Genua und Venedig waren die größten italienischen Handelsstädte in der frühen Neuzeit und konnten sich vom Byzantinischen Reich einige Inseln klauen. Diese Inseln blieben auch nach 1453 in ihrem Besitz und waren seither ein Dorn im Auge des aufsteigenden Osmanischen Reichs. Als 1570 die Osmanen die damalige venezianische Kolonie Zypern erobern wollten, schlossen sich die großen christlichen Mächte des Mittelmeers zusammen, um dem Osmanischen Reich Einhalt zu gebieten.
Ein Großteil dieses Krieges fand zur See statt und Galeeren und Galeassen waren zwei wichtige Schiffstypen in diesem Konflikt. Sie sind unter anderem die Vorlage für diese Galeere von Nifeliz – einer Klemmbausteinmarke, die sich vor allem auf Modelle für Erwachsene konzentriert.
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Die venezianische Galeere von Nifeliz aus über 1500 Teilen
Die Flagge von Venedig ist besonders außergewöhnlich. Auf ihr ist nicht nur der goldene Markuslöwe auf Rot, sondern sie hat noch sechs Fransen, die die sechs Stadtteile der Stadt repräsentieren. Dieses Detail hat es leider nicht in das Modell geschafft, aber das ist auch das Einzige, was ich an diesem Set von Nifeliz bemängeln würde.
Mit 1.536 Teilen und 54 cm Länge ist es ein durchaus beachtliches Modell, das perfekt auf ein Regal passt. Das markanteste Feature neben den 34 Rudern sind aber die großen, dreieckigen Segel. Auch roter Stoff ist verbaut, in Form von den beiden Fahnen am Mast und einem Heckzelt. Die Ornamente am Schiff stechen dank ihrer Metallic-Gold Farbe besonders hervor, weshalb das Modell einen extrem hochwertigen Look hat.
Die Seeschlacht von Lepanto 1571, oder: Wie man mit mehr Schiffen aus einer Schlacht herauskommt, als man reingegangen ist
Viele assoziieren die Kreuzzüge als eine rein mittelalterliche Sache, dabei hat die römische Kirche auch in der frühen Neuzeit noch Koalitionen gegen muslimische Großmächte geschmiedet. Im Fall von 1571 war das die Heilige Liga, die als Reaktion auf die osmanische Eroberung Zyperns geschlossen wurde. Mitglieder waren der Papststaat, Spanien, Venedig, Genua, die Malteserritter und einige italienische Herzogtümer.
Die gemeinsame Flotte aus 206 Galeeren und sechs Galeassen unter Kommando von Don Juan de Austria, einem Bastard von Kaiser Karl V., segelte Richtung Griechenland und traf am Morgen des 7. Oktober 1571 im Golf von Patras am nördlichen Ende der Peloponnes, auf die osmanische Kriegsflotte. Mit 255 Galeeren waren die Osmanen unter Admiral Ali Pascha eigentlich zahlenmäßig überlegen, aber es kommt nicht nur auf die Zahl an.
Auch wenn die sechs Galeassen die osmanische Flotte effektiv aus der Ferne beschossen, spielte sich ein Großteil der Schlacht im Nahkampf von Schiff zu Schiff ab. Während ein großer Teil der Truppen der Heiligen Liga mit schweren Schusswaffen (Arkebusen) ausgestattet war, kämpften die Osmanen noch größtenteils mit Pfeil und Bogen. Als das Flaggschiff der Osmanen, die Sultana, geentert wurde, wurde Admiral Ali Pascha von einer Kugel in die Stirn getroffen und sofort getötet, was ein Schlag gegen die Moral der Osmanen war.
Da bei vielen osmanischen Galeeren christliche Sklaven an den Rudern saßen, waren sie auch eine wichtige Unterstützung für die Heilige Liga. Nach etwas über fünf Stunden war die Schlacht geschlagen und von der osmanischen Flotte konnten nur etwa 30 Schiffe fliehen und Konstantinopel erreichen. Die Heilige Liga verlor lediglich 13 Schiffe und konnte insgesamt 117 osmanische Galeeren erbeuten und grob 12.000 christliche Rudersklaven befreien.
Aus diesem Sieg konnte die Heilige Liga aber keinen lang anhaltenden Erfolg machen, weil es für eine Weiterführung der Anstrengungen gegen das Osmanische Reich an ausreichend Bodentruppen mangelte. Deshalb hat Venedig 1573 den Verlust von Zypern vertraglich besiegelt und musste 300.000 Dukaten Kriegsentschädigung an die Osmanen zahlen. Das war das Ende der Heiligen Liga.
Wenn man sich stattdessen 117 Klemmbaustein-Schiffe geholt hätte, müsste man nicht nur weniger Menschen fürs Rudern versklaven, sie kosten auch deutlich weniger als 300.000 Dukaten.
Holt euch eure eigene venezianische Galeere!