Betrug mit Windows Keys? Hausdurchsuchung bei Key-Händler Lizengo

Verdacht auf Betrug mit Windows Keys: Bei Lizengo wurden nun Privat- und Büroräume von der Kripo durchsucht.

von Dennis Zirkler,
27.08.2020 10:52 Uhr

Lizengo verkauft unter anderem Keys für Windows 10. Lizengo verkauft unter anderem Keys für Windows 10.

Im Auftrag der Kölner Staatsanwaltschaft kam es beim Key-Händler Lizengo , der bis Ende Oktober 2019 günstige Produktschlüssel für Microsoft-Produkte wie Windows 10 bei Edeka verkaufte, zu einer Hausdurchsuchung. Grund für die Ermittlungen ist eine Strafanzeige von Microsoft wegen Betrugs.

Microsoft geht gegen Lizengo vor

Wie Heise Online berichtet, durchsuchte die Kölner Kriminalpolizei am 18. August 2020 die Privat- und Büroräume der Geschäftsführung von Lizengo und stellte dabei Daten und Datenträger sicher:

"Die Staatsanwaltschaft Köln hat im Laufe dieser Woche Durchsuchungsmaßnahmen bei einem Online-Händler durchgeführt, dessen Verantwortlichen und weiteren Beschuldigten vorgeworfen wird, im Jahr 2019 in Märkten Produktschlüssel als angebliche 'Lizenzen' für Computerprogramme eines amerikanischen Softwareherstellers, der Anzeige erstattet hat, verkauft zu haben, ohne den Käufern ein tatsächliches Nutzungsrecht an den Computerprogrammen eingeräumt zu haben."

Lizengo selbst hält sich »vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Ermittlungen« relativ bedeckt. Auf Anfrage von Heise teilte das Unternehmen mit:

"Wir bestätigen, dass es ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln gibt. Die Lizengo GmbH & Co. KG ist in diesem Zusammenhang als Zeugin durchsucht worden. "

Lizengo gibt zudem an, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. Da strafrechtliche Ermittlungen gegen Personen, nicht aber gegen Unternehmen geführt werden, ist die Firma hier nur als Zeuge involviert.

Windows-Keys zu Schleuderpreisen

Lizengo verkauft - aktuell nur noch über die Webseite des Unternehmens - Produktschlüssel für zahlreiche Software-Produkte, darunter auch Microsofts Windows 10 und Office. Der Shop bietet dabei extrem günstige Preise an: Ein Key für Windows 10 Pro kostet zum Beispiel nur 40 statt über 200 Euro, die seriöse Händler für so eine Lizenz verlangen.

Ende Oktober wurde dann bekannt, dass Microsoft rechtliche Schritte gegen Lizengo einleiten will:

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Als Grund nannte Microsoft, dass Lizengo zwar funktionierende Produkt-Keys verkauft, diese aber nicht mit einer gültigen Lizenz gleichbedeutend seien:

"Product-Keys sind keine 'Lizenzen', sie dienen lediglich dazu, dass derjenige Kunde, der bereits ein Nutzungsrecht ('Lizenz') für ein Computerprogramm erhalten hat, dieses installieren und aktivieren kann."

Microsofts Produktidentifikationsservice (PID) prüfte die Herkunft der Lizengo-Keys und kam dabei zu dem Ergebnis, dass Product-Keys bereits an Vorerwerber übermittelt und teilweise schon zur Aktivierung von Microsoft-Computerprogrammen verwendet wurden, bevor der Vertrieb der Produktschlüssel durch Lizengo erfolgte.

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