Wer heute an die Hochzeit der Strategiespiele denkt, blickt oft wehmütig zurück. Die Ära, in der Giganten wie Blizzard mit Starcraft Maßstäbe setzten oder Electronic Arts mit Command & Conquer die Massen begeisterten, liegt lange zurück.
Große Publisher scheuen heute oft das Risiko, ein vorwiegend am PC populäres Genre mit neuen Titeln zu bestücken. Denn Strategiespiele erfordern aufgrund ihrer Komplexität einerseits viel Entwicklungsaufwand, sind andererseits trotz allem oft in der Nische verortet. Es gibt einfachere Möglichkeiten, sehr viel mehr Geld mit Videospielen zu verdienen: Multiplayer-Shooter, Live Service, Mikrotransaktionen, Open Worlds - ihr kennt den Sermon.
Doch nachdem die alten Flaggschiffe den Hafen der Strategie verlassen haben, ist in Dallas, Texas, ein neuer, schlanker und smarter Zerstörer vom Band gelaufen, der die vermeintlich unumstößlichen Regeln der Branche gerade atomisiert: Hooded Horse.
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Manor Lords ist der bislang größte finanzielle Erfolg von Hooded Horse. Wir zeigen euch die neuen Burgen im Aufbauspiel
Das Unternehmen, das 2019 von Tim Bender und Snow Rui gegründet wurde, hat sich innerhalb kürzester Zeit vom Geheimtipp zum aufrechten Streiter für das Erbe der PC-Strategie entwickelt. Während andere Firmen über schrumpfende Margen klagen, feiert Hooded Horse Erfolge mit Titeln, die auf dem Papier eigentlich zu komplex für den Massenmarkt sind.
Der Erfolg gibt ihnen recht: Manor Lords, Against the Storm oder Workers & Resources: Soviet Republic sind Verkaufsschlager, die Millionen von Spielern erreichen. Doch hinter dieser Siegesserie steckt kein glücklicher Zufall, sondern eine radikale Philosophie, der wir für GameStar Plus auf den Grund gehen.
Der neue Retter der Strategiespiele
Die Gründungsgeschichte von Hooded Horse ist eher atypisch. CEO Tim Bender ist kein klassischer Brancheninsider, der sich von der Pike auf durch die Hierarchien eines Studios gekämpft hat, sondern studierter Jurist der Stanford Law School. Früher war er als Berater bei McKinsey tätig.
Benders Leidenschaft galt jedoch jahrelang dem Modden von Titeln wie Mount & Blade. Zwischen 2015 und 2018 verbrachte er seine Freizeit damit, tief in die Systeme komplexer Spiele einzutauchen.
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