50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

99% positive Steam-Reviews: Dieses Koop-Spiel ist mein bisheriges Highlight des Jahres

Meinung: Für Mary war nicht Elden Ring, God of War oder Call of Duty das beste Spiel des (bisherigen) Jahres, sondern eine kleine Indie-Perle.

Steam-Reviews lügen nicht. Okay, manchmal schon, wenn mal wieder ein Review-Bombing passiert. Grundsätzlich sind sie allerdings ein hervorragender Indikator dafür, ob ein Spiel nur hübsch aussieht, oder ob der Inhalt auch hält, was die Verpackung verspricht. Auch in unserem Redaktionsalltag schauen wir oft auf die ersten Reviews, wenn es sich um einen unbekannten, aber bereits erschienenen Titel handelt. 

Marylin Marx
Marylin Marx

Mary ist aktuell etwas müde von riesigen Open Worlds und großen Blockbustertiteln und spielt die meiste Zeit irgendwelche Indie-Perlen, von denen sie dann jedem begeistert erzählen muss. Sie liebt Spiele mit komischem Humor, Selbstironie und gut geschriebenen Charakteren. All diese drei Qualitäten finden sich auch in ihrem heutigen Geheimtipp wieder.

Deswegen wundert es mich, dass bisher noch keiner meiner Kollegen auf diesen Koop-Geheimtipp aufmerksam geworden ist, der seit seinem Release am 21. Oktober durch die Steam-Rezensionsdecke ging. 99 Prozent positive Steam-Reviews bei knapp 1.000 abgegebenen Einschätzungen. Klar, das ist jetzt nicht zu vergleichen mit den 65.000 Bewertungen eines Call of Duty, für ein recht besonderes Indie-Spiel darf sich die Zahl aber schon sehen lassen.

Besonderes Indie-Spiel? Und wie! Bevor ich euch jetzt den Titel verrate, damit eure Neugier endlich befriedigt ist, lasst mich euch kurz anhand der Steam Reviews beweisen, warum es so besonders ist:

Kult oder nicht Kult Habe einen Typen überzeugt, seinen Kult zu verlassen um seine Ehe zu retten und bin dann selbst genau diesem Kult beigetreten. 10/10 Spiel des Jahres

Katzenzauberer Ich bin der größte Katzenzauberer geworden. Meine Freundin hat sich in einen Laternenpfahl verliebt. Das Leben ist schön. 11/10

Endlich frei Ich tollte mit Pferdemädchen herum und starb direkt danach an Erschöpfung. Die Historiker der Zukunft entschieden, dass ich ein ungeliebtes Geschöpf war, doch wussten sie nichts von meinem famosen Wiehern und von den Weiden, die ich galant durchstreifte. Sie wussten nichts von den Winden, die durch meine glänzende Mähne tanzte, als mein Roadtrip sein pferdisches Ende erreichte. Vielleicht war ich ungeliebt, aber wenigstens war ich frei. 10/10

Choose your own adventure

Nachdem ich euch jetzt hoffentlich etwas angefixt habe, verrate ich euch auch den Titel: Mein Highlight des Jahres heißt bisher Monster Roadtrip und verbindet Ressourcen-Management mit fantastischen Dialogen, tollen Zeichnungen und ja, auch ein wenig Dating-Sim. Entgegen der beiden Vorgänger Monster Prom und Monster Camp fällt der Dating-Aspekt dieses Mal aber sehr gering aus und der Fokus liegt auf dem Adventure-Teil. Deswegen hört mir noch ein wenig zu, bevor ihr sagt, dass dieses Spiel nichts für euch ist.

Erinnert ihr euch noch an die Choose Your Own Adventure-Bücher, in denen ihr immer entscheiden musstet, wie eure Geschichte weitergehen soll? Für jede Abzweigung, die ihr nahmt, habt ihr Punkte für verschiedene Werte verloren oder dazugewonnen. Genau so funktioniert das Grundprinzip von Monster Roadtrip auch.

Am besten schaut ihr euch mal den Trailer an:

Video starten 1:58 Monster Roadtrip: Trailer zeigt, wer und was euch im verrückten Adventure erwartet

Ihr klickt euch durch eine Reihe Dialoge und müsst immer wieder entscheiden, welche Stopps ihr einlegt, was ihr dort tun wollt und wie ihr auf die verschiedenen Szenarien reagiert. Dabei könnt natürlich nach eurem Bauchgefühl gehen und die absurdeste oder witzigste Option wählen, aber solltet eure Statuswerte nicht ganz aus den Augen verlieren. Denn: Landet einer dieser Werte auf null, heißt es Game Over und ihr dürft von vorn beginnen. 

Auf dem Roadtrip nicht eure Seele oder all euer Geld zu verlieren ist gar nicht mal so einfach, denn welche Statuswerte ihr erhöht oder verringert ist nicht immer ersichtlich. Oft müsst ihr anhand eurer Antwortoptionen erraten, welcher Wert sich dahinter versteckt. Und als sei das nicht genug, müsst ihr auch noch einen Wert auf 25 Punkte erhöhen, damit ihr das Ende eures Roadtrips erreicht.

Geben und Nehmen Du erhältst +2 auf Magie, weil das Loch durch die Gewissheit besänftigt ist, dass komische Touristen irgendetwas im Schilde führen. Aber du verlierst -2 auf deine Seele, weil du derart belastende Beweise hineingeworfen hast.

Die Qual der Wahl An den einzelnen Zwischenstopps könnt ihr euch entscheiden, was ihr tun wollt. Dabei werden euch manchmal bereits angezeigt, welche Werte ihr verbessert oder verschlechtert und wie die Punkteverteilung aussieht. Das gelbe Schild mit den beiden Pfeilen steht für einen gleichmäßigen Austausch von postiven und negativen Werten. Das blaue Schild mit den weißen Pfeilen nach oben bedeutet, dass ihr entscheiden könnt, wie hoch euer Gewinn und Verlust ausfällt. Ob ihr mehr gewinnt oder verliert, wisst ihr nicht.

Übersicht aller Inhalte Jeder Durchlauf schaltet neue Enden frei. Jede Endstation hat mehrere Enden. Je nachdem, was ihr auf dem Weg dorthin tut.

Eure Ziele Erreicht 25 Punkte in einem eurer Statuswerte und überlebt bis zum Ende der Woche, erreicht ihr euer Ziel und damit eines der Enden im Spiel.

Je nach getroffenen Entscheidungen und ob ihr auf dem Weg zum Reiseziel noch die Liebe eures Straßenlebens findet oder an einer Raststätte aufgabelt, erlebt ihr eines der insgesamt 38 Enden, die alle mal mehr, mal weniger verrückt sind.

Nicht ohne meinen Beifahrer

Verrückt sind nicht nur die Charaktere an sich, sondern wirklich jede einzelne Dialogzeile, die ihr im Spiel lesen werdet. Monster Roadtrip schafft es, genau wie seine geistigen Vorgänger, den Mix aus absurden Ideen und cleveren Witzen aufrechtzuerhalten und legt mit jeder Menge Parodien auf das wahre Leben, die manchmal fast zu nah an der Realität liegen, nochmal eine Schippe obendrauf.

Erschafft eine komplexe Wirtschaft, die auf Mikrotransaktionen basiert. Das ist gerade der heiße Scheiß in Mobile-Spielen, also müssen es die Spielerinnen und Spieler lieben, richtig? "Erschafft eine komplexe Wirtschaft, die auf Mikrotransaktionen basiert. Das ist gerade der heiße Scheiß in Mobile-Spielen, also müssen es die Spielerinnen und Spieler lieben, richtig?"

Das ist einer der Gründe, warum nicht nur ich, sondern auch die ganze Steam-Reviewerschaft so begeistert ist. Ein anderer ist das ebenfalls im Vergleich zu den Vorgängern ausgebaute Koop-System. Wer keine Lust auf Solotouren hat, geht mit bis zu drei weiteren Freunden an den Start. Dabei habt ihr alle Freiheiten der Welt. Ihr könnt euch online oder lokal zusammenfinden, entscheiden, ob ihr euch einen Controller teilen wollt und ob ihr lieber kooperativ oder gegeneinander spielen wollt und wie schwer es sein darf.

Etwa wird im Friend-Hugger-Modus niemand zum besten Spieler gekrönt oder bekommt ein schlechtes Ende, während im Prank-Master-Modus zusätzliche Aufgaben verteilt werden, die es zu erledigen gibt. Die drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade helfen zusätzlich beim Finetuning.

Bei den aktuell hohen Benzinpreisen sind wir auf Magie umgestiegen. Nur ist die uns leider auch ausgegangen. Bei den aktuell hohen Benzinpreisen sind wir auf Magie umgestiegen. Nur ist die uns leider auch ausgegangen.

Der beste Teil am Zusammenspiel mit Freunden ist aber nicht die Entscheidung, ob ihr gegeneinander oder zusammenspielt, sondern, dass ihr gemeinsam eine ganze Fülle von Reisen und Geschichten gleichzeitig erlebt und über Entscheidungen diskutieren könnt. Welcher Statuswert verbirgt sich hinter der Entscheidung? Wollt ihr lieber eine Gans auf die Polizei loslassen oder euch als Undercover-Cops ausgeben, um einer Strafe zu entkommen? Das Spannende am Multiplayer ist nicht das Gameplay an sich, sondern was ihr daraus macht.

Das perfekte Koop-Spiel - nicht nur für Fans der Reihe

Monster Roadtrip geht im Gegensatz zu seinen Vorgängern einen komplett anderen Weg. Weg vom Dating-Sim-Fokus, hin zu mehr Ressourcen-Management und teilweise echt knackigen Spielpartien, die zusammen mit Freunden nochmal viel mehr Spaß machen. Aufgrund der einfachen Steuerung und des einfach zu verstehen, schwer zu meistern-Effekts bekommt ihr hier auch Freunde oder Familie vor den Bildschirm, die sonst eher wenig mit Videospielen anfangen können.

Durch den breiteren Adventure-Ansatz öffnet sich die Reihe nun endlich auch für alle, die bisher nichts mit den Liebschaften zwischen Monstern anfangen konnten, gleichzeitig aber auf abgedrehte und humorvolle Geschichten stehen und gute Dialoge zu schätzen wissen.

Freies Maschinengewehr "Fantastisch, wir haben uns die Zeit mit etwas Vorgeplänkel vor unserem nächsten Mordanschlag vertrieben und uns ist aufgefallen, wir haben noch ein freies Maschinengewehr. Möchtest du mitmachen?"

Beziehungs- und Kult-Probleme Hier beschwert sich die schwarze Witwe, dass ihr Ehemann nur noch Zeit für seinen Kult hätte. Dieses Problem wollen wir lösen.

Innige Gespräche Die Möglichkeit auf Dates mit unseren Mitfahrerinnen und Mitfahrern wird uns in innigen Gespärchen geboten. Je öfter wir mit ihnen sprechen, desto mehr besteht die Chance auf ein romantisches Ende.

Die Autoren haben es geschafft, dass fast jeder Witz und jede einzelne Textzeile sitzt. Sie greifen aktuelle Themen wie das Metaverse oder auch den aktuellen Spielejournalismus clever auf und parodieren beinahe jede popkulturelle Entwicklung, die euch einfällt. Gleichzeitig wachsen euch aber auch die einzelnen Charaktere ans Herz. Das schaffen in meinen Augen nicht viele Spiele, weswegen es für mich ein absolutes Jahres-Highight ist.

In den Steam-Reviews haben viele ihr Herz an den Mossman verloren. Warum, das müsst ihr wohl selbst herausfinden. 

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