Wie zur Hölle bleibt der da oben?
Das habe ich mich beim Anblick eines vor sieben Jahren in London ausgestellten Lego-Bauwerks aus der Community gefragt.
Das Motiv: Der Wüstenplanet Tatooine, genauer die berühmte Stadt Mos Eisley. Die gehört samt ihrer Bar/Cantina (Han shot first) seit dem ersten Kinofilm zu den bekanntesten Schauplätzen der weit, weit entfernten Galaxis.
Auch in Klemmbausteinen wurde die staubige Metropole schon in zahllosen Varianten abgebildet, entweder offiziell von Lego oder im Rahmen von Star-Wars-Dioramen privater Baumeister.
Eine Darstellung schlägt für mich aber alle anderen, und das schließt Videospiele Star Wars Outlaws oder Lego Star Wars: Die Skywalker Saga mit ein.
Auf der London Film and Comic Con 2019 zeigte die Brick Central Lego User Group ein gewaltiges Diorama der Wüstenstadt. Zwischen unzähligen Gebäuden, Feuchtigkeitskondensatoren und Basaren sticht ein Element sofort hervor: Ein Millennium Falcon, der scheinbar schwerelos über den Dächern in den Himmel schießt.
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Lego Star Wars: Die Skywalker Saga spielte gleich in mehreren Zeitebenen auf Tatooine
Mos Eisley erwacht aus unzähligen Steinen zum Leben
Das Gemeinschaftswerk, im Fan-Jargon als MOC (My Own Creation) bezeichnet, erstreckt sich über mehrere Tische und fängt das quirlige Treiben des Piratennests minutiös ein. Auf den sandfarbenen Straßen herrscht dichtes Gewusel: Sturmtruppen patrouillieren zwischen Jawas, die Schrott feilbieten, während Bewohner verschiedenster Spezies die Marktplätze bevölkern. Sogar Reittiere wie das Dewback stapfen an den Kuppeldächern vorbei.
Neben der berühmten Cantina gibt es eine Wartungsstation für zu reparierende Podcacer und gleich mehrere Hangars. Aus einem steigt wie ein Racheengel Han Solos Rasender Falke in die Himmel - und das ist ein Meisterwerk der Statik:
Ein Kunstgriff lässt den Rasenden Falken abheben
Das Herzstück der Konstruktion bildet der Abflug des ikonischen Frachters. Dabei handelt es sich um das offizielle UCS-Modell von Lego (Ultimate Collector Series) mit einem Gewicht von rund elf Kilo. Statt das schwere Raumschiff flach auf einem Landeplatz abzustellen, inszenierten die Baumeister jedoch eine dynamische Fluchtsequenz.
Der Frachter steigt in steilem Winkel fast senkrecht aus einem Hangar empor. Eine massive Säule aus transparenten, bläulichen Steinen stützt das Modell ab. Durch integrierte Beleuchtung entsteht die Illusion eines feurigen Triebwerksstrahls.
Doch normale Lego-Steine würden unter dem Gewicht dieses massiven Raumschiffs sofort zusammenbrechen? Wie also schwebt der Falke mehr als einen Meter über dem Boden? Auf Reddit spekulieren die User: Ein Stahlträger muss sich vom Set bis in das fliegende Raumschiff erstrecken und so der Konstruktion die dringen nötige Stabilität verleihen.
Gute Theorie! Das erklärt aber nicht, wie der Falke auf dem Klapptisch stehen bleibt, ohne dass unten ein Gegengewicht zu sehen wäre. Tisch und Falke müssten zur Seite fallen, stattdessen befindet sich alles in perfektem Gleichgewicht. Vielleicht habt ihr ja eine Theorie? Ansonsten kratze ich mir hier alleine den Schädel und frage mich weiter: Wie zur Hölle bleibt der da oben?
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