Mainboard zu alt? 7 Gründe, die klar für einen Wechsel sprechen

Es kommt nicht oft vor, aber auch Mainboards müssen von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Hier erfahrt ihr, wann das der Fall ist.

von Alexander Köpf,
19.04.2022 16:27 Uhr

Bildquelle: Pixbay Bildquelle: Pixbay

Wenn es darum geht, den Gaming-Rechner etwas aufzumöbeln, fällt der Blick meist direkt auf die Bilder pro Sekunde, sprich: die FPS in Spielen. Sind sie zu gering, ist das einer von mehreren Gründen, die ganz klar für einen Wechsel der Grafikkarte sprechen.

Oftmals reicht ein Upgrade der GPU jedoch nicht aus, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Dann kann es an der Zeit sein, den Prozessor zu tauschen. Von der CPU zum Mainboard ist dann auch kein weiter Weg mehr. Wann stehen also die Zeichen auf einen Wechsel der Hauptplatine?

#1: Neue CPU

Wie bereits erwähnt, kann es gute Gründe dafür geben, die CPU zu wechseln. Nicht selten setzt der Tausch des Prozessors dabei auch ein Upgrade des Mainboards voraus. Gerade Intel spendiert neuen Prozessoren öfter auch einen neuen Sockel mit geändertem Pin-Layout. Selten reicht ein Sockel mehr als zwei CPU-Generationen.

Bei AMD sieht das ein bisschen anders aus: Die Sockel werden oftmals sehr lange unterstützt, wie es zum Beispiel beim AM4 der Fall ist, der alle bisherigen Zen-Prozessoren, also Ryzen 1000, Ryzen 2000, Ryzen 3000 und Ryzen 5000 beherbergt. Ab der kommenden Generation, die auf den Namen Ryzen 7000 hört, setzt AMD dann jedoch auf den neuen Sockel AM5.

Achtet beim Kauf einer neuen CPU also besonders darauf, ob sie von eurem alten Mainboard unterstützt wird. Am besten schlagt ihr hierfür direkt auf der jeweiligen Produktseite des Herstellers und nicht etwa bei Händlern nach, um auch absolut sicher zu sein.

#2: Neuer Arbeitsspeicher

Es kommt nicht so oft vor, aber alle paar Jahre erfährt Arbeitsspeicher ein Upgrade in Form eines neuen Standards. So hat DDR4-RAM bereits acht Jahre auf dem Buckel, seit Kurzem steht mit den ersten DDR5-Modulen ein Nachfolger in den Startlöchern.

Neue Speicherstandards passen in der Regel jedoch nicht auf ein Mainboard mit Unterstützung für ältere Module – von wenigen Platinen abgesehen, die unterschiedliche DIMM-Slots für beide Standards beherbergen. Beim Wechsel beispielsweise von DDR4 auf DDR5 müsst ihr also im Normalfall euer Mainboard gleich mit tauschen.

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#3: Schnellerer Datentransfer

Ebenfalls recht selten ist ein neuer PCIe-Standard. So gibt es PCIe 3.0 schon über zehn Jahre und wurde erst vor Kurzem durch PCIe 4.0 abgelöst. Tatsächlich gibt es sogar schon PCIe 5.0. Dass ein Standard so schnell überholt wird, ist allerdings nicht die Regel.

Peripheral Component Interconnect Express, wie PCIe ausgesprochen heißt, ist für den Datenaustausch zwischen einzelne Komponenten zuständig, also beispielsweise von Festplatte zu Festplatte oder auch von Prozessor und Arbeitsspeicher, und so weiter. Grob lässt sich sagen, dass mit jedem neuen Standard die Bandbreite pro Leiterbahn verdoppelt wird. Wenn ihr beispielsweise eine neue Festplatte mit Unterstützung für PCIe 4.0 verbauen wollt, muss das Mainboard PCIe 4.0 also ebenfalls beherrschen.

Wie relevant neue PCIe-Standards für Spieler sind, ist indes umstritten. Die Performance-Vorteile halten sich im Moment noch in Grenzen. Denkbar ist, dass PCIe 4.0 und höher durch neue Techniken wie Microsofts DirectStorage mehr an Bedeutung gewinnen.

Mit DirectStorage ist es möglich, Daten direkt von der schnellen NVMe-SSD in die Grafikkarte zu streamen und so Ladezeiten und sogenannte Pop-In-Effekte zu minimieren. Das könnte die Rolle von PCIe hervorheben.

#4: NVMe-SSD

Die flachen und schnellen NVMe-SSDs brauchen eine besondere Schnittstelle. Die flachen und schnellen NVMe-SSDs brauchen eine besondere Schnittstelle.

Wenn wir gerade schon beim Thema NVMe-SSDs sind: Um davon überhaupt zu profitieren, braucht es auf dem Mainboard auch eine entsprechende Schnittstelle, einen sogenannten M.2-Slot. Das bieten längst nicht alle Mainboards. Insbesondere ältere Modelle beherrschen den Speicherstandard oftmals noch nicht und ein Upgrade kann geboten sein.

#5: Neue oder mehr Funktionen

Generell sind neue Funktionen ein häufiger Grund, warum der Tausch eines Mainboards sinnvoll sein kann. Ihr wollt beispielsweise vom aktuellsten USB-Standard profitieren, aber nicht auf eine Erweiterungskarte zurückgreifen? Dann hilft nur das Upgrade auf eine neue Platine.

Es kann auch schlicht sein, dass ihr so viele Geräte angeschlossen habt, dass euer Mainboard respektive der verbaute Chipsatz überfordert ist. Die Konsequenz sind etwaige Flaschenhälse, die kostbare Leistung fressen. Ein neues Mainboard mit leistungsstärkerem Chipsatz kann hier Abhilfe schaffen.

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#6: Overclocking

Falls ihr plant, euren Prozessor zu übertakten, sollte auch das Mainboard dazu passen. Das gilt einerseits für die Ausstattung und den Funktionsumfang im BIOS/UEFI. Andererseits geht Overclocking in der Regel auch mit einer höheren Leistungsaufnahme einher. Dafür sollte das Mainboard dann ausgelegt sein und ein Design mit entsprechend vielen und hochwertigen Spannungswandlern bieten.

Um beispielsweise einen aktuellen High-End-Prozessor von Intel oder AMD auf allen Kernen möglichst hoch zu übertakten, ist neben einer guten CPU auch eine ausreichende und gleichmäßige Spannungsversorgung wichtig, da es ansonsten zu Instabilitäten kommen kann.

#7: Schäden

Es klingt zunächst vielleicht wie eine Binsenweisheit, aber auch Schäden kommen als Grund für den Tausch eines Mainboards infrage. So können beispielsweise Pins auf Platinen für Intel-Prozessoren so weit verbogen sein, dass sie sich nicht mehr geradegerücken lassen und eure CPU dadurch nicht ordnungsgemäß funktioniert.

Es kommt auch vor, dass Kondensatoren kaputtgehen. Das erkennt ihr in der Regel, wenn sie sich seltsam aufblähen und nach außen wölben. Theoretisch könntet ihr sie zwar auslöten und neue einsetzen, aber dafür ist nicht jeder daheim ausgestattet.

Wie oft wechselt ihr euer Mainboard? Immer dann, wenn ihr einen neuen Prozessor kauft, oder achtet ihr vielleicht sehr genau darauf, dass die Platine mehrere CPU-Generationen reicht? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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