Vor kurzem wurde endlich ausführliches Gameplay zum neuen Fable veröffentlicht. Microsoft belebt die Reihe zusammen mit den Forza-Entwicklern bei Playgound Games wieder. Die gezeigten Spielszenen und die versprochenen Features sorgen in der Community gerade für blendende Stimmung!
Allerdings nicht ausnahmslos. Wie jetzt in einem Interview mit IGN bekannt wurde, fehlt im neuen Fable ein besonderes Feature der ursprünglichen Trilogie! Euer Charakter wird sich nicht länger im Verlauf seines Abenteuers auch äußerlich verändern.
Diese Meldung hat jetzt doch zu einigen enttäuschten Gesichtern geführt. In den sozialen Medien geben die Fans ihren Unmut in verschiedenen Threads kund. Ein User schreibt etwa:
Oh nein, das ist unglaublich enttäuschend. Bei jedem Adventure-/Survivalspiel, das ich seit Fable 2 gespielt habe, dachte ich, dass es SO viel besser wäre, wenn sich dein Aussehen mit den Entscheidungen, die du triffst, ändern würde. Ich fand die Narben, die Gewichtszunahme und die moralabhängige Schönheit toll. Boooo. Das ist ein wichtiger Grund, warum Fable mein Lieblingsspiel ist und seitdem nichts anderes es übertreffen konnte.
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Worum geht's genau?
Falls ihr die originalen Fable-Spiele von Lionhead Games nicht gespielt habt, hier eine Erklärung, worum es den Fans überhaupt geht. In den alten Spielen hat sich das Aussehen eures Charakters automatisch an eure Entscheidungen und Fähigkeiten angepasst. Zu Beginn sah euer Held oder eure Heldin demnach ganz anders aus als später. Etwa durch folgende Änderungen:
- Gut: Wer sich moralisch und nobel verhalten hat, fing an zu leuchten. Die Haare wurden blond und die Figur erhielt einen Heiligenschein über ihrem Kopf.
- Böse: Wer hingegen brutale und egoistische Entscheidungen fiel, wurde zu einem echten Monster. Die Haut wurde rot, die Augen schwarz und Hörner wuchsen aus dem Kopf.
- Alter: Mit jedem Level-Up wurde der Charakter sichtbar älter. Falten entstanden, die Haare wurden grau.
- Stärke: Wer eine hohe Körperkraft hatte, bekam gewaltige Oberarme und breite Schultern.
- Skill: Wer hingegen eher auf Gewandtheit setzte, wuchs rasch in die Höhe.
- Willenskraft: Wurde hingegen die Willenskraft ausgereizt, zeichneten blau leuchtende Adern die ganzen Körper des Helden.
- Narben: Wer in Fable oft getroffen wurde, bekam mit ziemlicher Sicherheit viele Narben am ganzen Körper.
- Gewicht: In späteren Teilen war es sogar möglich, durch massenweise Nahrungsaufnahme deutlich schwerer und entsprechend voluminöser zu werden.
Es war ein Feature, das relativ einzigartig für Fable war und das die Leute bis heute damit verbinden. Ein User bezeichnet es sogar als das Hauptfeature von Fable.
Darum fehlt das Feature
Laut Ralph Futon, des Gründers von Playground, haben die Entwickler sich gegen diese äußerlichen Veränderungen entschieden. Zwar wissen wir schon, dass wir unseren Charakter selbst erstellen dürfen und sogar unsere Vorgeschichte als Kind erleben – derart umfassend wie in den originalen Spielen wird sich unser Held danach aber nicht mehr verändern.
Futon begründet diese Entscheidung damit, dass sie in ihrem Spiel Moral differenzierter betrachten wollen, als das ursprünglich der Fall war:
Dafür gibt es wahrscheinlich mehrere Gründe. Zum einen geht es wohl um das von mir erwähnte übergeordnete Prinzip, dass es kein objektives Gut und Böse gibt. Die ursprünglichen Spiele basierten darauf, dass es ein objektives Gut und ein objektives Böse gab, und man befand sich irgendwo auf dieser Skala, was wiederum bestimmte, wie sich das eigene Aussehen veränderte.
Aber für uns funktioniert das nicht wirklich. So wie ich die Funktionsweise unseres Moralsystems beschrieben habe, bist du niemals nur diese eine Sache, ganz sicher nicht. Du bist für verschiedene Menschen verschiedene Dinge, je nachdem, was sie mögen oder was sie für wichtig halten. Das ist also ein Grund, warum es nicht funktioniert hat.
Im neuen Fable sollen eure Taten nicht mehr direkt äußerlich zu sehen sein. Auch, weil ihr euch überall einen anderen Ruf verdienen könnt. Wer einer Stadt hilft, in einer anderen Stadt aber die Bewohner drangsaliert, wird in beiden Städten anders wahrgenommen.
Hier geht Futon aber auch nur auf die Änderungen durch Moral ein. Die originalen Spiele boten, wie beschrieben, auch noch Änderungen durch etwa die Skills oder den Lebensstil. Hier gab es keine Begründung, ob es das wirklich nicht gibt und warum.
Bisher scheint es nicht so, und das wird wohl auch an den technischen Möglichkeiten liegen. Das neue Fable ist grafisch deutlich aufwendiger. In einer solchen Optik derart viele visuelle Änderungen glaubwürdig umzusetzen, würde vermutlich das Budget des Studios sprengen.
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