50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Mickey 17 verpasst in unserer Filmkritik nur knapp die Krönung zum Sci-Fi-Meisterwerk

Nein, an Parasite kommt der neue Film von Bong Joon-Ho nicht heran. Zum ersten großen Sci-Fi-Highlight 2025 reicht es aber trotzdem.

Robert Pattinson stirbt ab dem 6. März 2025 im Kino einen Leinwand-Tod nach dem anderen. Bildquelle: Warner Bros. Robert Pattinson stirbt ab dem 6. März 2025 im Kino einen Leinwand-Tod nach dem anderen. Bildquelle: Warner Bros.

Würdest du für die Rettung der Menschheit sterben? Und vor allem: Wie oft? Mit dieser Frage sieht sich Robert Pattinson in Mickey 17 konfrontiert. Als Wegwerfarbeiter einmal gestorben, wird er am nächsten Tag frisch nochmal ausgedruckt.

Klingt absurd, makaber und bizarr - und das trifft alles auch auf den neuesten Film von Bong Joon-Ho zu. Dem südkoreanischen Regisseur, der 2019 mit Parasite für großes Aufsehen gesorgt hat und sich mit seinem neuesten Werk entsprechend hohen Erwartungen stellen muss.

Wird Mickey 17 denen gerecht? Nein. Trotzdem solltet ihr sein neuestes Werk nicht verpassen, denn übrig bleibt noch immer das erste große Sci-Fi-Highlight des Kinojahr 2025.

Vali Aschenbrenner
Vali Aschenbrenner

Vali geht liebend gern ins Kino - und das nicht nur, wenn er dafür bezahlt wird. Bei GameStar liefert er euch so gut wie jeden Tag die wichtigsten Nachrichten aus der Film- und TV-Landschaft. Und manchmal lässt er euch auch wissen, was er von den neuesten Produktionen aus Hollywood und Co. eigentlich hält. So wie gerade jetzt. Was für ein Zufall!

Um was geht es in Mickey 17?

Die Menschheit ist mal wieder dem Untergang geweiht. Weil niemand auf die einzige Erde, die wir haben, Acht gegeben hat, liegt jetzt die Rettung (hoffentlich) in den Tiefen des Weltalls. Dorthin geht es aber nur an Bord der Archen-artigen Raumschiffen, für die man sich nur mit entsprechender Expertise, den richtigen Verbindungen oder genug Geld qualifiziert.

Mickey (Robert Pattinson) kann nichts davon vorweisen. Allerdings sind sogenannte Expendables extrem gefragt, denn bei diesem Job ist ein vorzeitiges Ableben garantiert. Das macht aber nichts - versprechen zumindest die Befürworter einer innovativen, aber kontrovers diskutierten Technologie.

Immerhin lassen sich besagte Expendables einfach klonen oder, um es präziser zu formulieren: neu drucken. Mit gespeicherten Erinnerungen und Emotionen kann Mickey morgen wieder zur Arbeit kommen, auch wenn er heute draufgegangen ist.

Spätestens nach 16 Toden und 17 Wiederbelebungen fragt sich Mickey langsam, aber sicher: Ist das wirklich das, was er von seinem beziehungsweise seinen Leben will? Brenzlig wird es dann zusätzlich, als auf einmal zwei Mickeys parallel zueinander unterwegs sind. Denn sogenannte Duplicates sind streng verboten und werden mit sofortiger Auslöschung bestraft.

Video starten 2:23 Im offiziellen Trailer zu Mickey 17 stirbt Robert Pattinson für die Rettung der Menschheit viele, viele Tode

Für wen ist Mickey 17 interessant?

Warner Bros. hat Fans des Sci-Fi-Genres und von Bong Joon-Ho lange hingehalten. Insgesamt fünfmal wurde der Kinostart von Mickey 17 hin- und hergeschoben - mal nach vorn, aber meistens nach hinten. Jetzt ist es endlich am 6. März 2025 soweit.

Hat sich das Warten gelohnt? Ja, aber …

Mickey 17 ist clever, charmant, eigenwillig, exzentrisch und überraschend schwarzhumorig. Regisseur Bong Joon-Ho hält sich nicht damit zurück, provokante Fragen zu stellen und uns darauf erstmal selbst herumkauen zu lassen. (Zumindest, bis im letzten Akt jeder noch so unaufmerksame Zuschauer abgeholt werden muss.)

Seid aber gewarnt: Mickey 17 setzt mehr auf Humor und Witz und weniger auf Moral, Ethik und Philosophie, als man von der grundlegenden Prämisse erwarten würde. Das funktioniert zu einem Großteil des Films, aber nicht immer.

Ohne Nasha (Naomie Ackie) würde Mickey (Robert Pattinson) den Verstand verlieren. Beide Darsteller gehören zu den ganz großen Stärken des Films. Bildquelle: Warner Bros. Ohne Nasha (Naomie Ackie) würde Mickey (Robert Pattinson) den Verstand verlieren. Beide Darsteller gehören zu den ganz großen Stärken des Films. Bildquelle: Warner Bros.

Denn gleichzeitig ist Mickey 17 ebenso hektisch, unfokussiert und sprunghaft, während viele angerissene Themen zu einer bloßen Karikatur ohne bemerkenswerte Tiefe verkommen. Dadurch wird die Filmerfahrung im schlimmsten Fall zäh und unbefriedigend, was immens die Raffinesse eines Parasite vermissen lässt.

Wer sich einen neuen Film, der dieses (fairerweise sehr hohe) Niveau hält, erhofft hat, dürfte enttäuscht werden. Doch wer seine Erwartungen ein kleines bisschen zurückschraubt, bekommt noch immer ein wirklich unterhaltsames Sci-Fi-Abenteuer präsentiert, das man in dieser Form nur alle paar Jahre sieht. 

Stärken und Schwächen von Mickey 17

Was uns an Mickey 17 gefallen hat

  • Robert Pattinson, verdammt! Falls ihr bei Robert Pattinson noch immer an Twilight denkt, müsst ihr dringend mehr Filme mit ihm sehen. Zum Beispiel Mickey 17. Hier tritt der aktuelle Batman-Darsteller als liebenswürdiger Trottel auf - aber nicht nur. Ohne zu viel zu verraten: Pattinson darf sich schauspielerisch in gleich mehrere Richtungen ausstrecken und liefert dabei jedes Mal eine Glanzleistung ab. Schade nur, dass diese Idee in Mickey 17 aber eigentlich zu kurz kommt.
  • Eine Liebeserklärung an die Menschheit: Bong Joon-Ho rechnet mit seinem neuen Film mit der Menschheit auf vielerlei Ebenen ab, trotzdem ist Mickey 17 ein erfrischend optimistischer und versöhnlicher Film. Trotz all der Kritik gegen allerlei Themen, die unsere aktuelle Gesellschaft plagen, darf man hier als Zuschauer mit einem guten Gefühl aus dem Kino gehen und das haben wir momentan bitter nötig.

Kenneth Marshall (Mark Ruffalo) macht viel Terz, während wenig dahintersteckt. Das trifft auf gleich mehreren Ebenen auf den Bösewicht von Mickey 17 zu. Bildquelle: Warner Bros. Kenneth Marshall (Mark Ruffalo) macht viel Terz, während wenig dahintersteckt. Das trifft auf gleich mehreren Ebenen auf den Bösewicht von Mickey 17 zu. Bildquelle: Warner Bros.

Was uns an Mickey 17 nicht gefallen hat

  • Zu viele Ideen, zu wenig Tiefe: Klassenkampf, Kolonialismus, Klimakrise, White Supremacy, Tech-Milliardäre, die ihrem fragilen Ego in der Politik freien Lauf lassen und natürlich der Kapitalismuskritik - Bong Joon-Ho zeigt in Mickey 17 mit seinem Finger in aller Richtungen. Diese Last schafft der Film in knapp 137 Minuten allerdings nicht zu stemmen. Mickey 17 hätte es besser getan, fokussierter und bestimmter an maximal die Hälfte dieser Themen ranzugehen.
  • Nicht noch ein Trump-Bösewicht: Rote Kappen und im 45-Grad-Winkel gestreckte Arme - worauf Mark Ruffalos Bösewicht und seine Gefolgschaft anspielen sollen, ist offensichtlich. Über eine bloße Holzhammer-Karikatur geht die allerdings nicht hinaus und in Anbetracht wesentlich cleverer Schurken aus aktuellen Film- und TV-Produktionen lässt sich guten Gewissens infrage stellen: Warum nicht mal was anderes? 

Fazit der Redaktion

Valentin Aschenbrenner
@valivarlow

Mickey 17 hat ein großes Problem: Dass Bong Joon-Ho mit Parasite ein echtes Meisterwerk abgeliefert hat, an den der neueste Film des Regisseurs einfach nicht heranreicht. Wer etwas anderes erwartet oder sich erhofft, dürfte damit von Mickey 17 enttäuscht werden.

Denn dafür will die Sci-Fi-Odyssee zu viele Themen auf einmal unter einen Hut bekommen, ohne dabei ausreichend in die Tiefe zu gehen. Übrig bleibt eine herrlich dystopische Satire, der es an Biss mangelt und von Robert Pattinson in der, nein, den Hauptrollen getragen wird.

Das ist noch immer wahnsinnig unterhaltsam, reicht aber nicht an das hohe Niveau von Parasite heran. Stattdessen erinnert Mickey 17 eher an eine Mischung aus Snowpiercer und Okja, die ihr eigenes Potenzial nie so richtig ausschöpft.

Wer sich dafür ins Kino wagt, bekommt das erste große Sci-Fi-Highlight 2025, allerdings kein neues Meisterwerk.

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