In meiner Zeit als (Heim-)Kino- und TV-Redakteur hatte ich bereits mehrmals das Vergnügen, hinter so einige Kulissen blicken zu dürfen. Dazu gehören unter anderem:
- Kinos, wie das Cinecitta und Cinemagnum in Nürnberg mit der größten Kinoleinwand Deutschlands.
- Ein Audiolabor von Samsung in Valencia, Los Angeles, wo ich einen schalltoten Raum betreten durfte.
- Hollywood-Studios wie die Red Studios, wo unter anderem Quentin Tarantino einen Teil seiner Filme drehte.
- Audiostudios, die für die Postproduktion zuständig sind wie die Inventure Studios in Hollywood.
Warum ich damit hausieren gehe? Weil die US-Kollegen von Techradar in Manhattan, New York, etwas erleben durften, das mich vor Neid erblassen lässt.
Im House of Sound wurde einer Handvoll Menschen Top Gun: Maverick gezeigt – und zwar mit 16 Subwoofern und insgesamt 29 Kanälen. Echter wird’s nur in einem Düsenjet.
Was ist das House of Sound?
Das House of Sound in New York gehört der US-amerikanischen Edel-Audioschmiede McIntosh Laboratory, die von Einzelteilen wie Spulen, Membranen und Co. bis hin zu CD-Playern und teuren Speakern alles herstellt.
Das House of Sound dient als eine Art Machbarkeitsstudie und Showroom, was mit den hauseigenen Audiogeräten so alles möglich ist. Alles vor Ort ist nicht nur sauteuer und modern eingerichtet, es strotzt nur so vor hochpotenten Audiogeräten.
Das Heimkino ist für mich der interessanteste Raum. Hier wurde den Anwesenden Top Gun vorgeführt und allein die Technik auf dem Papier lässt mit den Ohren schlackern:
- Ein Sony-Projektor, inklusive einer 204-Zoll-Leinwand
- Ein Kaleidescape Movie Player (quasi ein eigener Film-Server)
- Neun MC611-Monoblöcke
- zehn MI502-Stereoverstärker
- Mehrere Sonus Faber-Lautsprecher; vier an der Decke
- Sechzehn Subwoofer
Insgesamt kommt das System auf 29 Kanäle mit einer Power von 14.500 Watt. Wahnsinn.
Zum Vergleich: Ein gut ausgestatteter Kinosaal mit Dolby-zertifiziertem Klang, wie der im Kinocenter Kehl, kommt insgesamt auf 5.900 Watt, weniger als die Hälfte.
Warum sich für uns ein Besuch lohnt
Techradars Autor schreibt in seinem Artikel über die Filmvorführung von einer »otherworldly experience«, also einer außerweltlichen oder übernatürlichen Erfahrung – und das kann ich mir sehr gut vorstellen.
Allein der punktgenaue Bass von 16 Subwoofern muss im wahrsten Sinne durch Mark und Bein gehen, wie in einem Düsenjet eben.
2017 hatte ich das Vergnügen, der Postproduktion des damaligen Power Rangers-Film beizuwohnen und das war »nur« ein Studio, in dem der Film auf Dolby Atmos abgemischt wurde.
Das war schon verdammt beeindruckend zu sehen und zu hören, wie der Sound eines Hollywood-Blockbusters nach und nach aus mehreren Spuren zusammengebaut wird.
Man könnte dieses ganze House of Sound als ganz schön »drüber« bezeichnen – und ich würde denjenigen recht geben.
Was McIntosh in Manhattan als Showroom aufgefahren hat, ist bar jeder Vernunft und gerade deswegen so spannend. Als Normalsterblicher kommt man wahrscheinlich nur dort in den Genuss eines solchen Setups.
Ich hätte nicht gedacht, dass sich ein Film überhaupt sinnvoll auf 29 Kanäle abmischen lässt, aber Top Gun: Maverick hat einen Oscar für den besten Ton bekommen und wenn man sich wortwörtlich wegblasen lässt, wieso nicht mit einem Actionstreifen über Jets?
Ihr könnt Audio-Touren über die Webseite anfragen. Auch wenn die meisten von uns sicherlich nie in die Verlegenheit kommen, ein solches System daheim zu haben (unsere Nachbarn werden es uns danken), ist das dortige Luxuskino mit Sicherheit einen Besuch wert.
Gibt es in Deutschland auch so etwas? Nicht in diesem Ausmaß, aber es gibt Anbieter, die Vorführungen in ihren Showrooms anbieten, unter anderem der Teufel-Flagshipstore in Berlin oder die Heimkino-Bauer des HiFi-Forum Baiersdorf.
Sollte ich mich in New York befinden und die Zeit haben, werde ich im House of Sound vorbeischauen und euch dann genauer berichten, wie es ist, in einem Düsenjet zu sitzen.
Wie findet ihr das absolut übertriebene Setup des House of Sound in Manhattan? Welchen Film würdet ihr euch dort gerne anschauen? Schreibt es in die Kommentare.







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