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Gefährliche Dreharbeiten: Wie Der Herr der Ringe in einem Minenfeld entstand

Bombenstimmung im Minenfeld: Für die Rückkehr des Königs begaben sich Film-Crew und Schauspieler von Der Herr der Ringe in Lebensgefahr.

Kaum zu glauben: Schauspieler schwebten während der Filmproduktion von Der Herr der Ringe in Lebensgefahr (Bild: New Line Cinema, Bernard Hill) Kaum zu glauben: Schauspieler schwebten während der Filmproduktion von Der Herr der Ringe in Lebensgefahr (Bild: New Line Cinema, Bernard Hill)

Mordor ist ein gefährliches Pflaster. Orks, Riesenspinnen, das Auge Saurons, ein verfluchter Vulkan - die möglichen Todesursachen sind zahlreich. Doch wusstet ihr, dass beim Filmdreh von Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs selbst der Boden, auf dem die Schauspieler standen, explodieren konnte?

Peter Jacksons Film-Finale fährt gleich mehrere riesige Schlachten unter Beteiligung hunderter Menschen und Pferde auf. Um eine davon am Schwarzen Tor von Mordor visuell adäquat umzusetzen, wählte die Crew die Rangipo Desert in Neuseeland als Drehort.

Das sorgte aber für unvorhergesehene Probleme, denn die Wüste ist das Herzstück der Waiouru Military Training Area, einem seit fast einem Jahrhundert aktiven Bomben-Testgelände der Armee.

Eine Landschaft aus Asche und Artillerie

Die Rangipo Desert bot die perfekte sterile Ästhetik für Saurons Reich beziehungsweise das von Menschen verlassene Umland. Doch die Isolation, die den Ort für Filmemacher attraktiv machte, resultierte aus seiner militärischen Nutzung.

Das Gebiet diente über Jahrzehnte als Zielzone für hochexplosive Artilleriegranaten, Mörser und Fliegerbomben. Die Kontamination mit Blindgängern ist dort so signifikant, dass das Betreten für Zivilisten lebensgefährlich und streng verboten ist.

Da eine vollständige Räumung des Geländes unmöglich war, etablierte die neuseeländische Armee ein System von Sicherheitskorridoren. Vor Drehbeginn führten Kampfmittelexperten Sondierungen durch und markierten schmale Bereiche mit Absperrband. Innerhalb dieses Bandes galt das Risiko als minimiert, dahinter begann die Todeszone.

Orlando Bloom erinnert sich an morgendliche Briefings, in denen Offiziere der Crew zeigten, wie scharfe Bombenreste aussehen: mit der strikten Anweisung, absolut nichts am Boden zu berühren.

Video starten 2:19 Schlacht um Mittelerde: Im Strategie-Epos zu Der Herr der Ringe kämpfte man auch am Schwarzen Tor

Der gefährliche Wandel des Bodens

Ein kritisches Problem war der physikalische Einfluss der Dreharbeiten. Eine Filmschlacht verursacht massive kinetische Energie durch hunderte rennende Statisten und galoppierende Pferde. Dieser Prozess wühlte den weichen Vulkanboden auf und beförderte Blindgänger an die Oberfläche, die zuvor sicher unter Sand vergraben waren.

Karl Urban, der Darsteller des Éomer, sah während einer Kampfchoreographie tatsächlich die Leitwerke einer Bombe aus dem Boden ragen, die gerade erst freigelegt worden war. Aufgrund dieses Effekts musste die Armee das Set mehrmals täglich neu sondieren, während die Schauspieler in voller Rüstung warteten.

Viggo Mortensen und der Ritt in die Todeszone

Kein Moment verdeutlicht die Gefahr besser als Aragorns Ansprache vor dem Schwarzen Tor. Viggo Mortensen ritt auf seinem Pferd vor der Linie der Soldaten auf und ab. In einem Moment der Improvisation galoppierte er über die markierte Sicherheitslinie hinaus in das ungeräumte Gebiet. Regisseur Peter Jackson beschrieb diesen Moment als einen der erschreckendsten seiner Karriere; er saß am Monitor und wartete auf die Detonation, die seinen Hauptdarsteller zerfetzt hätte.

Mortensens Umgang mit dem Risiko war stoisch. Wenn Aragorn im Film davon spricht, furchtbare Angst in den Augen seiner Männer zu sehen, dann blickte er in die Gesichter von Menschen, die tatsächlich auf einem Pulverfass standen.

Auf Mortensens Frage, ob man innerhalb der Absperrung sicher sei, antwortete das Militär lediglich, dass dort schlicht weniger Bomben lägen als auf der anderen Seite. Wie real die Bedrohung war, zeigte sich Jahre später, als ein erfahrener Minenräumer auf genau diesem Gelände durch eine 105-mm-Granate ums Leben kam. Dass während der Dreharbeiten von Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs kein Unfall passierte, grenzt ergo an ein Wunder.

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