wendet sich erneut. Noch vor Sonnenaufgang gelingt Eärendil der entscheidende Schlag und er tötet Ancalagon den Schwarzen. Der Himmelskoloss stürzt herab und sein lebloser Körper zerschmetterte die riesigen Türme von Thangorodrim. Das besiegelt die absolute Niederlage Morgoths und läutet das Ende des Ersten Zeitalters ein:
Dann ging die Sonne auf, und das Heer der Valar errang den Sieg, und fast alle Drachen wurden vernichtet.
Was sind die Thangorodrim? Das sind drei Vulkanspitzen, die Morgoth über seiner unterirdischen Festung Angband errichtet. Sie dienten als Schornsteine für seine Schmieden und als oberirdisches Bollwerk.
Das Ende der Drachen? Nicht ganz
Erst als Ancalagon besiegt ist, entscheidet sich die Schlacht zugunsten der Truppen Valinors. Das besiegelt auch das Schicksal der Drachen, von denen die meisten getötet werden oder in den Fluten des untergehenden Beleriands umkommen.
Beleriand? Das war ein großer Teil von Mittelerde, der durch die Zerstörungen im Krieg des Zorns im Meer versank. Auch der Absturz von Ancalagon trug seinen Teil zu dieser Katastrophe bei.
Doch einige wenige von Morgoths monströser Brut entkommen dem Gemetzel und verstecken sich in den entlegensten Winkeln der Welt. Sie zählen auch Jahrtausende später noch zu den gefährlichsten Bewohnern Mittelerdes. In ihren Feuern sollen sogar vier der sieben Zwergen-Ringe vernichtet worden sein.
Überall, wo Drachen auftauchen und sich niederlassen, überziehen sie das Land mit Feuer und Krieg. Anschließend häufen die eitlen Geschöpfe gierig Schätze an – das beste Beispiel dafür führt ins Dritte Zeitalter.
Smaug als lebhafte Erinnerung an die Macht Ancalagons
Im Hobbit ist es Smaug der Prächtige, der den Einsamen Berg für sich beansprucht und die Zwerge aus ihrer Heimat vertreibt. Als selbstverliebter Drachenherrscher terrorisiert er eine ganze Region. Dabei schert er sich auch nicht um den erstarkenden Sauron, der verdeckt seinem einstigen Meister Morgoth nacheifert, sondern wacht eifrig über seinen Hort:
Und eines Tages stieg Smaug der Goldene in die Luft auf, der größte Drache seiner Zeit, und fiel unversehens Flammen speiend über König Thrór und sein Reich unter dem Berg her. Nicht lange, und er hatte alles vernichtet, und auch die benachbarte Stadt Thal lag in Trümmern und war von ihren Bewohnern verlassen. Smaug aber kroch in die große Halle und bettete sich auf einen Haufen Gold.
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In den Hobbit-Filmen von Peter Jackson treibt natürlich auch Feuerdrache Smaug sein Unwesen. Im Vergleich zu Ancalagon wirkt er allerdings fast schon harmlos.
Smaug konnte die Zwerge vom Erebor vertreiben, die Menschen von Thal vernichten und die Elben des Düsterwalds in Angst und Schrecken versetzen. Doch im Vergleich zu Ancalagon bleibt er nur ein Schatten der einstigen Stärke der Drachen.
Zwar erobert Smaug den Einsamen Berg und verwandelt später die Seestadt in einen qualmenden Trümmerhaufen, doch letztlich wird er von einem gezielten Schuss eines Bogenschützen niedergestreckt.
Ancalagon bot im größten Krieg Mittelerdes der Streitmacht Valinors, angeführt von den göttlichen Maiar, die Stirn. Und als er herabstürzte, zerstörte er allein mit seinem kolossalen Leib ganze Gebirgszüge.
Smaug ist also keinesfalls schwach. Im Gegenteil, die Bestie zählt zu den zerstörerischsten Ungetümen des Dritten Zeitalters. Doch gegen die entfesselte Urgewalt von Ancalagon dem Schwarzen verkommt selbst der goldgierige Schrecken vom Erebor zu einer listigen kleinen Eidechse.
Was denkt ihr: Welche Wesen aus Tolkiens Mittelerde faszinieren euch am meisten und hätten sie eine Chance gegen Ancalagon den Schwarzen? Was wäre wohl passiert, wenn der Drache das Kriegsglück tatsächlich gedreht hätte? Hätten die Valar selbst eingreifen und ganz Mittelerde vernichten müssen, oder wäre Morgoth danach unaufhaltsam gewesen? Schreibt eure Ideen gerne in die Kommentare!
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