Steam-Reviews lügen nicht. Okay, manchmal schon, wenn mal wieder ein Review-Bombing passiert. Grundsätzlich sind sie allerdings ein hervorragender Indikator dafür, ob ein Spiel nur hübsch aussieht, oder ob der Inhalt auch hält, was die Verpackung verspricht. Auch in unserem Redaktionsalltag schauen wir oft auf die ersten Reviews, wenn es sich um einen unbekannten, aber bereits erschienenen Titel handelt.
Deswegen wundert es mich, dass bisher noch keiner meiner Kollegen auf diesen Koop-Geheimtipp aufmerksam geworden ist, der seit seinem Release am 21. Oktober durch die Steam-Rezensionsdecke ging. 99 Prozent positive Steam-Reviews bei knapp 1.000 abgegebenen Einschätzungen. Klar, das ist jetzt nicht zu vergleichen mit den 65.000 Bewertungen eines Call of Duty, für ein recht besonderes Indie-Spiel darf sich die Zahl aber schon sehen lassen.
Besonderes Indie-Spiel? Und wie! Bevor ich euch jetzt den Titel verrate, damit eure Neugier endlich befriedigt ist, lasst mich euch kurz anhand der Steam Reviews beweisen, warum es so besonders ist:
Choose your own adventure
Nachdem ich euch jetzt hoffentlich etwas angefixt habe, verrate ich euch auch den Titel: Mein Highlight des Jahres heißt bisher Monster Roadtrip und verbindet Ressourcen-Management mit fantastischen Dialogen, tollen Zeichnungen und ja, auch ein wenig Dating-Sim. Entgegen der beiden Vorgänger Monster Prom und Monster Camp fällt der Dating-Aspekt dieses Mal aber sehr gering aus und der Fokus liegt auf dem Adventure-Teil. Deswegen hört mir noch ein wenig zu, bevor ihr sagt, dass dieses Spiel nichts für euch ist.
Erinnert ihr euch noch an die Choose Your Own Adventure
-Bücher, in denen ihr immer entscheiden musstet, wie eure Geschichte weitergehen soll? Für jede Abzweigung, die ihr nahmt, habt ihr Punkte für verschiedene Werte verloren oder dazugewonnen. Genau so funktioniert das Grundprinzip von Monster Roadtrip auch.
Am besten schaut ihr euch mal den Trailer an:
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Monster Roadtrip: Trailer zeigt, wer und was euch im verrückten Adventure erwartet
Ihr klickt euch durch eine Reihe Dialoge und müsst immer wieder entscheiden, welche Stopps ihr einlegt, was ihr dort tun wollt und wie ihr auf die verschiedenen Szenarien reagiert. Dabei könnt natürlich nach eurem Bauchgefühl gehen und die absurdeste oder witzigste Option wählen, aber solltet eure Statuswerte nicht ganz aus den Augen verlieren. Denn: Landet einer dieser Werte auf null, heißt es Game Over und ihr dürft von vorn beginnen.
Auf dem Roadtrip nicht eure Seele oder all euer Geld zu verlieren ist gar nicht mal so einfach, denn welche Statuswerte ihr erhöht oder verringert ist nicht immer ersichtlich. Oft müsst ihr anhand eurer Antwortoptionen erraten, welcher Wert sich dahinter versteckt. Und als sei das nicht genug, müsst ihr auch noch einen Wert auf 25 Punkte erhöhen, damit ihr das Ende eures Roadtrips erreicht.
Je nach getroffenen Entscheidungen und ob ihr auf dem Weg zum Reiseziel noch die Liebe eures Straßenlebens findet oder an einer Raststätte aufgabelt, erlebt ihr eines der insgesamt 38 Enden, die alle mal mehr, mal weniger verrückt sind.
Nicht ohne meinen Beifahrer
Verrückt sind nicht nur die Charaktere an sich, sondern wirklich jede einzelne Dialogzeile, die ihr im Spiel lesen werdet. Monster Roadtrip schafft es, genau wie seine geistigen Vorgänger, den Mix aus absurden Ideen und cleveren Witzen aufrechtzuerhalten und legt mit jeder Menge Parodien auf das wahre Leben, die manchmal fast zu nah an der Realität liegen, nochmal eine Schippe obendrauf.
Das ist einer der Gründe, warum nicht nur ich, sondern auch die ganze Steam-Reviewerschaft so begeistert ist. Ein anderer ist das ebenfalls im Vergleich zu den Vorgängern ausgebaute Koop-System. Wer keine Lust auf Solotouren hat, geht mit bis zu drei weiteren Freunden an den Start. Dabei habt ihr alle Freiheiten der Welt. Ihr könnt euch online oder lokal zusammenfinden, entscheiden, ob ihr euch einen Controller teilen wollt und ob ihr lieber kooperativ oder gegeneinander spielen wollt und wie schwer es sein darf.
Etwa wird im Friend-Hugger-Modus niemand zum besten Spieler gekrönt oder bekommt ein schlechtes Ende, während im Prank-Master-Modus zusätzliche Aufgaben verteilt werden, die es zu erledigen gibt. Die drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade helfen zusätzlich beim Finetuning.
Der beste Teil am Zusammenspiel mit Freunden ist aber nicht die Entscheidung, ob ihr gegeneinander oder zusammenspielt, sondern, dass ihr gemeinsam eine ganze Fülle von Reisen und Geschichten gleichzeitig erlebt und über Entscheidungen diskutieren könnt. Welcher Statuswert verbirgt sich hinter der Entscheidung? Wollt ihr lieber eine Gans auf die Polizei loslassen oder euch als Undercover-Cops ausgeben, um einer Strafe zu entkommen? Das Spannende am Multiplayer ist nicht das Gameplay an sich, sondern was ihr daraus macht.
Das perfekte Koop-Spiel - nicht nur für Fans der Reihe
Monster Roadtrip geht im Gegensatz zu seinen Vorgängern einen komplett anderen Weg. Weg vom Dating-Sim-Fokus, hin zu mehr Ressourcen-Management und teilweise echt knackigen Spielpartien, die zusammen mit Freunden nochmal viel mehr Spaß machen. Aufgrund der einfachen Steuerung und des einfach zu verstehen, schwer zu meistern
-Effekts bekommt ihr hier auch Freunde oder Familie vor den Bildschirm, die sonst eher wenig mit Videospielen anfangen können.
Durch den breiteren Adventure-Ansatz öffnet sich die Reihe nun endlich auch für alle, die bisher nichts mit den Liebschaften zwischen Monstern anfangen konnten, gleichzeitig aber auf abgedrehte und humorvolle Geschichten stehen und gute Dialoge zu schätzen wissen.
Die Autoren haben es geschafft, dass fast jeder Witz und jede einzelne Textzeile sitzt. Sie greifen aktuelle Themen wie das Metaverse oder auch den aktuellen Spielejournalismus clever auf und parodieren beinahe jede popkulturelle Entwicklung, die euch einfällt. Gleichzeitig wachsen euch aber auch die einzelnen Charaktere ans Herz. Das schaffen in meinen Augen nicht viele Spiele, weswegen es für mich ein absolutes Jahres-Highight ist.
In den Steam-Reviews haben viele ihr Herz an den Mossman verloren. Warum, das müsst ihr wohl selbst herausfinden.
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