Als ich mir das iPhone 13 mini gekauft habe, wollte ich genau das: ein kleines Handy. Kleine Hände, einfache Bedienung, trotzdem alles im Blick. Fast fünf Jahre ist das her.
Dieses Jahr habe ich sogar den Akku tauschen lassen, mit einem klaren Ziel: Ich wollte das Ding noch länger behalten. iOS 26 lief anfangs erstaunlich gut darauf, und der frische Akku machte es sogar noch mal ein Stück flotter.
Trotzdem wurde es Monat für Monat wieder träger. Zuletzt brauchte die Kamera teils Sekunden, um überhaupt ein Foto auszulösen. App-Wechsel dauerten spürbar länger als noch kurz nach dem Akkutausch.
Woran das genau lag, kann ich euch nicht mit Sicherheit sagen. Aber dass Apple mit iOS 27 im Herbst gezielt ältere Handys flotter machen will, spricht dafür, dass ich mit dem Eindruck nicht allein dastehe.
Am iPhone 13 mini nervte mich aber, so paradox das für jemanden klingt, der dieses Format jahrelang geliebt hat, am Ende vor allem eines: die Größe.
iOS 26 ist für große Displays gebaut, nicht fürs mini
iOS 26 ist mittlerweile klar auf größere Bildschirme ausgelegt. Und ich arbeite extrem viel am Handy. Ich brauche Übersicht: in MS Teams, im Redaktionsplan, in der Journaling-App (die ich immer öfter nutze), beim Notieren in Apple Notes, bei jeder KI-Anfrage zwischendurch.
Auf 5,4 Zoll fühlte sich genau das zunehmend eng an. Es war ein schleichender Prozess, aber es nervt mich immer mehr.
Dabei boykottierte ich schon immer große Handys. Ich habe kleine Hände, bin mit 1,68 Metern kein Riese, und meine Hosentaschen waren nie für Klopper gemacht.
Schon das iPhone Pro war mir immer einen Tick zu groß, und selbst die Basisversion wuchs gefühlt mit jeder Generation ein Stückchen weiter.
Der Kontrastwechsel: das iPhone Air
Eigentlich war mein Plan ein anderer: das 13 mini noch ein, zwei Jahre weiterlaufen lassen und dann gebraucht auf ein neueres Modell umsteigen.
Ein brandneues Flaggschiff kam für mich nicht infrage. Auf dem Zettel standen mal das (vermutlich kommende) iPhone Ultra oder das Jubiläums-iPhone zu 20 Jahren iPhone, beides würde aber höchstwahrscheinlich mein Budget sprengen (das iPhone Ultra soll sogar über 2.000 Euro kosten!).
Dann kam der Prime Day dazwischen. Amazon hatte das iPhone Air brandneu für 756 Euro im Angebot, bei einer UVP von 1.200 Euro.
Bei dem Preis musste ich einfach zuschlagen – zumal Apple aufgrund der Speicherkrise bereits rigoros die Preise für MacBooks und iPads erhöhte. Dem iPhone könnte bald dasselbe Schicksal drohen.
Nun bin ich also zum fast größten iPhone gewechselt, das es aktuell gibt. Von 5,4 Zoll auf brachiale 6,5 Zoll. Auf dem Papier also genau das Handy, das ich mein halbes Technikleben lang vermieden habe. Ein kompletter Paradigmenwechsel. Doch ich war bereit dafür.
Was ich nicht gedacht hätte: Ich liebe es seit der ersten Sekunde.
Der Grund: Das Air liegt überraschend gut in der Hand und ist gefühlt mega leicht. Mit 165 Gramm wiegt es zwar 25 Gramm mehr als mein altes mini (140 Gramm), ist dafür aber dünner als jedes iPhone vor ihm, nämlich nur 5,64 statt 7,65 Millimeter. Und weil es so groß und so dünn ist, ist es gefühlt viel leichter, als es eigentlich ist.
Diese Kombination aus riesigem Screen und Streichholzschachtel-Profil fühlt sich an wie ein echter Designsprung. Ein Sprung, den mir selbst ein iPhone 17 Pro nicht bieten könnte. Das war ebenfalls ein Grund, warum ich mich für das Air entschieden habe.
Wie sich mein Alltag am Handy verändert hat
Es ist schnell, es ist groß, und ich kann endlich alles auf einen Blick sehen, ohne ständig zu scrollen oder zu zoomen. Mit beiden Händen am Air zu arbeiten, macht auf diesem Display richtig Spaß. Und alles flutscht reibungslos – ein Umstand, der umso krasser auffällt, je älter das vorherige Handy war.
Die Einhandbedienung ist dagegen spürbar schwieriger geworden. (Für alle mit ähnlich kleinen Händen wie meinen: Ja, ihr merkt das sofort.)
Mich stört das trotzdem überraschend wenig, weil ich sowieso die meiste Zeit beidhändig tippe, wenn ich wirklich am Handy arbeite, statt nur schnell etwas nachzuschauen.
Auch die beiden neuen Hardware-Tasten mag ich. Den Aktionsknopf habe ich fest mit meiner App Remind Faster
verknüpft: ein Klick, und ein Gedanke oder ein To-do ist aus meinem Kopf, bevor er wieder verschwindet.
Beim neuen Kamera-Button bin ich noch unentschlossen. Den muss ich erst noch für meinen Alltag konfigurieren, und ob er für mich wirklich nützlich wird, weiß ich zugegebenermaßen noch nicht.
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Neu ist für mich auch die Dynamic Island, also die Display-Aussparung rund um FaceID, die ich aber eher als nette Spielerei sehe und gern drauf verzichten könnte.
Was ich daraus gelernt habe
Fast fünf Jahre lang war ich überzeugt, dass Handygröße vor allem eine Frage der Vorliebe oder der Handgröße ist. Kleine Hände, kleines Handy, fertig. Das Air hat mir gezeigt, dass die eigentliche Frage eine andere ist: Was mache ich mit dem Ding?
Wer sein Handy überwiegend zum Telefonieren, Nachrichtenschreiben und kurzen Nachschauen nutzt, ist mit einem kompakten Format nach wie vor bestens bedient.
Wer wie ich stundenlang Inhalte liest, tippt und über mehrere Apps hinweg jongliert, profitiert vom großen Screen mehr, als jede Kompaktheit wettmachen könnte.
Die größten Vorurteile zum iPhone Air – mein Reality-Check
Vor dem Kauf hatte ich natürlich auch die üblichen Kritikpunkte im Kopf, die zum Air kursieren. Ich hatte etliche Gespräche dazu mit anderen iPhone Air-Besitzern und mir fast jedes Video auf YouTube angeschaut.
Nach zwei Wochen im Alltag kann ich die meisten davon entkräften.
- Die Akkuleistung. Schon mein 13 mini hatte nie den größten Akku und brachte mich trotzdem durch den Tag. Beim Air komme ich sogar deutlich weiter: bis zu zwei Tage bei vier bis fünf Stunden Bildschirmzeit insgesamt.
- Die schlechten Lautsprecher. Davon habe ich ehrlich gesagt nichts gemerkt. Ich schaue häufig Videos ohne Kopfhörer und verstehe trotzdem alles.
- Nur eine Kamera. Die Ultraweitwinkel-Kamera habe ich nie genutzt und vermisse sie auch jetzt nicht. Dafür nutze ich den optischen Zweifach-Zoom sehr gern, den das Air stattdessen mitbringt. Und der quadratische Sensor, der mich auch im Hochkantformat Breitbildaufnahmen machen lässt, ist ein Super-Extra.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt trotzdem: Den Kinomodus mit seinem weichen Hintergrund-Bokeh bei Videos vermisse ich schon ein bisschen. Aber kein Beinbruch, dafür hat die Fotoqualität insgesamt so einen Sprung gemacht, dass es einfach nur Freude macht.
Insgesamt bin ich der Meinung, dass hier viel medial aufgebauscht wird. Ja, das iPhone Air geht einige Kompromisse ein, die bei einer UVP von 1.200 Euro nicht sein sollten. Aber es kostete mich nicht einmal 800 Euro. Und bei diesem Preis konkurriert es stark mit dem Basis-iPhone-17.
Mein Fazit: Für wen sich der Umstieg lohnt
Ich bin zufrieden mit meiner Wahl. Meine Bedürfnisse haben sich über die Jahre verändert, zudem kam der rasante Preisverfall des iPhone Air genau zum richtigen Zeitpunkt.
Wer wie ich viel am Handy arbeitet und die Übersicht braucht, für den ist ein größeres Display ein No-Brainer – dazu ist der Formfaktor des Air erstaunlich gut.
Und das alte 13 mini? Kurz habe ich überlegt, es für meinen Sohn aufzuheben. Der ist aber noch nicht mal sechs und braucht noch lange kein eigenes Handy. Also verkaufe ich es stattdessen.
Übrigens: iOS 27 kommt bald – das erwartet euch
Mit frischem Akku und frischem Display (durch Apple wegen eines Defekts ersetzt) macht es lieber jemandem eine Freude, der noch auf der Suche nach einem kleinen iPhone ist, das Apple längst nicht mehr herstellt.
Ich habe fast fünf Jahre gebraucht, um vom größten Mini-Fan zum überzeugten Riesenbildschirm-Nutzer zu werden. Ich habe meine Nutzung hinterfragt und mich getraut, etwas Neues auszuprobieren. Und bereue es keine Sekunde.
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