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Humankind macht einiges besser als Civilization, aber nicht alles

Amplitudes Civilization-Konkurrent legt ein motivierendes Fundament, auf dem die Entwickler künftig aufbauen können. Ausgereift ist Humankind nämlich noch nicht.

von Michael Graf,
18.08.2021 10:45 Uhr

Michael Graf (Abbildung ähnlich) hat Humankind einem extra ausführlichen GameStar-Test unterzogen. Michael Graf (Abbildung ähnlich) hat Humankind einem extra ausführlichen GameStar-Test unterzogen.

Update vom 18.8.2021: In der Releaseversion von Humankind haben wir weniger Bugs erlebt als in unserer Testversion, weshalb wir unsere Abwertung von drei Punkten auf einen Punkt senken (siehe unten).

Humankind weiß, wie man Schluss macht. Nach einer gewonnen Partie präsentiert mir das Strategiespiel der Amplitude Studios nicht nur die obligatorischen Balkendiagramme (»Was, die Angelsachsen waren im Mittelalter reicher als ich?!«), sondern umschmeichelt mich in einer kleinen Zwischensequenz auch mit meinen Errungenschaften.

Während die Kamera über einige meiner Weltwunder gleitet (der Eiffelturm, das Opernhaus von Sydney), preist der - auch in der deutschen Version leider englische - Sprecher meine vielseitigen Fähigkeiten, die erstaunlich geringe Umweltverschmutzung, meine weltumspannende Religion, meine langen Kriege. Es folgt eine kleine Reise durch die Kulturen: Aus meinen ägyptischen Untertanen wurden unter anderem Teutonen, Perser und schließlich Australier, die sogar zum Mars gestartet sind.

Die Umwelt in gutem Zustand hinterlassen? Erstaunlich! Die Umwelt in gutem Zustand hinterlassen? Erstaunlich!

Dass ich eine Stadt an halbnackte Barbaren verloren, versehentlich meinen eigenen Hafen bombardiert und zum Spaß eine Atombombe auf Brasilien geworfen habe, muss ja keiner wissen. Hauptsache, mein Ego wird gestreichelt.

Danke, Humankind, ich weiß: Ich bin genial. Aber sag ehrlich: Bist du's auch?

Wie gerne würde ich in diesem Test die Stärken von Humankind preisen - mache ich auch, keine Sorge - und die Schwächen vergessen. Geht aber nicht, denn es hat Schwächen, einige sogar, über die wir reden müssen.

Im Xbox Game Pass für PC enthalten
Unser Test wird euch mit tonnenweise Argumenten für oder gegen eine Kaufentscheidung versorgen. Aber nichts schlägt natürlich den eigenen Eindruck. Falls ihr in Humankind hineinschnuppern wollt, ist der Game Pass die günstigste Alternative, da das Strategiespiel direkt zum Release ein Teil des Abos-Angebots wird.

Wobei es erst mal ein Missverständnis auszuräumen gilt: Mehr noch als Civilization ist Humankind eigentlich kein Strategiespiel, sondern ein Puzzlespiel - über weite Strecken sogar ein richtig gutes!

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Der Autor
Michael Graf hat seit Civilization 2 (Den ersten Teil hatte er noch ignoriert, der Narr!) so gut wie alles gespielt, was die Menschheitsgeschichte globalstrategisch abhandelt - und für GameStar Civilization 4 sowie Civilization 6 getestet. Auch Civilization-Ableger haben es ihm angetan, vor allem Call to Power siedelt mit seiner abgewandelten Spielmechanik und dem coolen Intro bis heute auf einem Sonderplatz in Michas Herzen. Entsprechend gefreut hat er sich auf Humankind - und riss sofort den Finger empor, als wir einen Tester gesucht haben.

Kann Humankind im Test jetzt doch mit Civilization mithalten? 28:25 Kann Humankind im Test jetzt doch mit Civilization mithalten?

Bei feindlichen Kapitulationen merkt sich Humankind unseren Kriegspunkte-Stand nun korrekt, wenn wir abspeichern. Bei feindlichen Kapitulationen merkt sich Humankind unseren Kriegspunkte-Stand nun korrekt, wenn wir abspeichern.


Was ist mit Bugs?
Die Releaseversion von Humankind läuft deutlich besser als unsere Testversion. Die folgenden Bugs hat Amplitude behoben, wir haben sie im fertigen Spiel nicht mehr erlebt:

  • Bei feindlichen Kapitulationen schrumpft nicht mehr unser Kriegspunkte-Stand, wenn wir den Spielstand neu laden.
  • Beim Übergang in ein neues Zeitalter verschwinden die Belagerungswaffen der vorigen Ära nicht mehr plötzlich, wir können sie weiterhin bauen.
  • Der Bruch von Allianzen führt nicht mehr dazu, dass sich das Diplomatiemenü nochmals öffnet.
  • Als »gleichgültig« markierte Barbaren greifen nun tatsächlich nicht an.
Folgende Bugs haben wir in der Releaseversion noch erlebt:
  • Grafikfehler: Gelegentlich werden Distrikte, Stadtmauern oder Einheiten nicht mehr angezeigt, was sich auch durch Neuladen nicht immer beheben lässt.
  • Lange Wartezeiten: Beim Klick auf »Runde beenden« müssen wir gelegentlich deutlich länger warten als normalerweise.
  • Kampf-Aufhänger: Sehr selten erstarrten einzelne Einheiten im Gefecht und bewegten sich gar nicht mehr, was sich durch Neuladen aber beheben ließ.
  • Performance-Probleme: Vor allem auf riesigen Weltkarten läuft Humankind nun deutlich schlechter (!) als in unserer Testversion.
Weil Amplitude gravierende Fehler behoben hat, reduzieren wir unsere Humankind-Abwertung von drei Punkten auf einen Punkt.

Das Geländepuzzle

Hier noch mal die Spielprinzip-Kurzfassung, falls ihr die letzten zwei Jahre in einer Pandemie verbracht habt: Humankind behandelt wie das altehrwürdige Civilization die Menschheitsgeschichte, rundenweise führe ich ein Volk von der Steinzeit in die Gegenwart, errichte Städte führe Kriege und verwalte Forschung, Religion und Kultur.

Gegenwart Gegenwart
Antike Antike

Wie üblich führe ich in Humankind ein Volk von der Frühzeit in die Gegenwart.

Der wichtigste Unterschied zwischen Humankind und Civilization ist etwas, das ich als »Puzzlefaktor« umschreiben würde, denn:

  • Völker sind nicht vorgegeben, stattdessen wähle ich in jedem der sechs Zeitalter eine neue Kultur mit jeweils eigenen Vorteilen sowie Spezialbauten und -einheiten. Ich puzzle mir also eine eigene, an meine Bedürfnisse angepasste Fraktion zurecht.
  • Das Gelände spielt noch eine wesentlich größere Rolle als in Civilization 6 - einerseits beim Ausbau der Städte, andererseits in den Kämpfen. Denn außer unterschiedlichen Terraintypen (Wald, Ebene und so weiter) gibt es auch Höhenstufen. Auch hier muss ich puzzeln, wo ich Städte, neue Viertel und Truppen platziere, um das Maximum herauszuholen.

Letzteres führt uns zwangsläufig zur schweizerischen Lutschbonbonfrage: »Wer hat's erfunden?«

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