Das Marvel Cinematic Universe hat bis heute weltweit über 32,4 Milliarden US-Dollar eingespielt und ist somit das erfolgreichste und gleichzeitig auch größte Franchise der Kinogeschichte.
An den Erfolg von Superhelden wie Iron Man, Thor oder Black Panther hat im Jahre 1998 - also vor dem großen MCU - fast niemand in Hollywood geglaubt. Mittlerweile dürfte sich der ein oder andere Konzern darüber grün und blau ärgern - allen voran Sony.
Kleiner Preis, viele Helden
Im Jahre 1998 verkaufte die Comicfirma Marvel die Filmrechte an Spider-Man für gerade einmal
sieben Millionen Euro an Sony. Im Vergleich zum heutigen Wert des Universums ist das natürlich wenig. Der Deal entstand damals aus eigener Geldnot seitens des Comic-Konzerns.
Das Kuriose daran: Hätte Sony noch weitere 18 Millionen Dollar hingelegt, wären sogar noch die Avengers und andere Helden mit dabei gewesen.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal (via Complex) schlug der damalige Sony-Manager Yair Landau seinem Chef das Angebot von Marvel vor. Der zeigte sich jedoch unbeeindruckt und Landau erinnerte sich daran, dass sein Vorgesetzter Folgendes sagte:
Niemand interessiert sich für die anderen Marvel-Charaktere. Geh zurück und schließe einen Vertrag nur für Spider-Man ab.
Der Sony-Chef lag vor 27 Jahren mit seiner Meinung aber nicht völlig daneben, denn die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft war bis dato einer der beliebtesten Superhelden. Die Spider-Man-Trilogie mit Tobey Maguire heimste Sony große kommerzielle Erfolge ein, und auch die Across-the-Spider-Universe-Reihe ist nach wie vor beliebt.
Dass die Avengers einmal so berühmt werden würden, war damals noch nicht abzusehen. Black Widow, Captain America und der Rest waren zwar für die Popkultur durchaus relevant, aber nicht für die Film-Industrie. Deshalb wusste es der Sony-Chef vermutlich nicht besser. Trotzdem glaubte Marvel an seine Figuren und wollte nicht mehr davon abhängig sein, die Rechte für ihr Material zu verkaufen. Also musste eine Alternative her.
0:45
Thunderbolts bei Disney Plus streamen: Der beste Marvel-Film 2025 landet noch im August im Streaming-Abo
Marvel hatte einen Plan
Im September 2005 wagte das Unternehmen einen Neuanfang. Marvel Enterprises wurde in Marvel Entertainment umbenannt und es gab erste Pläne für eigene Filmprojekte. Der wichtigste Eckpfeiler dieser Umstrukturierung war der erste Teil von Iron Man, der das neue Universum einleitete.
Nur vier Jahre später kauft Disney Marvel Entertainment für vier Milliarden US-Dollar auf (via Tagesspiegel). Bis dahin wurden lediglich Iron Man und Der unglaubliche Hulk in den Kinos veröffentlicht. Doch der Erfolg - vor allem von Iron Man - zeigte deutlich, wie viel Potenzial in den Adaptionen der Comic-Charaktere steckt.
Iron Man nahm an den Kinokassen mehr als das Dreifache des geschätzten Budgets von 140 Millionen US-Dollar wieder ein (via Box Office Mojo). Das MCU wuchs danach immer weiter und machte Milliarden-Umsätze.
Sonys Pläne für ein eigenes Universum waren hingegen nie so ertragreich wie erhofft. Zunächst hatte man Franchise-Ambitionen für The Amazing Spider-Man mit Andrew Garfield in der Hauptrolle, die jedoch gescheitert sind. Vier Jahre später wollte Sony das Spider-Man Universe erschaffen.
Abgesehen von der Venom-Reihe jagte dort jedoch ein Kinoflop den nächsten. Morbius, Madame Web oder Kraven the Hunter - um nur ein paar Beispiele zu nennen. Mit Kraven wurde das Universum dann endgültig begraben. Bei einem geschätzten Budget von 110 bis 130 Millionen Dollar, spielte der Film nur 62,1 Millionen Dollar ein und markierte einen herben Verlust für Sony (via Box Office Mojo).
Aktuell macht Marvel aber auch schwierige Zeiten durch. Seit Avengers: Endgame schwindet das Interesse an dem Franchise stetig. Die letzten drei Filme Captain America: Brave New World, Thunderbolts* und Fantastic Four: First Steps lösten nicht mehr die Euphorie bei Fans aus wie die Abenteuer von Iron Man und Co.
Mit Doomsday erscheint am 16. Dezember 2026 nach sieben Jahren wieder ein Avengers-Teil. Vielleicht kann der das Ruder wieder herumreißen. Falls ihr mehr zu dem Thema erfahren möchtet, dann schaut doch in der obigen Box einmal vorbei. Dort verlinken wir euch weitere passende Artikel.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.