Manor Lords ist schon jetzt erfolgreich. Direkt zum Launch-Tag verkaufte es über eine Million Exemplare (inzwischen mehr als zwei Millionen) und erreichte in der ersten Woche einen Spielerhöchststand von fast 173.000 auf Steam.
Hinter dem zumindest anfangs von einem Solo-Entwickler gestarteten Projekt (ja, wirklich und es gibt noch viel mehr unglaubliche Erfolgsgeschichten) steckt zweifelsohne schon jetzt ein gelungenes Aufbauspiel mit einigen cleveren Spielideen, die auch unser Test lobt:
Allerdings sticht das Projekt auch dadurch heraus, dass man sich um ein glaubhaftes Mittelalter-Setting bemüht hat. Und das spielte bei der Entwicklung sogar eine so große Rolle, dass Entwickler Slavic Magic die Geschichte selbst in kleinste Details einfließen ließ.
Mit dem historischen Berater und Mittelalterforscher Andreas Copeylius
Moitzi sprechen wir darüber, wie das gelingen kann, ohne Spielspaß einzubüßen und wo die größten Hürden lagen.
Wer ist Copeylius?
Andreas Moitzi ist Doktor im Fachbereich für mittelalterliche Geschichte und spezialisierte sich auf spätmittelalterliche Stadt- und Militärgeschichte. Als Streamer auf Twitch versucht er Unterhaltung mit Wissenschaftskommunikation zu verbinden und konzentriert sich dabei besonders auf Strategie- und Aufbauspiele. Bei Manor Lords war er als Alpha-Tester und Berater tätig. Hat euch der Artikel erst so richtig neugierig gemacht, könnt ihr ihn in den Kommentaren noch mit weiteren Fragen löchern.
»Ein historisierendes Spiel sagt mehr über die Entwickler als über Geschichte«
Bei historisierenden Spielen geht es nicht nur um den Eindruck von Authentizität, findet Andreas Moitzi. Für ihn tragen die Entwickler auch eine gewisse Verantwortung, kein falsches oder irgendwie gefärbtes Bild der Zeit nach außen zu tragen. Denn wie Geschichte im Spiel dargestellt wird, bestimme oft auch das Bild und die Meinung der Spieler:
»Unser Ziel ist es, mit Manor Lords eine glaubhafte Lebenswelt zu erschaffen, die sich am 14. Jahrhundert orientiert. Dabei soll ein frisches Mittelalterbild präsentiert werden, das im besten Fall frei von Stereotypen und Vorurteilen bleibt und sich geschichtswissenschaftlichen Erkenntnissen annimmt.
Damit soll sich Manor Lords von anderen Projekten absetzen, die Klischees aufgreifen und weitertransportieren, oder im schlimmsten Fall zur Verbreitung von persönlichen Weltvorstellungen und Werten herangezogen werden. Denn ein historisierendes Videospiel erzählt in erster Linie etwas über das Geschichtsverständnis und Geschichtsbild des Entwicklerstudios, und weniger etwas über die Zeit, die das Spiel darzustellen versucht.
Außerdem prägt ein historisierendes Videospiel das Bild, das wir von einer vergangenen Zeit im Kopf tragen. Umso wichtiger ist es, damit sensibel und vorsichtig umzugehen.«
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