2025 startet eine Neuauflage der weltbekannten Slasher-Reihe »Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast« in den Kinos. Was viele nicht wissen: Bereits der erste Film von 1997 basiert lose auf dem gleichnamigen Jugendroman von Lois Duncan aus dem Jahre 1973.
Dieser Roman unterscheidet sich stark von der Filmadaption, ist er eher ein spannungsgeladener »Whodunnit«-Thriller (zu deutsch »Wer war es?«), der ohne brutale Morde auskommt. Tatsächlich war die Autorin mit der Neuinterpretation ihres Werkes mehr als unzufrieden, und der Grund dafür ist herzzerreißend.
»Ich war ziemlich entsetzt über die sensationslüsterne Gewalt«
In einem Interview, das in der 2010er-Auflage des Romans abgedruckt wurde (via variety.com), sprach Duncan über ihre Reaktion auf die Filmversion.
Sie habe erst beim Schauen des fertigen Films vom mordenden Fischer erfahren, den es in ihrem Buch gar nicht gibt. »Es waren meine Charaktere und mein Handlungsstrang, aber dann ging es in alle Richtungen. Ich war ziemlich entsetzt über die sensationsheischende Gewalt.« Dann spricht sie über einen erschütternden Schicksalsschlag.
Einige Jahre zuvor war meine eigene Teenager-Tochter Kait in ihrem Auto verfolgt und erschossen worden, und ich hatte direkt vor meinen Augen gesehen, was echte Gewalt ist. Dass die Leute darüber schreien und lachen, kam nicht gut bei mir an.
1989 wurde Duncans 18-jährige Tochter Opfer eines Mordes, der lange Zeit unaufgeklärt blieb. In ihrem Buch »Who Killed My Daughter?« verarbeitete Duncan später den Verlust und gründete ein Zentrum zur Unterstützung der Aufklärung ungelöster Fälle. Bis zu ihrem eigenen Tod im Jahr 2016 blieben die Hintergründe des Mordfalls um ihre Tochter jedoch im Dunklen.
Erst im Jahr 2021 wurde schließlich ein Verdächtiger gefasst, der den Mord an Kait sowie an zwei weiteren Menschen gestand und in der Folge zu 45 Jahren Haft verurteilt wurde.
Es ist also mehr als verständlich, dass die blutige Neuinterpretation von »Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast« bei der Original-Autorin auf Ablehnung stieß. Trotzdem konnte Duncan auch Positives aus der Verfilmung ziehen.
»Ich war mit dem Film nicht zufrieden, muss aber zugeben, dass ich mich über die Verfilmung des Buches freute, denn dadurch wurden alle meine alten Bücher plötzlich sehr beliebt. Es war wie eine Wiedergeburt, nur auf eine sehr seltsame Art und Weise.«
Im neuen Film dreht der gefürchtete Fischer mit Haken und Harpune 29 Jahre später erneut seine Runden durch das verschlafene Städtchen Southport. Wie Lois Duncan das gefunden hätte, können wir uns jetzt ungefähr vorstellen. Die Neuauflage des Slasher-Klassikers ist am 17. Juli 2025 auch in den deutschen Kinos gestartet.
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