Der neueste Wurf von Insta360 ist keine Action-Kamera und auch keine 360-Grad-Drohne, sondern eine kleine SSD für unterwegs. Die ist durchaus sinnvoll, wenn ihr etwa ein iPhone aus der Tasche zückt und riesige Datenmengen an Material filmt.
Der in Zusammenarbeit mit Lexar entwickelte Speicher bietet nämlich ausreichend Geschwindigkeit, um mit kleinen Abstrichen in ProRes Log mit bis zu 120 FPS zu filmen.
Die Mini-SSD unterstützt neben iPhones auch Android-Geräte, Windows-, Mac- und Action-Kameras. Hält das Gadget, was es verspricht?
Hier aufklappen
ProRes Log ist ein professionelles Videoformat, das Bilder sehr kontrastarm und blass speichert. Dadurch werden in den hellen und dunklen Bildbereichen maximale Details erhalten. Erst in der Nachbearbeitung entfaltet das Bild seine volle Farbpracht. Allerdings erzeugt ProRes Log für ein Maximum an Details und Dynamikumfang riesige Datenmengen, die eine schnelle SSD zwingend voraussetzen.
Was den Quick-Reader so praktisch macht
Insta360 und Lexar erfinden das Rad nicht neu. Kleine Speichergeräte für Smartphones, Tablets und Co. gibt es zuhauf. Ich habe sie allerdings bislang gekonnt ignoriert – und ihr vielleicht auch.
Dabei haben die kleinen Begleiter durchaus ihre Daseinsberechtigung.
- Denn sie funktionieren nach dem Plug-and-Play-Prinzip. Sobald ihr sie an das iPhone angestöpselt habt (USB-C), könnt ihr direkt drauf losfilmen. Und das auch in speicherintensiven Dateiformaten wie eben ProRes Log.
- Das Teil ist tatsächlich kaum größer als eine Münze, wie der Hersteller selbst schreibt. Es gibt keine Ausrede, es nicht in irgendeine Rucksackritze für unterwegs zu verstauen.
- Die Karte ist nicht nur mit Smartphones, sondern auch mit vielen anderen Geräten kompatibel, was sie universell einsetzbar macht. Glücklicherweise ist das Teil so gebaut, dass ich es problemlos am MacBook anschließen kann.
Allerdings sind mir einige Punkte aufgefallen, die den Workflow etwas stören. Leider muss man die Hülle des iPhones abnehmen, um den Quick Reader einzustecken. Das kann allerdings von Case zu Case variieren.
Zudem wirkt der Quick Reader an einem Smartphone für meinen Geschmack unästhetisch. An der passenden Action-Kamera wirkt der Speicher wiederum treffend.
7:31
3 Gründe, warum Smartphones niemals Kameras ersetzen können
Hält der Quick Reader, was er verspricht?
Mithilfe der App »Blackmagic Disk Speed Test« habe ich die Schreib- und Lesegeschwindigkeit des Quick Readers getestet. Die App aus dem App Store eignet sich besonders gut, um zu prüfen, wie schnell Daten auf eine externe (oder interne) Festplatte geschrieben werden können.
Laut Hersteller beträgt die Übertragungsrate bis zu 420 MB/s.
Gemäß der Software schreibt sie etwa 370 bis 390 MB/s. Sie ist dennoch schnell genug für alles, was ein aktuelles Smartphone technisch leisten kann. 4K-ProRes-Aufnahmen mit 60 FPS sind kein Problem, wohingegen 120 FPS die Grenzen des Quick Readers ausloten.
Bei ProRes schreibt die SSD laut Test mit etwa 110 MB/s. Hier wird die SSD zum Flaschenhals. In meiner Test-Aufnahme war hier nach etwa einer Minute Schluss.
Mit 60 FPS kann in ProRes Log hingegen so lange gefilmt werden, bis der Speicher voll ist. Dabei werden das Smartphone und der Quick Reader nicht ansatzweise unangenehm warm.
Mehr zum Thema Speicher:
- Ihr könnt es sicher nicht mehr hören, aber die Speicherkrise droht, noch deutlich schlimmer zu werden
- PCs sollen 2026 im Schnitt 17 Prozent teurer werden und einen Bereich könnte es besonders hart treffen
Für wen lohnt sich eine solche SSD?
Wenn ihr viel mit dem Smartphone filmt, kann sich eine solche Lösung durchaus lohnen. Vor allem, wenn ihr die großen Dateien anschließend unkompliziert und schnell auf euren Computer ziehen möchtet.
Beachtet dabei, dass nicht jedes Smartphone die SSD als Speicherziel auswählen kann. Gerade bei Android-Smartphones müsst ihr gegebenenfalls eine App eines Drittanbieters verwenden.
Preise und Verfügbarkeit: Der Quick Reader kommt ab den 10. März im Handel zu einem Preis von 157,00 Euro.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.