Ich habe mir im vergangenen Jahr einen Traum erfüllt. Nachdem ich in den letzten 25 Jahren mit verschiedenen Kompakt-, APS-C-Spiegelreflex- und -Systemkameras fotografierte, schaffte ich mir meine erste Vollformatkamera an: die Sony Alpha 7C II.
Ein vermeintlicher Pluspunkt bei dem Modell: Die Kamera verfügt über einen Wetterschutz – laut Sony ist sie staub- und spritzwassergeschützt mit »hervorragendem Schutz vor Staub und Feuchtigkeit«.
Ich habe mich mit dem Thema ehrlicherweise nicht weiter beschäftigt, da ich vor allem bei gutem Wetter draußen oder wetterunabhängig in Innenräumen fotografiere. Das hätte ich aber tun sollen, denn:
Gemeint ist mit einem solchen Schutz meistens, dass Gehäuse und Dichtungen gegen das Eindringen von Staub und leichten Wasserspritzern geschützt sind – etwa bei etwas Nieselregen oder Gischt.
Ein richtiger Schutz gegen starken Regen oder gar gegen vollständiges Untertauchen ist das jedoch nicht.
Ein Regentag in Tokyo
In diesem Jahr stand dann eine Reise nach Tokyo an, die meine Kamera am Ende leider nicht unversehrt überstand.
Dabei kamen zwei Dinge zusammen, die vor allem auf Naivität, Unbedarftheit und schlichte Uninformiertheit zurückzuführen sind. Ich möchte sie euch erzählen, damit ihr nicht den gleichen Fehler macht.
Ich hatte einen wasserfesten Rucksack dabei, der aber seine besten Tage längst hinter sich hatte. Die Beschichtung bröselte ab und alles war voller Krümel. Das bemerkte ich leider erst vor Ort. Also kaufte ich mir am Anfang des Urlaubs einen neuen Trekking-Rucksack.
26:26
BLINDTEST: Dieses Smartphone macht die besten Fotos!
Es kam dann dieser Tag, an dem es irgendwann um die Mittagszeit stark zu regnen begann. Ich war zu Fuß unterwegs und hatte keinen Schirm dabei.
Nicht weiter schlimm, dachte ich, denn: Ich habe doch einen Trekking-Rucksack, der wird wohl wasserdicht sein. Meine Kamera ist außerdem auch wettergeschützt – was soll da schon passieren?
Nach etwa einer halben Stunde im Regen wollte ich meine Kamera herausholen, um ein Foto zu machen. Da bemerkte ich dann das Ergebnis meiner Sorglosigkeit: Eine kleine Pfütze hatte sich am Boden des Rucksacks gebildet, und mittendrin lag meine Alpha 7C II.
Erste Hilfe für die Kamera
Ich nahm sofort die Kamera heraus und entfernte den Akku. Zurück im Hotel versuchte ich dann, was mir eben so einfiel.
Ich föhnte die Kamera mit kalter Luft und hatte außerdem noch ein paar der kleine Entfeuchter-Beutel da, die bei gekauften Produkten oft dabei sind. Die steckte ich in sämtliche Öffnungen der Kamera. Zwei Tage lang ließ ich das Gerät dann zum Trocknen liegen.
Anschließend fasste ich meinen Mut zusammen und schaltete die Kamera ein. Sie funktionierte noch – aber das Display blieb schwarz. Irgendwie Glück im Unglück.
Ich fotografierte also die restlichen Tage des Urlaubs über den Sucher. Als Brillenträger mag ich das allerdings überhaupt nicht, ich fotografiere sonst ausschließlich über das Display und ärgerte mich daher extrem über den defekten Bildschirm.
Ein Wasserschaden ist nicht lustig
Das Ende vom Lied: Die Kamera liegt aktuell in einer Sony-Werkstatt. Die Reparaturkosten sind nahe am Vierstelligen für eine neue Hauptplatine und ein neues Display. Eine Garantie gibt es für die Reparatur auch nicht, da Wasserschäden grundsätzlich ausgeschlossen sind.
Durch Korrosion können jederzeit Folgeschäden auftreten. Warum nicht gleich eine neue Kamera kaufen? Nun, die wäre nochmals deutlich teurer gewesen. Ich hatte also irgendwie keine Wahl.
Nach diesem teuren Lehrgeld wird mir so etwas wohl kein zweites Mal passieren. Eine wetterfeste Kamera mag leichten Regen aushalten, mehr aber nicht.
Der Schutz ist keinesfalls vergleichbar mit einem Smartphone. Und: Nicht umsonst gibt es Regencover für Rucksäcke – so einen habe ich mir nun auch bestellt.
Mir ist bewusst, dass ein solcher Artikel für Spott sorgen kann. Aus der Entfernung oder auch nach einem solchen Fall ist man immer schlauer. Allerdings berichte ich über meine Erfahrung, damit euch so ein dummer Fehler eben nicht passiert.
Verlasst euch nicht auf einen vermeintlichen Wetterschutz, achtet auf eure Ausrüstung. Und am Ende ist auch ein Outdoor-Rucksack nicht unbedingt geschützt gegen Regen.
Ein kleiner Zusatz: Viele Geräte werden inzwischen mit optionalen, kostenpflichtigen Zusatzversicherungen gegen solche Schäden verkauft. Ich bin ehrlicherweise kein Fan solcher – laufende Kosten und so.
Allerdings muss ich im Nachhinein einräumen, dass eine solche Versicherung in genau diesem Fall fast sämtliche Reparaturkosten abgedeckt hätte.
Wer viel mit teurer Ausrüstung unterwegs ist oder regelmäßig auch unter herausfordernden Bedingungen arbeitet, für den kann sich ein solcher Schutz also durchaus lohnen.
Wer von euch hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Und wie schützt ihr eure Ausrüstung bei schlechtem Wetter? Schreibt es gerne in die Kommentare.



Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.