Eigentlich hat YouTuber Pupsup bloß 1.300 Subscriber, doch seine neueste, dreiteilige »Videoreihe Modernization of Diablo« schlägt Wellen. Beispielsweise reagiert einer der größten Diablo-2-Experten – MrLlama – in mehrstündigen Streams auf die Ausführungen des kleinen Content Creators. Kein Wunder, schließlich stellt Pupsup eine ziemlich steile These auf: dass ausgerechnet Diablo 1 in den wichtigsten Punkten besser ist als Diablo 4.
Pupsup macht das an unzähligen Kategorien fest, beispielsweise der Story, dem Welt- und Dungeon Design, den Kämpfen und, und, und. Durch alle Bereiche zieht sich als roter Faden der Kerngedanke, dass die Diablo-Serie über die Jahre so viele Ecken und Kanten des Originals abgeschliffen hat, dass die Spielerfahrung dadurch beliebig, stumpf und generisch werde.
In aller Gänze könnt ihr euch das gerne selbst anschauen, aber ich will hier einen Aspekt rausgreifen, den ich besonders spannend finde: das Thema Loot. Pupsup will belegen, dass Loot sich in den alten Serienteilen besser anfühlt als in Diablo 4, weil Diablo 4 viel zu inflationär damit um sich wirft. Dahinter stecken drei Thesen:
- Mehr Loot sorgt nicht automatisch für ein besseres Spielgefühl.
- Guter Loot wirkt sich signifikant auf die Spielerfahrung aus.
- Das Levelscaling von Diablo ist hier ein Dorn im Auge.
Mehr Loot ist nicht automatisch besser
Bessere Ausrüstung soll sich – so Pupsup – wertvoll und selten anfühlen. Diablo 4 wirkt dem entgegen, indem es dich über die gesamte Kampagnenerfahrung hinweg mit Loot zumüllt. Um das zu belegen wagt der YouTuber eine Art statistisches Experiment.
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Er spielt jedes Diablo exakt zwei Stunden lang unter ähnlichen Ausgangsbedingungen und schaut, wie oft er die eigene Ausrüstung durch besseren Loot ersetzt. Das Ergebnis:
- In Diablo 1 rüstet er sich als Magier 5 mal neu aus.
- In Diablo 1 rüstet er sich als Krieger 10 mal neu aus.
- In Diablo 2 als Assassinin 15 mal.
- In Diablo 3 als Mönch 27 mal.
- In Diablo 4 als Sorceress satte 46 mal.
Gegenüber Diablo 1 hat sich die Loot-Rate je nach Bezugspunkt also verfünf- beziehungsweise verneunfacht. Pupsup räumt natürlich ein, dass der Vergleich hinkt. Diverse Faktoren bleiben bei der Gegenüberstellung unberücksichtigt, beispielsweise das höhere Spiel- und Bewegungstempo moderner Diablos.
Trotzdem untermauert er damit seine These: Loot fühlt sich in D4 lahm an, weil ihr gefühlt alle fünf Minuten eure Rüstungsteile gegen irgendwas Neues, minimal Besseres austauscht. Das ändert sich natürlich, wenn ihr euren Endgame-Build erreicht, nur ist der Weg dahin – so die These – eben deutlich langweiliger als früher.
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Levelscaling bricht der Loot-Erfahrung das Genick
Pupsup verheiratet diesen Gedanken mit einer allgemeinen Kritik am Levelscaling. Idealerweise befindet ihr euch in einem Rollenspiel mit euren Gegnern in einem permanenten Wettrüsten.
Mal kloppen euch Feinde in einem neuen Gebiet die Rübe ein, dann rüstet ihr euch um, wechselt die Strategie, findet vielleicht ein mächtiges Schwert und wendet das Schicksal zu euren Gunsten: Jetzt vermöbelt ihr zwei Dungeons lang jeden Gegner, bevor ihr euch dann vielleicht am nächsthärteren Boss wieder die Zähne ausbeißt.
In der Kampagnenerfahrung von Diablo 4 fehle das. Weil alle Gegner in allen Gebieten permanent dem eigenen Level entsprechen, mosht ihr euch durch sämtliche Gebiete mit der immer gleichen Strategie und neue Beute wirkt sich so marginal aus, weil auch der Loot auf euer Level skaliert.
Wichtig: Pupsup spricht hier explizit von der Kampagnenerfahrung, also dem Weg ins Endgame. Ob und wie sich das in der Pit oder den Capstone Dungeons ändert, klammert er dabei aus.
Diablo 1 habe hier insgesamt eine bessere Balance: Mal fühlt ihr euch mächtig, nur um ein Stockwerk tiefer vom Butcher an die Wand getackert zu werden. Ein besonders starkes Ausrüstungsteil kann für die nächsten zwei Stunden die Spielerfahrung umwerfen, statt euch nur fünf Minuten zu beschäftigen.
Wie seht ihr das?

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